TESTBERICHT
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Dali Kubik One – ist auch eine Soundbar

Bei der Kubik One verzichtet der Hersteller auf einen separaten Subwoofer. Die relativ grosse und mit knapp 10 kg Lebendgewicht sehr schwere Soundbar ist ein Vollbereichs-Lautsprecher und reproduziert somit auch den Bass. Bei der Kubik One verzichtet der Hersteller auf einen separaten Subwoofer. Die relativ grosse und mit knapp 10 kg Lebendgewicht sehr schwere Soundbar ist ein Vollbereichs-Lautsprecher und reproduziert somit auch den Bass.

Die Kubik One des dänischen Lautsprecherspezialisten Dali ist in erster Linie ein guter aktiver Lautsprecher zum Musikhören und hat eher "zufälligerweise" die Form einer Soundbar. Dass er ganz und gar keine "normale" 08/15-Soundbar ist, merkt man nicht nur am stattlichen Preis von 1190 Franken. Bei der Kubik One verzichtet der Hersteller auf einen separaten Subwoofer. Die relativ grosse und mit knapp 10 kg Lebendgewicht sehr schwere Soundbar ist ein Vollbereichs-Lautsprecher und reproduziert somit auch den Bass. Wird dieser schwere Soundbalken an die Wand montiert, sollte der Spezialist herbeigerufen werden, denn im Falle eines Falles...

Audiophiler Soundbalken

Wie schon eingangs erwähnt, lassen sich die hier getesteten Soundbar-Subwoofer-Systeme in drei Gruppen einteilen. Die Soundbars der ersten Gruppe sind nicht netzwerkfähig und werden allesamt von namhaften HiFi-Spezialisten mit Tradition angeboten. Sie bieten denn auch alle eine bemerkenswert gute Klangqualität, dies sowohl bei reinem Musikhören als auch im Pantoffelkino.

Cantons DM-900-Soundbar-Subwoofer-System ist mit einem Preis von 1190 Franken nicht gerade billig und bietet keine HDMI-Anschlüsse. Dafür glänzt dieses unglaublich kompakte, mit Liebe und Sorgfalt verarbeitete System durch tadellosen Klang und einen echt beeindruckenden 3D-Raumeffekt.

Mit einem Klipsch-typischen, vital anspringenden Klang wartet das recht korpulente und zu einem Preis von 999 Franken angebotene R-20B-Soundbar-Subwoofersystem auf. Auch dieses System bietet keine HDMI-Anschlüsse und klingt bei Musik und im Heimkino sehr vital und kraftvoll. Lediglich der 3D-Modus lässt klanglich zu wünschen übrig.

Die SB26-Soundbar von Harman/Kardon kostet 765 Franken, ist zwar nicht netzwerktüchtig, verfügt jedoch über HDMI-Anschlüsse und lieferte den linearsten Frequenzgang. Ihr Subwoofer ist wie ein echtes HiFi-Gerät an die Soundbar anpassbar. Dementsprechend präzise, ja geradezu hifi-würdig ist der Klang.

Die Dali Kubik One ist eigentlich ein sehr guter aktiver und bemerkenswert schwerer HiFi-Lautsprecher zu einem Preis von 1199 Franken, der fast zufälligerweise die Form einer Soundbar hat und ohne Subwoofer auskommt. Er bietet nicht die heimkinotypischen Features wie 3D-Klang, Nachmodus oder Dialog-Verbesserer, klingt dafür hifi-mässig gut.

Dank den entsprechenden Zusatzlautsprechern der ALL-Serie kann das SC-ALL70T von Panasonic auf ein echtes 5.1-Surround-System erweitert werden. Mit seiner Netzwerktauglichkeit kann es aber auch als Mediazentrale in einem Multiroom-Setup dienen. Die sehr vielseitige Soundbar bekommt man zu einem überaus günstigen Preis von 551 Franken.

Obwohl die Sony-Soundbar HT-NT5 für 829 Franken als "2.1-Kanal-Soundbar mit High-Resolution-Audio/Wi-Fi" angepriesen wird, stellt sie aufgrund ihres relativ früh abfallenden Hoch- und Obertonbereichs ihr High-Resolution-Prädikat infrage. Im Heimkino bei Movie-Sounds macht die universell einsetzbare und netzwerktaugliche Soundbar eine klar bessere Figur als beim Anhören anspruchsvoller Musik.

Zur dritten Gruppe gehört das Heos-Home-Cinema-System von Denon. Es kostet 849 Franken und funktioniert nur im Heimnetzwerk. Dieses topmodere Soundbar-Subwoofersystem gehört zu einer grossen Familie von netzwerk- und multiroomtauglichen Lautsprechern und bietet sowohl bei reinem Musikhören als auch im Heimkino einen ausgewogenen, sauberen und angenehmen Klang.

Messungen

Das Messprotokoll zeigt sofort: Das ist eine audiophile HiFi-Box und kein typischer Home-Cinema-Lautsprecher mit Show-Effekt. Der Verlauf ist sehr linear und zeigt keine Resonanzen. Der Bass reicht sehr tief hinunter und am oberen Ende spielen die Hochtöner bis über 20 kHz zum brillanten Konzert auf. Der Bass ist je nach Platzierung mit +/- 2 dB anpassbar.

Musik

Das Kubik-One-Soundbar-System kann auch ohne TV als hochwertiger Aktivlautsprecher für reinen Musikbetrieb eingesetzt werden.Das Kubik-One-Soundbar-System kann auch ohne TV als hochwertiger Aktivlautsprecher für reinen Musikbetrieb eingesetzt werden.

Bei anspruchsvoller Klassik zeigt dieser Klangbalken sofort seine Klasse: hell, frisch und mit tadelloser Feinzeichnung bringt er Kammermusik. Die hohen Streicherlagen wirken wohl sehr hell, aber nicht unangenehm grell. Bis tief hinunter erklingt der Kontrabass beim "Forellen-Quintett" von Franz Schubert. Und dies absolut ohne Subwoofer! Egal ob Klavier, Gesang, oder gewaltig brausende Orgelmusik, die Kubik One beweist immer wieder aufs Neue, dass sie eine sehr gute, kompakte Aktivbox ist. Und wenns dann hart auf hart bei rockigem Sound zugeht, zeigt die Kubik One, dass sie ganz und gar nicht zimperlich ist. Dann knallen die Gitarren-Riffs und Drum-Kicks durch den Abhörraum, dass es eine wahre Freude ist.

Movie

Die Kubik One lässt den Sound guter Soundtracks "nur" stereofon, also ohne zusätzliche Klangshow erklingen. Ist der Sound gerade bei älteren Filmen grell und nicht sehr angenehm, kommt das auch so beim Hörer an. Da gibt es keine "Klangaufbesserer", die künstlich etwas Raum und Schmeichelsound hinzuzaubern.  Dafür wirkt der Klang bei guten Soundtracks authentisch, sauber und absolut vital. Die Soundbar kann verblüffend hohe Pegel abgeben und ist vor Überlast gut  geschützt.

Fazit

Pantoffelkino für Klang-Puristen! Die Kubik One ist keine typische 08/15-Soundbar. Obwohl sie von Smartphones & Co. via Bluetooth und ab PC/Mac via USB-Port angesteuert werden kann, ist sie weder netzwerktauglich, noch hat sie die TV-typischen HDMI-Anschlüsse oder gar einen 3D-Modus. Die Kubik One ist eine wirklich gute Aktivbox, die jedoch auch im Pantoffelkino eingesetzt werden kann.