Panasonic SC-ALL70T – Sound überALL
Die netzwerkfähige Panasonic-SC-ALL70T-Soundbar arbeitet als einziges System dieses Vergleichs mit einem 3.1-System. Ob ihr das zum Sieg verhilft, zeigt der Test.Der Anwendungsbereich der SC-ALL70T-Soundbar von Panasonic geht weit über das Pantoffelkino hinaus. Dank der Netzwerktauglichkeit und entsprechenden Zusatzlautsprechern der Panasonic-ALL-Serie, kann es auf ein echtes 5.1-Surround-System ausgebaut und auch als Mediazentrale in ein Multiroom-System eingefügt werden. Dies zu einem überaus günstigen Preis von 551 Franken.
Soundbar als Mediazentrale
Wie schon eingangs erwähnt, lassen sich die hier getesteten Soundbar-Subwoofer-Systeme in drei Gruppen einteilen. Die Soundbars der ersten Gruppe sind nicht netzwerkfähig und werden allesamt von namhaften HiFi-Spezialisten mit Tradition angeboten. Sie bieten denn auch alle eine bemerkenswert gute Klangqualität, dies sowohl bei reinem Musikhören als auch im Pantoffelkino.
Cantons DM-900-Soundbar-Subwoofer-System ist mit einem Preis von 1190 Franken nicht gerade billig und bietet keine HDMI-Anschlüsse. Dafür glänzt dieses unglaublich kompakte, mit Liebe und Sorgfalt verarbeitete System durch tadellosen Klang und einen echt beeindruckenden 3D-Raumeffekt.
Mit einem Klipsch-typischen, vital anspringenden Klang wartet das recht korpulente und zu einem Preis von 999 Franken angebotene R-20B-Soundbar-Subwoofersystem auf. Auch dieses System bietet keine HDMI-Anschlüsse und klingt bei Musik und im Heimkino sehr vital und kraftvoll. Lediglich der 3D-Modus lässt klanglich zu wünschen übrig.
Die SB26-Soundbar von Harman/Kardon kostet 765 Franken, ist zwar nicht netzwerktüchtig, verfügt jedoch über HDMI-Anschlüsse und lieferte den linearsten Frequenzgang. Ihr Subwoofer ist wie ein echtes HiFi-Gerät an die Soundbar anpassbar. Dementsprechend präzise, ja geradezu hifi-würdig ist der Klang.
Die Dali Kubik One ist eigentlich ein sehr guter aktiver und bemerkenswert schwerer HiFi-Lautsprecher zu einem Preis von 1199 Franken, der fast zufälligerweise die Form einer Soundbar hat und ohne Subwoofer auskommt. Er bietet nicht die heimkinotypischen Features wie 3D-Klang, Nachmodus oder Dialog-Verbesserer, klingt dafür hifi-mässig gut.
Dank den entsprechenden Zusatzlautsprechern der ALL-Serie kann das SC-ALL70T von Panasonic auf ein echtes 5.1-Surround-System erweitert werden. Mit seiner Netzwerktauglichkeit kann es aber auch als Mediazentrale in einem Multiroom-Setup dienen. Die sehr vielseitige Soundbar bekommt man zu einem überaus günstigen Preis von 551 Franken.
Obwohl die Sony-Soundbar HT-NT5 für 829 Franken als "2.1-Kanal-Soundbar mit High-Resolution-Audio/Wi-Fi" angepriesen wird, stellt sie aufgrund ihres relativ früh abfallenden Hoch- und Obertonbereichs ihr High-Resolution-Prädikat infrage. Im Heimkino bei Movie-Sounds macht die universell einsetzbare und netzwerktaugliche Soundbar eine klar bessere Figur als beim Anhören anspruchsvoller Musik.
Zur dritten Gruppe gehört das Heos-Home-Cinema-System von Denon. Es kostet 849 Franken und funktioniert nur im Heimnetzwerk. Dieses topmodere Soundbar-Subwoofersystem gehört zu einer grossen Familie von netzwerk- und multiroomtauglichen Lautsprechern und bietet sowohl bei reinem Musikhören als auch im Heimkino einen ausgewogenen, sauberen und angenehmen Klang.
Messungen
Die Frequenzgänge unterscheiden sich, ob die Soundbar liegend oder hochkant betrieben wird. Das wird sich auch klanglich äussern. Der Frequenzverlauf ist bis zu 10 kHz recht linear, wenn die Lautsprecher liegend betrieben werden. Hochkant platziert, verläuft der Frequenzgang recht unruhig. Der Subwoofer ist mit seinen drei Pegelstufen gut an die Soundbar anpassbar. Bei den Soundmenüs wird der Frequenzgang je nach Programm verändert: Bei Music zum Beispiel wird ganz einfach der Bass abgehoben. Dabei klingen die diversen Menüs unterschiedlich laut, was man locker hätte anpassen können. Rein messtechnisch gesehen entspricht die Soundbar gewiss nicht einem HiFi-Lautsprecher, doch bei einer Soundbar können die Resultate genügen.
Musik
Anspruchsvolle Musik erklingt bei liegender Platzierung nicht sehr verfärbungsarm, aber auch nicht unangenehm. Doch da bestehen zu echten HiFi-Boxen deutlich hörbare, qualitative Unterschiede. Wird die Soundbar liegend betrieben, resultiert ein etwas diffuser, aber sehr räumlicher Klang.
Hochkant an der Wand montiert, wirkt der Sound nicht mehr so angenehm, dafür präsenter und recht akzeptabel. Mittels der Klangprogramme kann der Klang recht gut dem persönlichen Geschmack angepasst werden. So zum Beispiel auf Music, wo der Bass deutlich angehoben wird. Dies kann sich bei eher bassarmen Aufnahmen positiv, bei anderen aber auch negativ äussern.
Der Subwoofer geht bis tief in den Keller. Seine Impulse kommen jedoch eher weich, aber noch befriedigend präzis. Der 3D-Modus funktioniert auch bei Stereo bemerkenswert gut. Klar ist das eine Spielerei, aber eine wirkungsvolle.
Movies
Wird die Soundbar liegend platziert, scheint der Klang direkt aus dem TV-Bild zu kommen, ja sogar über das Bild hinauszuragen.Der Klang erscheint, wie schon bei der reinen Musikwiedergabe festgestellt, leicht diffus, dafür vollkommen von der Soundbar gelöst. Gute Soundtracks kommen weiträumig und mit guter Tiefenstaffelung zur Geltung. Der Bass wirkt nicht gerade knochentrocken, aber recht tief. Die Sprachverständlichkeit ist trotz dem leicht diffusen Einschlag gut. Bei dementsprechend guten Movies entsteht ein überzeugendes cineastisches Erlebnis.
Direkter und präsenter wird der Klang, wenn die Soundbar an die Wand gehängt wird und somit die Zuhörer direkt anstrahlt. Der angenehm weiche Klang, der bei liegender Platzierung gefällt, wird härter, aber auch klarer. Und das ist nur reine Geschmacksache, was man als angenehmer empfindet. Wer relativ nahe an der Soundbar sitzt, sollte die liegende Aufstellung bevorzugen. Für grössere Hördistanzen empfiehlt sich die Montage an die Wand. Auch etwas höhere, aber gewiss nicht brachiale Pegel sind für das System kein Problem. So konnte es an einem Vereinsanlass einen kleinen Saal mit dem Soundtrack des Jahresrückblick-Videos vollkommen ausreichend beschallen.
Fazit
Topmodernes, gut ausgestattetes und netzwerkfähiges Soundbar-Subwoofer-System mit guten Ausbaumöglichkeiten für Multiroom-Anwendungen. Nicht gerade highfidele, aber doch akzeptable klangliche Eigenschaften zum reinen Musikhören und bemerkenswert gute Leistungen im Pantoffelkino.

Alle Themen



