26. März 2019 | seit 1999
TESTBERICHT
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Hardware/Software

Alle Informationen sind auf einen Blick ablesbar, plus die Logs der Veränderungen.

Damit Nucleus in diesem Bericht nicht als eine weitere Blackbox endet, gehe ich etwas in die Tiefe: Roon ging einen unkonventionellen Weg bei der Entwicklung der Hardware. Man verwendete keine «Embedded-» oder Consumer-Plattform, sondern eine Kooperationslösung mit Intel um deren NUC-Plattform. Diese hervorragende und über Generationen unterstützte Plattform sichert den Kunden ein hohes Mass an Nachhaltigkeit im Zuge der Weiterentwicklung von Intels NUC.

Beispiel: Der grösste Teil der Nucleus-Entwicklung wurde mit NUC-Hardware der 5. und 6. Generation getätigt. Die Produktion von Nucleus lief aber bereits mit der 7. Generation an. Hätte man eine «Embedded»-Lösung gewählt, wäre Nucleus zum Zeitpunkt der Markteinführung bereits um zwei Jahre «veraltet» gewesen. Nucleus kann in künftige NUC-Generationen mit minimalem Entwicklungsaufwand stets implementiert werden.

Die Nucleus-Geräte Nucleus und Nucleus+ verwenden ein eigens dafür entwickeltes Betriebssystem namens Roon OS. Das auf Linux basierende OS wurde von Grund auf für Media-Anwendungen ausgerichtet und optimiert.

Die drei Partitionen Boot, Daten und Applikationen sind voneinander separiert, womit sie sich bei Problemen in den meisten Fällen nicht beeinflussen. Die Boot-Partition sollte daher immer einwandfrei funktionieren. Somit ist die Voraussetzung geschaffen, wieder eine normale Funktion herbeizuführen.

Einflüsse von den Hobby-Programmierern unter den Anwendern werden durch das Fehlen von Root-Passwort und externen Boot-Medien verhindert. Allfällige «Modifikationen» werden bei jedem Neustart gelöscht. OS-Updates werden vom Internet heruntergeladen und mit der Roon-App bestätigt. Die vorherige OS-Version wird erst gelöscht, wenn der Neustart mit der aktuellen OS-Version erfolgreich war.

Gute Nachrichten für alle Selbstbauer: Roon gibt auch eine Do-it-Yourself-Version heraus, genannt ROCK (Roon Optimized Core Kit). Damit können sich Roon-Anwender auf Basis eines NUC ihren eigenen Mediaserver bauen.

Nucleus und Nucleus+

Die beiden Nucleus-Versionen sind äusserlich identisch und unterscheiden sich nur in ihrer Rechenleistung. Nucleus eignet sich für Mediatheken mit bis zu 12'000 gespeicherten Musikalben oder 120'000 Tracks. Bei Multiroom-Anwendungen können fünf Zonen mit HiRes-Audio versorgt werden.

Nucleus+ kann auch Mediatheken mit weit über 12'000 Alben verwalten, wobei es keine klare Trennlinie zu Nucleus gibt. Multiroom-Anwendungen von mehr als fünf Zonen sind hier problemlos möglich.

Man kann bei Roon eine kostenpflichtige Zusatzlizenz für DSP-Funktionen erwerben. Tut man das, so ist der Funktionsumfang mit Nucleus+ umfangreicher als mit Nucleus. Dort beschränkt man sich auf Basisfunktionen.

Nucleus+ soll ohne die Nutzung zusätzlicher DSP-Funktionen keine klanglichen Vorteile aufweisen. Die Unterschiede sind nur bei der Rechenleistung zu finden. Das ist eine erfrischend un-audiophile Ansage. Wir sind es uns ja gewohnt, dass teurer immer auch besser sein soll. Das scheint hier explizit nicht der Fall zu sein.

Nucleus kostet 1990 CHF und Nucleus+ 2990 CHF. Dazu kommt noch die Roon-Lizenz mit ca. 500 CHF (lifetime). Die Gesamtinvestition liegt somit bei mindestens 2500 CHF ohne die variablen Kosten für Streamingdienste. Wer bereits eine Roon-Lizenz besitzt, kann einfach auf Nucleus als Roon Core umsteigen.

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