Nikon zeigt Mut. Die neue Vollformatkamera Z 9 besitzt nicht nur keinen Spiegel, sondern verzichtet auch komplett auf einen mechanischen Verschluss. Die Belichtung erfolgt rein elektronisch. Dies hat es im Profibereich bislang noch nie gegeben.
Auch bei Geschwindigkeit und Auflösung geht die Nikon Z 9 neue Wege. Wo andere Hersteller entweder Modelle mit schnellen Serienbildern bei niedriger Auflösung oder hoher Auflösung bei niedriger Geschwindigkeit anbieten, kombiniert die Z 9 einfach beides.
Die Kamera schiesst bis zu 20 Bilder pro Sekunde in voller 45-Megapixel-Auflösung, im JPEG- und RAW-Format. Wer dies bisher wollte, musste zu deutlich teureren Kameras wie etwa der Sony Alpha 1 greifen.
Wer nur JPEGs in voller Auflösung benötigt, kann mit der Nikon Z 9 auch mit 30 Bildern pro Sekunde fotografieren oder in reduzierter 11 Megapixelgrösse sogar mit irrwitzigen 120 Bildern pro Sekunde.
Weitere technische Leckerbissen sind eine Verschlusszeit von bis zu 1/32'000stel Sekunde, ein ISO-Wert bis 102'400, 8K- und 4K-Videoaufnahmen über 2 Stunden am Stück ohne Überhitzung sowie 4K-Videos im ProRes-422-HQ-10-bit-Format. HLG- und N-Log-Aufnahmen sind selbstverständlich auch möglich.
Die Anzahl Autofokus-Messfelder wurden gegenüber der Nikon Z 7 II erheblich vergrössert und die Motiverkennung dank Deep-Learning-KI stark verbessert. Die elektronische Sucheranzeige ist erstaunlich hell und bietet eine kontinuierliche Echtzeitdarstellung.
Die ganze Technik wurde in ein robustes Gehäuse verpackt und wettergeschützt versiegelt. Wie schon bei der digitalen Spiegelreflexkamera Nikon D 6 sorgt auch bei der Z 9 ein tiefer Griff für sicheren Halt bei horizontalen und vertikalen Aufnahmen.
Die Nikon Z 9 kostet 6799 Franken. Dieser Preis mag für viele Hobby- und Amateurfotografen erstaunlich hoch erscheinen, doch Profis kalkulieren anders. Die Kamera ist für sie ein Werkzeug, mit dem sie ihren Lebensunterhalt verdienen müssen. Zudem hat die Nikon D 6 bei ihrer Einführung auch über 7000 Franken gekostet. So gesehen ist die neue Z 9 mit ihrer sensationellen Ausstattung fast schon ein Schnäppchen.
Mehrschichtig und rückseitig belichtet: Die Nikon Z 9 besitzt einen neu entwickelten «stacked BSI-CMOS-Sensor», dessen Technik erst die schnellen Auslesegeschwindigkeiten ermöglichen.Lautlos und flackerfrei
Ein rein elektronischer Verschluss ist an und für sich nichts Neues. Er kommt regelmässig dann zum Zug, wenn möglichst lautlos fotografiert werden soll. Dabei machte bisher immer der unerwünschte «rolling shutter»-Effekt Probleme. Hierbei werden vertikale Motive wie Laternenmasten, Fahnenstangen oder generell senkrechte Kanten im Bild verzerrt dargestellt, da der Kameraprozessor den Sensor nicht schnell genug auslesen kann. So werden Elemente unten im Bild später aufgezeichnet als jene oben. Besonders gut sieht man diesen Effekt beim Schwenken oder Fahren während der Aufnahme.
Die Nikon Z 9 liest den Sensor zwar immer noch Zeile für Zeile von oben nach unten aus, tut dies jedoch so unglaublich schnell, dass die Störungen kaum mehr vorkommen oder auffallen. Dies ist umso bemerkenswerter, da bei 45 Megapixel eine riesige Datenmenge zu verarbeiten ist.
Diese Leistung ermöglicht der neue, von Nikon-Ingenieuren entwickelte mehrschichtige CMOS-Vollformatsensor («stacked BSI-Sensor») und ein neuer Bildprozessor. Nikon verweist denn nicht ohne Stolz auf den ultraschnellen Expeed-7-Bildprozessor, der bis zu fünfmal schneller als zwei Expeed-6-Prozessoren zusammen arbeiten soll.
Und wenn man schon mal dabei ist, hat man auch gleich noch die Dunkelphasen bei Serienaufnahmen zwischen den Bildern abgeschafft. Dafür ist bei der Z 9 die Dual-Stream-Technologie verantwortlich, die das Sensorsignal verdoppelt und dann sowohl zum Sucher wie auch zum Bildprozessor führt. Damit kann das Sucherbild ununterbrochen mit 120 Bildern pro Sekunde aufgefrischt werden. Und wie Nikon hervorhebt, ohne dabei Fakebilder wie bei anderen Herstellern üblich erzeugen zu müssen.
Gut geschützt: Nein, dies sind keine Verschlusslamellen, sondern die automatische Abdeckung, die den Sensor der Nikon Z 9 vor Staub und Beschädigung bewahrt, sobald die Kamera ausgeschaltet wird.Als ich mit der Z 9 nun so zu fotografieren begann, zeigte sich schnell ein anderes Problem. Es gibt jetzt weder eine akustische noch visuelle Rückmeldung, ob das Foto tatsächlich aufgenommen wurde. Dagegen bietet die Z 9 mehrere Lösungen an.
Akustisch lässt sich ein Auslöseton in verschiedenen Lautstärken und Tonhöhen auswählen und damit das typische Verschlussgeräusch simulieren. Optisch gibt es die Möglichkeit, die Anzeige kurz zu verdunkeln oder weisse Balken rund ums Bild oder nur an den Seiten aufleuchten zu lassen, sobald der Auslöser gedrückt wurde.
Es hat Klick gemacht: Das Verschlussgeräusch lässt sich zur akustischen Bestätigung einer Fotoaufnahme simulieren.Ein simuliertes Klickgeräusch als Aufnahmebestätigung ist übrigens nicht nur für die Fotografin oder den Fotografen wichtig. Professionelle Fotomodelle sind sich seit Jahren das Auslöser-Klicken und Spiegel-Klackern von Spiegelreflexkameras gewohnt und darauf «geeicht». Sobald es klickt, ist das Foto geschossen und sie können wieder eine entspanntere Pose einnehmen.
Dicker Akku
Die Nikon Z 9 wird durch den neuen Akku EN-EL18d mit Strom versorgt. Er hat dieselben Abmessungen wie die Akkus für die D 6 und frühere Kameras (EN-EL18c, 18b, 18a, 18). Somit können diese auch für die Nikon Z 9 verwendet werden, bringen jedoch eine etwas geringere Leistung.
Der neue Akku lässt sich auch direkt in der Kamera über die USB-C-Schnittstelle laden. Im Lieferumfang befindet sich zudem ein externes Ladegerät mit USB-Anschluss, USB-C auf USB-A-Kabel sowie ein dazu passendes Netzteil.
Die Nikon Z 9 kann via USB-Anschluss per USB-C-Netzteil, via Computer oder Powerbank mit Strom für längere Aufnahmezeiten versorgt werden. Der Akku muss sich dazu in der Kamera befinden.
Power pur: Der neue Lithium-Ionen-Akku EN-El18d der Nikon Z 9 bringt kräftige 3300 mAh und ist in rund vier Stunden vollständig aufgeladen.Ähnliches gilt für den klanglich einwandfreien Kopfhörer-Ausgang, der mit bis zu über 8 Volt Ausgangsspannung (an 300 Ohm Last) genügend Reserven für mittel- bis hochohmige Kopfhörer bereithält. Stöpselt man den Hörer via 6,3-mm-Klinke an der Front ein, so schaltet ein Ausgangsrelais die Lautsprecherausgänge stumm – eine technisch einwandfreie Lösung.
Ein Hauptunterscheidungsmerkmal zum stärkeren Bruder Elicit ist die geringere Ausgangsleistung von bis zu 2 x 72 Watt an 8 Ohm. Rega spezifiziert keine 4-Ohm-Werte und verweist darauf, dass der Verstärker auch schon bei einer 6-Ohm-Last im exzessiven Dauerbetrieb heiss werden könnte. Schaut man sich die Stromversorgung an, so entdeckt man einen etwas kleineren Ringkerntrafo als im Elicit und auch weniger Siebkapazität (nämlich 2 x 10'000 µF).
Dennoch muss man selbst im anspruchsvollen Musikalltag keine Engpässe befürchten. Wer nicht gerade eine Fabrikhalle mit Discomusik beschallen möchte, wird in der Praxis kaum je ans Limit kommen. Wir probierten den Elex MK4 auch an (nominellen) Vier-Ohm-Lautsprechern und dürfen festhalten, dass er zwar durchaus warm, aber eigentlich nie heiss wird. Die ordentliche Betriebstemperatur ist wohl viel mehr der bewährten, für die MK4-Version weiter optimierten Rega-Class-AB-Verstärkerschaltung zu verdanken, die zugunsten klanglicher Feinzeichnung einen angemessenen Ruhestrom vorsieht.
Professionell geht anders: Deutsche Erklärungen mit englischen Menü-Abbildungen.
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