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Publikationsdatum
15. Juni 2026
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Eine kompakte All-in-One-Lösung fürs Wohnzimmer hatte Dynaudio bisher nicht in seinem umfangreichen Programm an Lautsprechern für Heimanwender und Studioprofis. Die Dänen aus Skanderborg, 1977 gegründet – im nächsten Jahr wird Dynaudio 50 Jahre alt –, bauen ihre Chassis seit jeher selbst. Einst gab es diese auch einzeln für den Selbstbau zu kaufen.

Bis zum fertigen Produkt brauchte Dynaudio mehrere Anläufe. Erstmals zeigte Dynaudio die All-in-One-Soundbar als Designstudie an der CEDIA 2024. An der CES 2025 stand eine überarbeitete Version, jetzt mit Elektronik im Gehäuse, aber weiterhin nur als Konzept und in geschlossenen Vorführungen. Damals nannte Dynaudio einen Marktstart 2025 und einen Preis um 20'000 US-Dollar. Beides kam anders. Erst jetzt, rund anderthalb Jahre später, geht die All-in-One-Soundbar in Serie, und zwar als Opus One statt Symphony Opus One.

Das System ist gut 186 Zentimeter breit und passt damit unter Fernseher mit 83 bis 85 Zoll. Es wiegt 45 Kilogramm, ist aber nur 24 Zentimeter hoch und 21 Zentimeter tief. Den Rahmen fräst Dynaudio aus einem einzigen Block Flugzeug-Aluminium und bezieht ihn mit einem Wollstoff im nordischen Stil. Drei Ausführungen stehen zur Wahl, nämlich Weisseiche, Nussbaum und Aluminium natur. Auffällig sind die 72 motorisierten Holzlamellen, gefertigt vom japanischen Möbelhersteller Karimoku. Sie bewegen sich einzeln und zeigen den aktiven Klangmodus an. Im reinen Stereobetrieb sollen Teile davon geschlossen bleiben. Dieses bewegliche Holzdisplay ist mehr Schau als Akustik.

Hinter den Lamellen sitzen 24 Treiber, nämlich sechs Gewebehochtöner, 14 Tief-Mitteltöner und vier Subwoofer. Einige strahlen nach oben und zur Seite ab. So soll der Klang den ganzen Raum füllen, für Musik, Film und Spiele. Die vier Subwoofer arbeiten mit je zwei gegenüberliegenden Membranen. Das soll Vibrationen im Gehäuse gegenseitig aufheben und Resonanzen dämpfen. Den Antrieb liefert eine digitale Class-D-Endstufe mit 1500 Watt. Class-D heisst, der Verstärker schaltet, statt zu regeln, erzeugt wenig Abwärme und bringt viel Leistung auf wenig Raum. Den räumlichen Klang berechnet eine eigene Software von Dynaudio.

In der mitgelieferten Fernbedienung steckt ein Mikrofon. Bei der Einrichtung hört es, wo das Gerät steht. Danach passe das System den Klang an die Position an und gleiche Raumeinflüsse aus. Drahtlose Subwoofer und Surround-Lautsprecher will Dynaudio später nachreichen.

Mit umgerechnet rund 12'000 Franken Grundpreis richtet sich Opus One an ein Publikum, das bereit ist, in ein Premiumprodukt zu investieren. Einen offiziellen Schweizer Preis nennt Dynaudio noch nicht, der Frankenbetrag ist aus dem Euro-Preis von rund 13'000 abgeleitet.

Aktive All-in-One-Systeme und Soundbars dehnen sich seit einiger Zeit in höhere Preislagen aus. Den Anfang machten Bang & Olufsen, etwa mit der Beosound Theatre, und Marantz mit dem Horizon, der hierzulande rund 3500 Franken kostet. Kürzlich kam Dali mit dem Vega dazu, dem ersten vollaktiven Komplettsystem der Marke, das in der Schweiz knapp unter 3000 Franken liegen dürfte. Das Opus One zieht die Grenze nun deutlich nach oben.

Vieles ist noch offen. Zu den Anschlüssen sagt Dynaudio kaum etwas. Auch wie HDMI, Streaming und der analoge Eingang umgesetzt sind, bleibt unklar. Ob die aufwendige Mechanik der Lamellen über Jahre hält, muss sich zeigen. Verkauft wird zunächst nur in Dänemark und in China, weitere Länder folgen später.