15. Dezember 2018 | seit 1999
TESTBERICHT
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Universell einsetzbar

Der Klipsch Heritage Headphone Amplifier ist nicht nur ein simpler Kopfhörer-Verstärker. Er kann auch als USB-DAC und als reiner Vorverstärker für Aktivboxen eingesetzt werden.

Mit einem Preis von 649 Franken liegt der Heritage Headphone Amplifier nicht höher als andere vergleichbare Produkte. Doch vom Design her unterscheidet er sich deutlich von Konkurrenzprodukten und macht ganz auf Klipsch Heritage.

Im Inneren wartet keine antike Röhrentechnik auf ihren Einsatz, sondern modernste Verstärker- und Wandlertechnik. Zudem bietet der Amplifier diverse Einsatzmöglichkeiten: als reiner Kopfhörerverstärker mit analogen und digitalen Eingängen, in Verbindung mit einem Notebook als USB-DAC und sogar als Vorverstärker für Aktivboxen. Für die letztgenannte Anwendung wird der Ausgangsschalter auf «Line» gestellt, der Verstärker schaltet dann den Kopfhörerausgang stumm und aktiviert den Line-Ausgang. Dieser kann entweder auf fixen oder variablen Pegel geschaltet werden.

Dieses Universalgenie hat analoge Cinch-Anschlüsse und je einen koaxialen und einen optischen Digital-Anschluss. Sein DA-Konverter arbeitet hinauf bis zu 192 kHz/24 Bit und ist DSD-tüchtig. Für den Kopfhörer stehen ein symmetrischer Anschluss mit XLR-Buchse und ein asymmetrischer Anschluss mit 6,3-mm-Klinkenbuchse bereit.

Ich gebe es gerne zu, da ich schon lange nicht mehr solch wunderschöne Geräte auszupacken hatte, zittern mir die Finger. Da steckt gerade beim Kopfhörer viel sorgfältige Handarbeit drin. Nur ja nicht fallen lassen oder zerkratzen! Dann endlich liegen die Geräte vor mir – und es kommen negative Erinnerungen an ähnliche High-End-Boliden auf. Es ist nicht das erste Mal, dass ich von sogenannten Kult-Geräten restlos enttäuscht worden bin. Da wurden total verfehlte Klangbilder als das einzig Wahre verkauft. Dementsprechend hitzig wurden die äusserst mühsamen Diskussionen mit gewissen High-End-Leuten. Gerade beim letzten High-End-Kopfhörer-Erlebnis ...na ja ... vergessen, oder besser verdrängen wir das ...

Und so habe ich es mit dem Inbetriebnehmen der Geräte recht eilig. Als erstes finde ich kein Kabel mit XLR-Anschluss, sondern nur zwei Kabel mit je einem 3,5- und einem 6,3-mm-Klinkenstecker. Laut Ugo Kratter, Klipsch-Verantwortlicher beim Schweizer Importeur Novis, sei ein Betrieb des Hörers via symmetrischem XLR-Anschluss nicht vorgesehen. Dieser sei für symmetrisch geschaltete Fremdprodukte gedacht. Wie es allerdings auf diversen Fotos von Klipsch dazu gekommen ist, dass der HP-3 an den XLR-Anschluss geschaltet worden ist, bleibt vorerst ein Rätsel.

Nun steigt die Spannung ins Unerträgliche! Doch bevor endlich die ersten Takte Musik erklingen, gibt es eine neue Hürde zu nehmen. Laut Manual sollte der Benutzer, bevor er den Amp als USB-DAC einsetzt, erst mal den entsprechenden Treiber von der Klipsch-Website downloaden. Doch der Treiber steht nur in einer Windows-Version zur Verfügung. Also nehme ich an, dass der Treiber mit MAC – wie bei so vielen anderen USB-DACs – bereits integriert ist. Und so ist es auch. Der Audirvana-Plus-Player auf meinem MacBook Pro erkennt den Headphone-Amp sofort – und das Konzert kann endlich beginnen.

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