Apple iPhone X – einfach mit Zweifach-Objektiv
Apple iPhone X: Design-Smartphone mit Dual-Kamera und tastenlosem Display. Das iPhone X ist das Top-Smartphone von Apple und in Silber und Spacegrau erhältlich. Mit seinen Abmessungen von 144 x 71 x 8 Millimetern ist es das kleinste Handy im Vergleich, und mit 174 Gramm zudem das leichteste. Durch die hohe Bildschirmauflösung von 2436 x 1125 Pixel und das fast randlose Design wirkt es jedoch grösser. Da es keine Hardware-Home-Taste mehr gibt, steht der ganze Bildschirm als Anzeige- und Befehlsfläche zur Verfügung.
Im iPhone X ist eine 12-Megapixel-Dual-Kamera mit optischer Bildstabilisierung eingebaut. Das Weitwinkelobjektiv bietet Blende f/1,8 und eine Brennweite von 28 mm, die Tele-Optik f/2,4 und 52 mm. Damit ist ein knapp zweifaches optisches Zoom (1,86x) möglich, indem man zwischen den beiden Objektiven hin- und herschaltet. Bis zur zehnfachen Vergrösserung geht's dann nur noch digital. Fotos der Hauptkameras werden mit 4032 x 3024, Selfies mit 3088 x 2320 Pixel Grösse aufgenommen.
Praktischer Einsatz
Die mitgelieferte Kamera-App ist umfangreich und trotzdem Apple-typisch einfach zu bedienen. Viele Parameter sind bereits standardmässig im Auto-Modus aktiviert. Für Einsteiger wie mich ist das dann doch etwas verwirrend. Einiges ist beim iPhone X auch anders als noch bei den Vorgängern.
So hatte ich mich gewundert, wieso neben dem eigentlichen Foto immer noch ein kurzes Videoschnipsel gespeichert wurde. Aha, «Live Photo» ist an, bei dem zusätzlich unmittelbar vor und nach der Aufnahme ein sekundenkurzes Video festgehalten wird, das dann in einer Endlosschleife abgespielt wird. Oder es werden Einzelbilder daraus mit Effekten versehen.
Ebenfalls eingeschaltet ist die HDR-Funktion, die bei hohen Kontrasten durch Verrechnen mehrerer Aufnahmen ein ausgewogenes Foto zu erzeugen versucht. Kann funktionieren, aber auch nicht. Das iPhone X entscheidet selbst, wann es nötig ist. Leider ist die Funktion nicht direkt in der Kamera-App, sondern nur übers Einstellen-Menü abschaltbar. Dort lässt sich auch bestimmen, dass sowohl das normale Bild als auch das HDR-Foto gespeichert werden.
Die Kamera hat die schwierige Licht- und Schattensituation erkannt (links) und die HDR-Funktion eingeschaltet (rechts).In der Standard-Aufnahme-App – simpel «Foto» genannt – wird durch Tippen auf das Display bestimmt, wo die Schärfe liegen soll. Erscheint das Sonnensymbol, kann durch einfaches Hoch- oder Runterstreichen die Belichtung manuell angepasst werden. Weitere Eingriffe in die Belichtung sind nicht oder nur über zusätzliche Foto-Apps möglich. Ein professioneller Modus wie bei Huawei und Samsung ist nicht vorhanden.
Dafür gibt es im Modus «Porträt» den Tiefeneffekt für einen weichgezeichneten Hintergrund. Dieser lässt sich auch im Nachhinein ein- oder ausschalten. Ebenso sind unterschiedliche «Porträtbeleuchtungen» und Fotofilter auf das Bild anwendbar.
Bildqualität und Fazit
Das Apple iPhone X bringt eine erstaunlich hohe Bildqualität, die am exzellenten Super Retina Display mit erweitertem Farbraum (DCI-P3) besonders deutlich zum Ausdruck kommt. Am normalen sRGB-Bildschirm ist diese Qualität leider nicht darstellbar.
Die Farben bei Tageslicht-Aufnahmen wirken natürlich und unaufdringlich, wobei das Grün gegenüber den Fotokameras sowie Huawei und Samsung etwas entsättigt und gelblich daherkam – ähnlich wie beim Sony Xperia. Die Schärfe der iPhone-Bilder geht in Ordnung, kommt jedoch in 100-%-Ansicht nicht an die «crispen» Nahaufnahmen der Fotokameras heran. Bei Blüten-Aufnahmen hatte der Autofokus im Weitwinkel oft Probleme, überhaupt scharf zu stellen. Erst mit der Tele-Linse klappte es dann.
Das Freistellen von Porträts beherrscht das iPhone X sehr gut, wenn genügend Unterschied zwischen Vorder- und Hintergrund besteht. Bei scharfen Kanten ist dies kein Problem, aber bei filigranen Strukturen wie Haaren oder Pelzen greift der Algorithmus schon mal daneben und zeichnet Bereiche weich, die eigentlich noch zum Gesicht gehören.
Porträt mit Hintergrundunschärfe: Die Unterscheidung gelingt nicht immer sauber. Besonders Haare bereiten Probleme.Dank den beiden umschaltbaren Optiken ist beim Galaxy S9+ eine zweifache optische Vergrösserung ohne digitale Bildstörungen möglich. Bei genügend Licht aufgenommene Fotos werden auf dem Samsung-Display sehr gut wiedergeben. Sie verblüffen zum Teil mit unglaublicher Schärfe und Detailauflösung. Hier lohnt es sich, den automatischen Foto-Modus zu verlassen und mit den Pro-Einstellungen zu experimentieren.
Die Farben kommen bei den meisten Motiven knackig, frisch und kräftig bunt daher, vergleichbar mit den Aufnahmen des Huawei-Handys. Da wie dort wirken Fotos mit dem Weitwinkel-Objektiv aufgenommen oft natürlicher und weniger digital bearbeitet als die Tele-Objektiv-Bilder.
Bei Innenaufnahmen mit höheren ISO-Werten bringt Huawei mit seiner Ausstattung erwartungsgemäss die besseren Fotos. Hier setzt bei Samsung die Rauschunterdrückung mit Weichzeichnung früher ein.

Alle Themen


