Firmenmuseen haben es schwer. Sie kosten Geld, bringen keinen Umsatz und verschwinden meist dann, wenn gespart wird. Studer und Revox erlebten das 2009, als das offizielle Werkmuseum aufgegeben wurde. Was blieb, war der Einsatz eines Einzelnen. Walter Stutz begann damals, Geräte der beiden Schweizer Audiofirmen zusammenzutragen, und baute über Jahre die private Sammlung Studer Revox Museum auf.
Diese Sammlung hat nun einen rechtlichen Rahmen. Im Juni 2026 wurde die Gründungsurkunde der Revox World Foundation notariell beglaubigt. Die Stiftung verfolge ausschliesslich gemeinnützige Zwecke, heisst es in der Mitteilung. Sie soll mechanische Musikabspielgeräte beschaffen, sammeln, pflegen und ausstellen, mit Schwerpunkt auf der Marke Revox. Vorgesehen ist ein öffentlich zugängliches Museum im Kanton Zürich. Geführt wird die Stiftung von einem Stiftungsrat.
Der Bestand ist beachtlich. Rund 800 Geräte aus der Sammlung Stutz sind eingebracht worden, dazu Unterlagen, Ordner, Fotos, Messgeräte und Prototypen. Gerade dieses Beiwerk entscheidet oft darüber, ob alte Technik in zwanzig Jahren noch instandgesetzt werden kann. Ohne Serviceunterlagen und Messmittel ist eine Bandmaschine irgendwann nur noch ein Möbelstück.
Walter Stutz führt eine Bandmaschine vor. Über Jahre hat er die Sammlung mit Ausdauer und Leidenschaft aufgebaut. In der Revox World hat sein Vermächtnis nun einen festen Platz gefunden, und die Stiftung sichert es über seine Zeit hinaus.Der Ausstellungsort existiert bereits. Die Revox World in Dietikon eröffnete im Sommer 2025 auf über 1000 Quadratmetern im Atrium am Sitz von Revox Schweiz. Gezeigt wird die Entwicklung beider Marken seit 1948. Bandmaschinen aus den Anfangsjahren stehen dort neben Mischpulten aus Rundfunkstudios und aktuellen Geräten. Willi Studer, Gründer beider Firmen, hatte Revox im Heimbereich und Studer in der Studiotechnik positioniert. Der grösste Teil der Exponate sei funktionstüchtig, und vieles werde live vorgeführt.
Wer hinfahren will, braucht allerdings Geduld. Seit dem 25. Mai 2026 ist die Revox World wegen Umbauarbeiten am Gebäude geschlossen, voraussichtlich bis Ende November 2026. Danach soll sie jeweils am Donnerstag von 13.30 bis 16.30 Uhr öffnen, mit Fachleuten vor Ort. Anmeldungen laufen über revox-world.com oder per Mail an info@revox.ch.
Ein paar Fragen bleiben offen. Die Mitteilung nennt weder die Mitglieder des Stiftungsrats noch das Stiftungskapital. Auch das Verhältnis zwischen Stiftung und Revox Gruppe wird nicht erläutert, obwohl die Sammlung am Firmensitz steht und die Stiftung den Markennamen trägt. Eine Stiftung, die vom operativen Geschäft abhängt, ist nur begrenzt unabhängig. Und drei Stunden pro Woche sind für ein öffentlich zugängliches Museum nicht viel.
Blick ins Atrium am Sitz von Revox Schweiz in Dietikon. Auf über 1000 Quadratmetern reihen sich Mischpulte aus Rundfunkstudios, Bandmaschinen und Regale mit Unterlagen entlang der Zeitachse ab 1948.
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