TESTBERICHT
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Publikationsdatum
2. Oktober 2017
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Bereits hat avguide.ch drei absolut erstklassige Kopfhörer mit Geräuschunterdrückung getestet. Es handelt sich um den Bose QC 35, den Sennheiser PXC 550 und den Sony MDR-1000X.

Diese drei Kopfhörer bieten das heute Mögliche an Lärmreduktion, und die Probanden dieses Vergleichs werden an diesen drei Kopfhörern betreffend Wirkung ihres Noise Cancelling gemessen. Alle Hörer mit aktivem Noise Cancelling arbeiten nach gleicher bei avguide.ch bereits im Artikel «Schall und Antischal ausgiebig beschriebener Art und Weise.

Jedes uns bekannte Noise Cancelling bewirkt sozusagen als Kollateralschaden eine gewisse und meist geringfügige Klangverschlechterung. So haben Kopfhörer mit nicht abschaltbarem Noise Cancelling schon von Natur aus ein gewisses klangliches Handicap, wie zum Beispiel der Beats Studio 2 Wireless. Das haben inzwischen auch die Bose-Leute bemerkt und haben dem QC35 ein Update gespendet, bei welchem nun das Noise Cancelling via Bose Connect App in zwei Stärkestufen wählbar und sogar abschaltbar ist, was den Klang wesentlich verbessert.

Quelle und Verbraucher

Wer Kopfhörer mit Bluetooth testen will, braucht Player, die aptX und bei Sony teilweise aptX sowie das Sony-hauseigene LDAC unterstützen.

Zu diesem Test standen gleich drei Player zur Verfügung: iPhone (ohne aptX) , Sony NW-A35 (kein aptX dafür LDAC) und Pioneer XDP-300R (aptX).

Da kein Hörer dieses Tests mit dem LADC arbeitet, wird der Pioneer XDP-300R als Referenz-Zuspielgerät erkoren.

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Die drei Noise-Cancelling-Referenzhörer, Bose QC 35, Sony MDR-1000X und Sennheiser PXC 550 werden im Test bezüglich Lärmverminderung von keinem Probanden geschlagen.

Zwei Hörer dieses Tests spielen nur am Kabel zum Konzert auf: der Meters OV-1 und der Panasonic RP-HC800.

Der absolute Charmeur dieses Tests ist ganz klar der Meters OV-1. Er ist liebevoll gestylt und seine analogen VU-Meter wurden von einer Testperson treffend als liebenswerte Spinnerei bezeichnet. Der OV-1 gehört zu den schönfärbenden Hörern und fasziniert mit seinem sehr räumlichen, satten Klangbild mit einem unerhörten Reichtum an Klangfarben. Sein Noise Cancelling arbeitet im Bass gut, in den unteren Mitten jedoch mangelhaft.

Eine ganz andere Klangrichtung vertritt der Panasonic RP-HC800. Er bietet im passiven Modus ein angenehm brillantes und recht ausgewogenes Klangbild. Bei aktiviertem Noise Cancelling wird der Hochtonbereich drastisch angehoben. Dies können sensible Hörer als unangenehme Schärfe empfinden, während andere diese betonte Brillanz schätzen werden. Ein Sehr Gut verdient das Noise Cancelling, wenngleich es das Niveau der (teureren) Referenzgeräte nicht ganz erreichen kann.

Der Sony MDR-XB950N1 stellt einen krassen Gegensatz zu unserem Referenzgerät Sony MDR-1000X dar und gesellt sich klar ins Lager der Bass-Fetischisten. So ist er nichts für Freunde klangneutraler, analytischer Klänge. Immerhin kann der Benutzer mit der Sony Headphones Connect App die Intensität des Bassbereichs verändern. Bezüglich Noise Cancelling sind die Resultate sehr mittelmässig.

Wer meint, Dr.-Dre-Kopfhörer müssten alle dem basslastigen Sound huldigen, wird hier eines Besseren belehrt. Der Beats Studio 2 Wireless klingt recht ausgewogen. Was gefällt, sind der ausgewogene Klang, die Verarbeitung und die Bedienbarkeit. Was stört, sind das zu hohe Grundrauschen, die miserable Dämpfung der Muscheln samt Noise Cancelling in der Mittellage und natürlich die unglaubliche Tatsache, dass der Hörer am Kabel nur monofon zum Konzert aufspielen kann. Wer bedenkt, dass der Beats Studio 2 Wireless momentan zum fast gleichen Preis wie der Sony MDR-1000X erhältlich ist, muss bemerken, dass der Beats Studio 2 Wireless gegen den Sony MDR-1000X, ausser dem Image, nicht den Hauch einer Chance hat.

Der JVC HA-S90BN kann sich leider nicht allen Kopfformen perfekt anpassen. Die Bügelkonstruktion sollte geändert werden. Klanglich bietet er gute Leistungen und kann unterschiedliche Klangwünsche erfüllen. Sein Noise Cancelling, das im Bass gut arbeitet, bietet bezüglich der Dämpfung mittlerer Störfrequenzen nur mässigen Effekt und beeinträchtigt die Klangqualität leider doch recht stark.

BackBeat Pro 2 von Plantronics ist ein preisgünstiges, gut gestyltes, grosses Headset. Sein genial ausgelegter Dampfhammersound unterscheidet sich grundlegend vom ordinären Dröhnsound und betont lediglich die Sub-Bässe. Ganz klar, dass der Hörer eher für die junge Generation und ihre Musik als für gestandene HiFi- und Klassik-Freunde gedacht ist. Das nur durchschnittlich effiziente Noise Cancelling rauscht immerhin sehr wenig und verschlechtert den Klang kaum.

Der HD 4.50 BTNC huldigt weder einem betont brillanten Klangbild, noch dem heute trendigen Bass-Donnerwetter, sondern gefällt mit seinem überaus sympathischen, angenehmen Klang mit geradezu charmant-brillanten Höhen. Das hier integrierte NoiseGard arbeitet wirklich gut, zeigt aber keine absoluten Spitzenleistungen. Die Sennheiser-App Captune bringt diverse Features, unter anderem einen sehr brauchbaren Equalizer, mit dem man praktisch jedes Klangbild von dunkel-bassfreudig bis hell-aggressiv einstellen kann.  

Der Mute BT von Teufel glänzt im Test mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis und der Tatsache, dass es bei ihm kaum etwas Ernsthaftes zu kritisieren, jedoch viel zu loben gibt. Er ist ein sehr seriös entwickelter, sauber gebauter und klangneutraler HiFi-Kopfhörer mit hochwertiger Bluetooth-aptX-Wiedergabe und einer bemerkenswert guten Lärmdämpfung.

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