Soul SL300
Soul SL300Wer sich über diesen Hörer informieren will, erhält kaum technische Infos, sondern berührende Texte wie: „Music should move you ... make you feel something. If you're getting a proper musical experience, you can feel it in your soul." Solch tiefsinnige und ergreifende Dinge soll der bei den SOUL-Kopfhörern als Aushängeschild benutzte Erfolgs-Rapper Chris 'Ludacris' Bridges zu seinen Jüngern gesagt haben. Und wenn man den schmuckbehangenen Schönling auf der Verpackung des SL 300 sieht, bleibt keine Auge trocken.
Muster des Erfolgs
sennheiser600_600.jpgDas Design dieses massigen und grossen Hörer polarisiert: Die einen finden ihn „wunderschön“, „elegant und wertig“, andere bezeichneten ihn als „hochglänzender Bluffer“, „Plastik-Möbel“ und so weiter. Damit der Hochglanz auch immer präsent ist, legt der Hersteller dem Hörer sogar ein Reinigungstuch bei.
Tatsache ist, dass er recht aufwendig gemacht ist. Die Bügelkonstruktion mit den sich jeder Kopfform automatisch anpassenden Muscheln erweckt echte Freude. Leider hat diese luxuriöse Konstruktion den Nachteil, Umgebungsgeräusche recht störend durch zu lassen. Doch davon später.
Sound of the Soul?
Die vom Hersteller angekündigte Klangsensation blieb bei unseren Testhörern mehrheitlich aus. Man empfand den Klang im passiven Betrieb als mager, nicht sehr angenehm und deutlich verfärbt. Gerade in den unteren Mitten wirkt der Hörer zudem verwaschen. Während Instrumente im Hochtonbereich recht sauber klangen, wirkten die tieferen Lagen eines Konzertflügels unklar.
Das merkt der junge Freak mit Vorlieben für elektronische Klänge natürlich weniger. Aber ein echter HiFi-Hörer für Klangpuristen ist das nicht und will er wahrscheinlich auch nicht sein.
Im aktiven Betrieb klingt er, je nach gewählter Eingangsempfindlichkeit, deutlich lauter und hat auch, dank einer Entzerrung, etwas mehr Druck. Gerade im Bass kann er deutlich zulegen und wirkt insgesamt etwas vitaler. Doch auch so erhielt der Hörer von HiFi-Freunden bezüglich seiner Klangqualität nur mässige Noten
Ein Vergleich zu anderen, typischen Kulthörern drängt sich hier geradezu auf. Während der dr.dre Solo HD durch einen massiv aufgeblähten Dröhn-Bass die junge Hörerschaft begeistern will und offenbar auch kann (!), verblüfft der Zinken von Urbanears mit einem stumpfen, brillanzlosen Klangbild. Der SL 300 benimmt sich in diesem „Kult-Feld“ eher „klangneutral“ und schockiert nicht durch brachiale Klangverfärbungen. Im Vergleich zu einem Parrot Zik oder einem Sennheiser MM550-X hat er aber nicht den Hauch einer Chance, in Sachen Klangneutralität und Ausgewogenheit mitzuhalten.
Betreffend Noise Cancelling kann er tieffrequenten Lärm nur mässig effizient unterdrücken. Im mitteltiefen Bereich hat sein Lärmkiller fast keine Wirkung. Deshalb lässt der SL 300 doch recht viel Lärm zum Gehör durch. Insgesamt ist die Wirkung hör- und spürbar, im Vergleich zu einem Bose QC 15 jedoch sehr bescheiden.
Der Globe Cruiser AH-NCW500 gehört als einziger Hörer dieses Testfeldes zu den Around-Ear-Hörern. Das macht ihn recht kompakt und schön zusammenfaltbar und erfreut zudem die Freunde dieser Hörer-Art dadurch, dass er sich samtweich ans Gehör kuschelt. Für eine noch kompaktere Aufbewahrung im Case lassen sich die Ohrpolster sogar entfernen.
Der AH-NCW500 lässt sich sowohl am Kabel wie auch drahtlos via Bluetooth betreiben. Da Denon Wert auf höchstmögliche Klangqualität legt, setzt man das neuste apt-X System ein.
Doch dieser Cruiser hat noch einige andere Eigenheiten. Wie der Parrot Zik lässt er sich via eine Gratis-App bedienen und seine Klangcharakteristik einstellen. Zudem verfügt er über ein Noise Cancelling, das er gerade aufgrund der nicht so gut gegen Aussengeräusche abschirmenden On-Ear-Muscheln auch wirklich braucht. Zum Bedienen steht ein grosses Drehrad an der rechten Muschel zur Verfügung. Generell gibt es am Bedien-Komfort kaum etwas auszusetzen.

Alle Themen



