TESTBERICHT
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Test Audiolab M-DAC mini

Die mitgelieferte Systemfernbedienung ist ebenfalls kein Ruhmesblatt. So fehlen Direktwahltasten für die vier Digital- und zwei Analogeingänge. Man muss entsprechend oft auf einen Knopf drücken, bis der gewünschte Eingang durchgeschaltet wird. Der einzige visuelle Anhaltspunkt dabei sind kleine LEDs auf der Gerätefront, nebst winzigen Beschriftungen (D1 bis D4, A1 und MP), die aus der Ferne kaum ablesbar sind.

Dennoch hat man das Gerät nach kurzer Eingewöhnungszeit sicher im Griff und schätzt sowohl die fernbedienbare Lautstärke wie auch Ein-/Ausschaltung. Die Anschlussperipherie kann sich mit insgesamt sechs Eingängen sehen lassen. Sinn machen auch die doppelt vorhandenen Cinch-Ausgänge – ein Paar mit fixem Pegel, das andere Paar regelbar. Das Fehlen von symmetrischen XLR-Ausgängen ist sicher verschmerzbar. Hingegen hätte sich manch einer einen zweiten Kopfhörerausgang gewünscht. Im Unterschied etwa zum Audiolab werden die Cinch-Ausgänge beim Einstöpseln des Kopfhörers nicht stumm geschaltet.

Punkto Technik und Innenleben kann sich der Neo 230 HAD wahrlich sehen lassen. Wie von Moon nicht anders gewohnt: ein blitzsaubere Aufbau wie aus dem High-End-Bilderbuch. Das aufwändige Linearnetzteil punktet mit gekapseltem Trafo und einer Filterkapazität von über 13‘000 µF. Die mit bipolaren Transistoren diskret aufgebaute Ausgangsstufe hat dank einer Ausgangsimpedanz von nur 1,3 Ohm auch niederohmige Hörer bestens im Griff. Als DAC kommt ein Sabre 9018K2M aus der „Reference“-Serie von ESS zum Einsatz. Moon verzichtet auf variable Digitalfilter.

Im Einsatz als DA-Wandler zeigt er sich – wohl auch durch den Einsatz eines Sabre-32-Bit-DACs – auf der Höhe der Zeit und verhalf der Wiedergabekette nicht nur bei HiRes zu ausgesprochen feinem, differenziertem Klang. Im direkten Vergleich mit dem Moon Neo 230 HAD erwies er sich als etwas weniger analytisch, dafür im Hochtonbereich fast schon zart und lieblich abgestimmt. So ist er weniger der Typ «Draufgänger», als vielmehr ein Klangästhet, der auch weniger gute 16-Bit-Aufnahmen noch geniessbar aufbereitet.

Die räumliche Abbildung ist nicht so sehr auf Nahzeichnung und Konturenschärfe fokussiert, sondern bettet Solisten und Einzelinstrumente ins musikalische Gesamtgeschehen ein – ohne dass ihr individueller Charakter verlorenginge. Insgesamt klingt eine analytische Anlage mit dem Audiolab etwas weniger vordergründig und vital, zeigt aber sehr schöne Klangfarben und eine gute Tiefenstaffelung des Musikgeschehens.

Im Einsatz als Kopfhörerverstärker blieben die oben genannten Tugenden weitgehend erhalten. Die tendenziell diskrete Hochtonwiedergabe kam einem (eher analytischen) AKG K701 sehr zu Gute. Dieser klingt an schwachbrüstigen Kopfhörerausgängen oft etwas blutleer und schwach im Tieftonbereich. Nicht so am M-DAC mini, der ihm einen druckvollen, tiefreichenden Bass und wohldosierte Höhen spendierte.

Mühe hatte der netzunabhängige Engländer mit dem niederohmigen Fidelio X1, der etwas dickbauchig und zu wenig quirlig rüberkam. Am hochohmigen Beyerdynamic war die Welt hingegen wieder voll in Ordnung. Die Pegelreserven sind üppig: Wer einen empfindlichen Portable-Hörer anschliesst, wird den Lautstärkeregler meist am unteren Ende bewegen.

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