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Testbericht · Audeze LLC. · In-Ear-Kopfhörer

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Test von fünf Kopfhörern für iPhone 7

Von Christian Wenger · · Seite 5 von 9

Audeze I-Sine20 – für den Cyborg

Wenn man die Blicke auf sich ziehen will, dann ist man damit gut bedient.Wenn man die Blicke auf sich ziehen will, dann ist man damit gut bedient.

Der AMT verwendet eine lamellenartig gefaltete Membran, die sich analog zu den Musikschwingungen wie eine Ziehharmonika zusammenzieht und wieder ausdehnt. Dabei wird die Luft in Form von Schallwellen aus den Falten herausgepresst und beschleunigt: Bezogen auf eine definierte Fläche kann die Membran deutlich mehr Luft in Bewegung versetzen als die plane Folie eines Bändchens oder Magnetostaten. Nicht nur der Wirkungsgrad profitiert davon; Air Motion Transformer zeichnen sich zudem durch sehr geringe Verzerrungen sowie überlegene Fein- und Grobdyamik aus. Hörtests beweisen immer wieder, dass mit AMTs eine mühelose und anspringende Hochtonwiedergabe realisiert werden kann. So hat auch schon das Vorgängermodell JET 3 von Elac seine Meriten hinlänglich unter Beweise gestellt; der neue JET 5 ist noch tiefer ankoppelbar und soll insgesamt pflegeleichter sein.

Ihre hohe Klangkultur verdankt die Box in erster Linie den JET-HochtönernIhre hohe Klangkultur verdankt die Box in erster Linie den JET-Hochtönern

Audeze komprimiert das bewährte magnetostatische Funktionsprinzip verwegen in eine In-Ear-Bauweise und erzeugt mit einem spannenden Design, einer Mischung von Retro-Lochblech und Futurismus einen "Habenwollen-Effekt". Wenn da nur nicht 649 CHF auf dem Preisschild stünden. Immerhin kennt der gut informierte Kopfhörer-Aficionado High-End-In-Ears, die deutlich teurer sind.

Die damit gehörte Musikdarbietung ist aber nicht von schlechten Eltern und genau das Richtige für den Kenner, der mit den grossen Überohr-Kannen nicht warm werden will. Man geniesst eine räumliche Darstellung, die sich vor allem durch eine wunderbare Ortungsschärfe auszeichnet. Das bringt die Präsenz der Musiker so richtig ins Bewusstsein. Macht sie lebendig. Man kann gut damit leben, dass die räumlichen Dimensionen nicht überaus gross sind, aber gleichmässig, mit einer Tendenz zu einer hohen Klangbühne.

Der Bassbereich ist kraftvoll, kontrolliert und linear und damit eher unauffällig. Bass-Boost für Bass-Fetischisten überlässt man den Equalizern in den Abspielgeräten. Dort gehören Klanganpassungen auch hin. In den Schallwandlern haben sie nichts zu suchen. Punkt. Beim Mitteltonbereich sind keine Auffälligkeiten zu vermelden, also weder Highlights noch Schwächen.

Die Höhen kommen leicht und luftig, geradezu perlend ins Bewusststen. Für einige vielleicht etwas zu präsent, abhängig von Hörpräferenzen und den Klangeigenschaften der Aufnahmen. Die Auflösung des Klanggeschehens ist sehr gut, nicht exzessiv und auch sehr geeignet für Klassik und Choräle.

Der Autor Christian Wenger

Christian Wenger war Elektrotechniker und Marketingfachmann in der Industrielektronik und Inhaber von InConcert Audio in Olten. Von 2013 bis 2024 schrieb er als Redaktor für avguide.ch. Heute lebt der Connaisseur und Weinliebhaber pensioniert in Südfrankreich und bleibt Mitinhaber der avguide.ch GmbH.

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