Plantronics Backbeat PRO/R Headset
Der Backbeat Pro bietet zu einem nicht allzu hohen Preis von 246 Franken schon rein optisch eine beeindruckende riesige Show. Doch Leute, die einen solchen Hörer kaufen, stört das wohl kaum, denn sie erwarten, dass ein derartiger Hörer einen kräftigen Bass und Power-Sound haben muss. Und der Backbeat hält klanglich, was er optisch verspricht, doch davon mehr bei den Messungen und beim Hörtest.
Dieser Hörer bietet neben apt-X und 24 Stunden Akku-Laufdauer noch weitere Schikanen. So unterbricht er die Musik, wenn er vom Kopf genommen wird. Entfernt man sich zu weit vom Gerät, schaltet sich automatisch der Ruhemodus (DeepSleep-Modus) ein. Mit 14 Sprachoptionen werden Statusansagen hörbar, wie z.B. der Akkustand etc. Ein robustes Nylonetui zum Schutz des Headsets wird mitgeliefert. Mit ANC (Active Noise Cancelling) bezeichnet Plantronics seinen aktiven Lärmkiller.
Die Lautstärke und diverse andere Funktionen werden an zwei grossen Dreh-Rädern seitlich jeder Muschel elegant bedient.
Messungen
Der Sennheiser Urbanite XL wurde bereits in der Kabelversion Ende 2014 im Test "Sound für Millenials" getestet. Dort war zu lesen: Zielpublikum für die neuen Urbanite-Hörer sind die "Millennials", welche auch mit "Generation Y" benannt werden. Es sind dies 18 bis 35 Jahre alte Musikhörer(innen), die billigen Ramsch uncool finden und sich hochwertige Ware, die auch etwas kosten darf/muss, leisten wollen. Fazit dieses Tests: Es sind dies ganz bewusst keine auf höchste Linearität gezüchtete Hörer für Klangpuristen, sondern Musikspender für Leute, die sich an bassfreudigen, warmen und satten Sounds bei praktisch allen Musik-Stilrichtungen erfreuen wollen.
Der Kopfhörer Urbanite XL Wireless ist, abgesehen von der zusätzlichen Elektronik, baugleich mit dem Urbanite XL. Sein Preis beträgt nun 309 Franken, und sein Akku bietet nicht weniger als 25 Stunden Spieldauer. Der Einsatz des Bluetooth 4.0-Standards ermöglicht Multi-Konnektivität mit der Kopplung an bis zu acht Geräte und der gleichzeitigen Verbindung zu zwei Geräten.
Der Urbanite XL Wireless besitzt ein Touch Control-Bedienfeld direkt am Hörer. Für Lautstärkekontrolle, Musikwiedergabe und Anrufannahme genügt eine, allerdings genau definierte, Berührung mit einer Fingerspitze. Doch die Bedienung ist auch für junge Millenials nicht ganz so einfach wie bei anderen Geräten mit ähnlichen Touch Control Feldern. Um die Lautstärke zu regeln, genügt es, langsam oder auch schneller auf dem kleinen Bedienfeld an der rechten Seite des Hörers auf und abwärts zu streicheln. Doch bei den anderen Funktionen wird's schwieriger. Da können nur Leute mit stark übersinnlichen Fähigkeiten die Funktionen ohne Blick in die Bedienungsanleitung ergründen.
Zum Starten oder Pausieren einer Aufnahme genügt ein einziges, kurzes Klopfen (oder Tippen) auf das Bedienfeld. Zum Skippen vorwärts muss zweimal geklopft und zum Skippen rückwärts dreimal geklopft werden. Wer dann noch vorspulen will, muss zwei mal klopfen und dann die Taste halten, beim Rückwärtsspulen muss dann ... und soweiter und so fort. Das Ganze hat man jedoch rasch im Griff, weil der Hörer ansonsten ja doch sehr liebenswert ist.
Fazit Denon AH-GC20
Für welche Hörerschaft dieser Kopfhörer geschaffen wurde, wird nach wenigen Sekunden bassstarker Musik klar: Hier kommen Musiclovers auf ihre Kosten, die in Sachen Bass nie genug haben können! So war auf den Gesichtern von Bass-Fetischisten helle Freude zu erkennen. Doch ab und zu war auch zu vernehmen, dass sogar Bass-Lovers den Tiefenbereich halt doch etwas zu dominant empfanden
Doch dies hängt stark von den Aufnahmen ab. Bei den heute meist üblichen, im Bass beschnittenen Aufnahmen - damit man diese auch über den Ghettoblaster so laut wie möglich abspielen kann - klingt der Backbeat wohl bassstark, er übertreibt aber nicht sonderlich. Extrem bassig wird es erst, wenn im Bass unbeschnittene Aufnahmen abgehört werden, wie etwa bei einem Tequila von David Sanborne mit Frequenzanteilen bis hinunter zu 20 Hz. Ja dann hebt man förmlich ab und entschwebt, getragen von bassigen Mega-Giga-Sounds.
Der Hörer bringt aber Mitten und auch Höhen gar nicht so schlecht, sondern recht linear und verfärbungsarm. Lediglich im Obertonbereich hat man den Pegel deutlich angehoben, was bei vielen Aufnahmen brillant, bei anderen jedoch etwas zischelig wirkt. So erklingt ein Streichquartett gar nicht mal so übel. Bei Cembalo-Aufnahmen wirken die Zupfer jedoch wie Nadelstiche. Natürlich ist Klassik ganz gewiss nicht die Domäne diese Hörers. Nein, der Hörer wendet sich an eine andere Hörerschaft, die auf so genannt "moderne" Musik steht wie Funk, House, Techno, Hipp-Hop, R'n'B und wie sie alle heissen.
In Sachen Noise Cancelling vollbringt der Hörer anständige, aber keine Spitzenleistungen. Von den Musikanten im unteren Stock waren doch noch recht viele (unerwünschte) Schallanteile zu hören, während der zum Vergleich herangezogene Bose QC 25 diesen "musikalischen Störschall" praktisch vollständig ausblendete. Zudem bringt er ein leichtes aber hörbares Grundrauschen im Noise Cancelling Modus, was aber beim Genuss von pegelstarkem Dampfhammersound kaum stören dürfte.
Fazit Plantronics Backbeat
Der Backbeat Pro ist genau der richtige Hörer für Freunde ausgeprägter Bässe und generell des Power-Sounds. Unterstützt wird der Hörspass durch einen recht tüchtigen, aktiven Lärmkiller
Lärm-Diagramm Backbeat Pro. Obere Kurve: breitbandiger Lärm am Ohr. Rote Kurve: Lärm am Ohr bei aufgesetztem Hörer aber ohne Noise Cancelling. Untere schwarze Kurve: Lärm am Ohr bei aufgesetztem Hörer und aktiviertem Noise Cancelling.(2 dB/Div.)
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