21. Juli 2019 | seit 1999
TESTBERICHT
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Warum Roon-Hardware?

Das Design ist eine Mischung aus der puzzle box von «Hellraiser» und dem Monolithen aus «A Space Odyssey 2001».

Wie am Anfang bereits grob umrissen, stellt sich natürlich die Frage, warum nun Roonlabs auch noch eigene Hardware, den Nucleus, auf den Markt bringt. Nach Bekanntgabe des Nucleus-Projekts gab es deshalb Kritik. Warum konkurrenziert Roonlabs seine Partnerunternehmen mit Hardware, mit einem eigenen Streaming/Server-Gerät? Ich erkläre mir das so, dass keiner der Audiohersteller, die den Roon Core auf der Hardwareseite implementiert haben, sich auf ein reines Infrastrukturgerät fokussierte. Alle haben sie ihre eigene Philosophie, was ein solches Gerät alles können muss und wie es aussehen muss. Das erschwert es dem Umsteiger von der PC/Mac-Lösung, dem das vielleicht zu weit geht.

Nucleus ist keine Konkurrenz für die Roon-Partner. Nucleus ist die Kerninfrastruktur für den optimalen Betrieb der Roon Core Software und der folgerichtige Schritt für den Umsteiger, der nur eben das will. Mit Nucleus können Roon-Anwender auf ihren PC/Mac verzichten und Roon Core mit einem Smartgerät steuern und bedienen. Nucleus enthält keinen DA-Wandler. Man kann keine CDs damit rippen, und eine Bedienungsmöglichkeit am Gerät gibt es auch nicht. Nucleus funktioniert ausschliesslich mit Roon Core.

Der Benutzer sieht auf Nucleus nicht, was gerade läuft. Man sieht nicht einmal eindeutig, ob Nucleus läuft. Eigentlich müssen Sie Nucleus gar nicht sehen. Es gibt nichts zu sehen, also ab in den Schrank damit. Aber das tut man nicht mit solchen Geräten, schliesslich kauft man sie nicht, um sie dann wegzusperren. Sie müssen etwas ausstrahlen, vielleicht sogar ein Mysterium sein. Man muss sich beim Anblick die Frage stellen können, wozu das Gerät gut ist. So ähnlich wie beim Monolithen in «A Space Odyssey 2001». Die Faszination des Unbekannten.

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