TESTBERICHT
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Vincent SV-237: by Frank Blöhbaum

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Das ist hohe Klangkultur mit einer Tendenz zur Wärme und einer gewissen Sattheit, die tendenziell analytischen Lautsprechern gut zu Diensten steht. Die Struktur ist keineswegs übermässig gefällig oder verschweigend. Das Cello von Wispelwey  schwelgt in seinem knorrigen Holz und zeigt nicht dieses übertriebene Volumen. Trotz prägnantem Grundton gibt es viel Luft um die Instrumente, und die anschwellende Stimme im Intro zu Ombra mai fu von Fleming erzeugt eine vibrierende Spannung, die ins Unterbewusstsein dringt. Johnny Cashs kratzende Stimme, eine Anomalie der Aufnahme, trägt eine gewisse Sanftheit in sich und die „Telecaster“  hat einen betörend schönen Anriss der Saiten. Der Verstärker spielt eher gegen hinten und schlägt nicht so ins Gesicht, wie heute oft zelebriert. An diesem Klang wurde gearbeitet.

Wer es mit der Demut von Röhren hat und bei Leistung und Basskontrolle keine Kompromisse eingehen will oder wer einfach nicht die passenden Lautsprecher für reine Röhrenverstärker sein Eigen nennt, der kommt hier sicher ans Ziel.