TESTBERICHT
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Philips Fidelio M2 – alles drin

Philips hat alles in den Fidelio M2 eingebaut. Da gibt es nichts mehr zu tunen, aber man erhält viel Klang fürs Geld.Philips hat alles in den Fidelio M2 eingebaut. Da gibt es nichts mehr zu tunen, aber man erhält viel Klang fürs Geld.

Der Fidelio M2 wirkt recht edel, beledert, nicht wuchtig und wohl proportioniert. Die Andruckkraft des On-Ear-Kopfhörers ist etwas stark ausgefallen, muss man feststellen. Die Testpersonen haben aber auch eine Hutgrösse, die sich sehen lassen kann. Der Philips kommt ohne Adapter und spezielle Kabel aus. Er wurde für den Lightning-Anschluss gebaut und sein Preis ist mit 379 CHF moderat.

Die weite, grosse Klangbühne überrascht. Das ist ein echtes Highlight. Die Tiefe lässt etwas zu wünschen übrig und die Ortungsschärfe oder die Genauigkeit der Abbildung sind in Relation zum Preis als gut zu bewerten.

Der Mittelton ist absolut nicht zu bemängeln, aber der Fidelio ist sehr bassfidel, kraftvoll und unbändig. Das kann und wird Gefallen finden, dessen sind wir uns sicher. Er ist der bassstärkste Kopfhörer im Test. Der Hochton ist hingegen ab 7kHz stark abfallend. Dies und die Bassbetonung führen zu einer Akzentuierung des Grundtonbereichs und damit zu einem warmen, dunklen Timbre.

Erstaunlich ist hingegen, dass der Klang nicht an Detail und Transparenz verliert. Man kann deshalb eher von einer Eigenschaft sprechen und nicht von einem Mangel.

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Mit Benjamin von Kaenel

Apple erschreckte die Audio-Gemeinde nachhaltig mit dem Verzicht auf die 3.5-mm-Klinkenbuchse für Kopfhörer ab iPhone 7. Apple verzichtet aber nicht nur auf einen profanen Stecker. Man verzichtet auf die D/A-Wandlung im iPhone und anderen Geräten dieser Art und auf den integrierten Kopfhörer-Vorverstärker.

Diese Funktionen sollen künftig den Herstellern von Kopfhörern überantwortet werden, und dazu gehört auch Apple selbst. Das macht durchaus Sinn. Jeder Hersteller kann diese qualitätsrelevanten Funktionen nun selber kontrollieren und man braucht sich nicht mehr über fehlendes audiophiles Gespür bei Apple zu beklagen.

Ob der digitale Strom an Musikdaten nun verkabelt via Lightning-Stecker oder kabellos mit BlueTooth abgegriffen wird, ist unerheblich. Man bekommt immerhin die Daten geliefert und kann damit das Bestmögliche machen oder einfach das, was die Konsumenten als "bestmöglich" empfinden. Das war nicht immer so: Lange Zeit musste man mit dem analogen Signal vom iPhone im wahrsten Sinne des Wortes vorliebnehmen.

Bluetooth ist praktisch und mit aptX sogar ziemlich gut. Von aptX will Apple nichts wissen. Ob man Kopfhörer kabellos betreiben will, hängt von der Nutzung ab. Das Kabel bringt jedenfalls die bessere Qualität, deshalb befasst sich unser Test mit Kopfhörern, die mit Kabel und Lightning-Stecker betrieben werden.

Wer nun um seinen Lieblingskopfhörer fürchtet, an dessen Kabelende ein Klinkenstecker hängt, der darf beruhigt zur Kenntnis nehmen, dass eine grosse Auswahl passender Adapter zur Verfügung stehen wird. Die Kopfhörer-Hersteller reagierten auf das Apple-Diktat denn auch recht gelassen und so liefert man heute mehrheitlich ein Adapterkabel mit. Der einfachste Weg, bisherige Kopfhörer-Modelle Lightning-fähig zu machen und pragmatisch dazu. Schliesslich gibt es auch noch Android-Smartphones.

Die Entscheidung von Apple hat dazu beigetragen, dass nun jeder weiss, wo seine Kompetenz liegt. Es wurde Klarheit geschaffen.

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