Bowers&Wilkins P5 Wireless
Der Bowers&Wilkins P5 Wireless ist, abgesehen von der Elektronik, baugleich mit dem Bowers&Wilkins P5. Nicht sichbar auf dem Bild sind die seitlich angebrachten BedienelementeDer Bowers&Wilkins P5 wurde bereits in einer MKII-Version im Test "Reisegefährtenn" gestestet und für sehr gut befunden. Nun ist ein und derselbe Kopfhörer als Bluetooth Version zu einem stolzen Richtpreis von 425 Franken erhältlich. So darf man denn gespannt sein, ob er klanglich mit der Kabel-Version mithalten kann. Da der P5 wireless mit apt-X arbeitet, kann man einiges an Klangqualität erwarten.
Der faltbare Bügel dieses 213 Gramm leichten Hörers ist mit feinstem Leder von neuseeländischen Schafen überzogen und gewährleistet hohen Komfort beim Tragen. Die Akkulaufzeit beträgt 17 Stunden. Über die in die rechte Kopfhörerseite integrierten Bedienelemente können Lautstärke und Musiktitel eingestellt und Anrufe angenommen werden. Wer die durch Magnete festgehaltenen Ohrpolster entfernt, glaubt einen Miniatur-Lautsprecher in klassischem Aufbau zu erkennen. Zudem erblickt man die unter den Polstern versteckte Kabelbuchse. Zum Entfernen des Kabels muss die Ohrmuschel abgenommen werden, was allerdings in Sekundenschnelle passiert ist. Die luxuriöse und zum Lieferumfang gehörende Transporttasche, gewährleistet eine sichere Aufbewahrung.
Messungen
Der Frequenzgang des Hörers verläuft sehr linear ohne deutliche Anhebung von Bässen oder Höhen. Das verspricht einiges an Ausgewogenheit. Die Frequenzgänge via Bluetooth und Kabel sind identisch. Dies bedeutet, dass es die Bowers&Wilkins Klangmagier nicht für nötig befunden haben, den Hörer mittels elektronischer Kniffe klanglich aufzumöbeln und so dem heutigen Trend von Rumms-Bässen und zischeligen Höhen nachzueifern. Dies wäre mit Leichtigkeit möglich gewesen. Doch die Bowers&Wilkins Leute haben eine guten, audiophilen Ruf zu verteidigen und unterlassen solche kurzlebigen Spielchen Bei Bowers&Wilkins setzt man voll und ganz auf Qualität und nicht auf Quantität! Trotz der sehr kompakten Bauweise schirmt der Hörer gut gegen Umgebungslärm ab.
Klang
Der P5 wireless zeigt am iPhone 5s - bekanntlich ohne apt-X - einen tadellos ausgewogenen Klang, sei es bei Kammermusik oder impulsivem Jazz. Auch bei sakraler Orgelmusik ist der Klang weiträumig und breitbandig. Via Kabel legt der Hörer beim Abhören von nicht datenreduziertem Klangmaterial (!) in Sachen Feinzeichnung dann nochmals ganz gehörig zu. Bei Cembalo-Aufnahmen werden nun allerfeinste Zupfimpulse, bei Violinen wird der ganze, so herrliche Obertonreichtum hörbar. Bei den berüchtigten Schlagzeug-Besen glaubt man jedes einzelne Härchen hören zu können. Einfach super, wie locker und entspannt der Hörer zum Beispiel eine Big-Band zum Swingen bringt.
Klangliche Unterschiede von Bluetooth mit apt-X zur Kabelwiedergabe sind kaum mehr auszumachen, was wieder einmal für apt-X spricht. Generell benimmt sich der P5 wireless echt audiophil und bringt einen Klang, den man auch nach Jahren, wenn die heutigen Modeströmungen längst verblasst sind, immer noch voll geniessen kann. Und klanglich bedeutet dies, dass der P5 wireless wohl tiefe, aber nicht übertrieben starke Bässe, ausgewogene Mitten und diskrete, nie aufdringlich nervende Höhen liefert. Also ein Garant für ungetrübtes Langzeithören bei allen Musik-Stilrichtungen!
Fazit Bowers&Wilkins P5 Wireless
Kleines, aber luxuriöses Piece of Art mit bemerkenswert gutem Klang, das geradezu nach einer Bluetooth-Wiedergabe mit apt-X dürstet.
Lärm-Diagramm Bowers&Wilkins P5 Wireless. Obere Kurve: breitbandiger Lärm am Ohr. Rote Kurve: Lärm am Ohr bei aufgesetztem Hörer (2 dB/Div.) Kommentar: für einen kompakten, ohraufliegenden Hörer gute Lärmdämmung.Das apt-X-System verbessert die Klangqualität des normalen Bluetooth-Standards und ist heute bei der Mehrheit hochwertiger Bluetooth-Hörer anzutreffen. Zur Klangqualität ist zu sagen, dass die Hörer, die mit dem aptX-Verfahren arbeiten, eine wirklich hohe Klangqualität erreichen können. Doch leider ignorieren gerade gewisse Apple-Geräte diese sehr sinnvolle Technik. Im Klartext: Die iPhones mit ihrem iOS Betriebs-System lassen bis heute das apt-X links liegen und nur via OSX kommt es zum Einsatz.
Doch Hand aufs Herz: Von kabellosen Reise-Kopfhörern erwartet man in der Regel keine absolut audiophile Klangqualität. Und für unterwegs genügt die 4.0 Bluetooth-Übertragung vielen Musikhörern, die sich sowieso meist drastisch datenreduzierte Musik zu Gemüte führen.
So verzichtet Bose laut Angaben von Martin Hug von Bose Schweiz darauf, bei all ihren Bluetooth Geräten apt-X einzusetzen. Zu apt-X und den hörbaren Verbesserungen sei erwähnt, dass sich die Klangunterschiede vor allem bei sehr hochwertigen, nicht datenreduzierten Musikaufnahmen bemerkbar machen können. Bei den heute üblichen Kompressionen wie MP3 mit 128 kbps (oder sogar tiefer!) schrumpfen die Klangunterschiede drastisch, wenn sie überhaupt noch hörbar sind.
Unsere Hörtests wurden denn auch mit nicht datenreduziertem Klangmaterial durchgeführt und nur so zum Gwunder wurden mal MP3-reduzierte Musikstücke zum Vergleich herangezogen. Sehr empfehlenswert ist für iPhones das Apple Lossless-Verfahren, das die Datenmenge praktisch halbiert, die Klangqualität jedoch kaum oder überhaupt nicht hörbar beeinflusst.
Momentan sind zwei apt-X auf dem Markt, das bisherige apt-X mit einer Verzögerung von 100 ms und ein neues, welches sich apt-X LL (Low Latency) nennt und nur noch 35 ms Verzögerung aufweist. Weshalb man das apt-X LL eingeführt hat, ist bei Telme2 beschrieben (englisch). Es würde den Rahmen dieses Berichtes sprengen, dieses sehr interessante System hier näher zu durchleuchten. Von unseren Testkandidaten gibt nur Denon an, dass sie das neue apt-X LL benutzen.
Fazit: Gut ausgelegte Hörer können auch ohne apt-X, dank neustem Bluetooth-Standard, gut klingen. Doch mit apt-X wird dann auch das letzte Quentchen Feinzeichnung bei nicht daterduzierten Aufnahmen hörbar.

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