Vollformatkamera Sony Alpha 7R III: Eine ausgezeichnete Mischung aus Auflösung und Schnelligkeit.Das dritte Modell aus der Alpha 7R-Reihe von Sony, die Alpha 7R III, schiesst mit 10 Bildern pro Sekunde beinahe doppelt so schnell wie das Vorgängermodell 7R II. Entsprechend grösser wurde auch der Pufferspeicher ausgelegt. Dieser reicht jetzt für über 70 JPEG- oder komprimierte RAW-Bilder in Folge.
Zahlreiche Verbesserungen gibt es auch bei Bildverarbeitung und Effizienz. Ein neuer BIONZ-X-Prozessor steigert laut Sony die Verarbeitungsgeschwindigkeit im Vergleich zum Vorgänger um das 1,8-Fache. Die 399 Phasen-Autofokuspunkte decken rund 68 Prozent des Sensors ab. Hinzu kommen noch 425 Kontrast-Autofokuspunkte, die es vor allem bei geringen Lichtverhältnissen ermöglichen sollen, doppelt so schnell scharfzustellen.
Der optische Fünf-Achsen-Bildstabilisator verschafft dem Fotografen gemäss Hersteller 5,5 Blendenstufen mehr Spielraum. Ein vibrationsmindernder Verschluss hilft gegen Verwackler. Er funktioniert sogar bei schnellen Serienaufnahmen.
Während die Auflösung des elektronischen Suchers von 2,35 auf 3,68 Millionen RGB-Bildpunkte deutlich gesteigert wurde, fällt die Pixel-Erhöhung beim Monitor von 1,23 auf 1,44 Millionen weniger spektakulär aus.
Bei der Bildauflösung bleibt hingegen alles beim Alten, was für einige potenzielle Käufer wohl etwas enttäuschend sein dürfte. Die Sony Alpha 7R III besitzt wie schon ihr Vorgänger einen 42,4-Megapixel-Exmor-R-CMOS-Sensor mit rückwärtiger Belichtung in 35-mm-Vollformatgrösse (35,9 x 24,0 mm). Damit sind Fotos mit einer Grösse von maximal 7952 x 5304 Pixel möglich. Für mich ist diese Bildgrösse nach wie vor sehr gut, und für die meisten Fotoprojekte mehr als genug.
Wem die Auflösung nicht reicht, greift zum neuen Pixel-Shift-Mehrfachaufnahmemodus. Dieser nimmt vier Bilder in Serie mit leicht verschobenem Sensor auf und ermöglicht zusammen mit dem optischen Bildstabilisator und der neuen «Imaging Edge»-Software Fotos mit einer Auflösung von 169,6 Megapixel.
Für Videofilmer gibt es neben den 4K-Videoaufahmen mit voller Pixelauslesung und ohne Pixel-Binning eine neue HLG-Aufnahmefunktion (Hybrid Log-Gamma), die einen sofortigen HDR-Workflow unterstützt. Damit können ohne nachträgliche Umwandlung der Aufnahmen auf HDR-Fernsehern extrem realistische 4K-HDR-Bilder wiedergegeben werden.
Die Alpha 7R III besitzt zwei Speicherkartenslots. So können Inhalte auf unterschiedliche Weise gespeichert werden, z. B. JPEG- und RAW-Aufnahmen oder Fotos und Videos getrennt. Auch Relais-Aufnahmen mit automatischer Umschaltung bei voller Karte sind möglich.
Die Kamera ermöglicht die komfortable drahtlose Übertragung von Dateien an Smartphone, Tablet oder Computer. Dazu stehen neben WiFi auch Bluetooth und NFC zur Kopplung bereit. Ausserdem ist ein Synchronisationsanschluss für externe Blitzgeräte vorhanden. Einen eingebauten Blitz gibt es nicht.
Ein SuperSpeed-USB-Type-C-Anschluss bietet mehr Flexibilität bei der Stromversorgung oder mit angeschlossenem Zubehör, zudem ist eine schnellere Bildübertragung auf einen Computer möglich.
Laut Sony wurde die Akkulaufzeit stark verbessert, da die neuen Akkus der Z-Serie (NP-FZ100) zum Einsatz kommen. Damit soll sich die Akkuleistung um das rund 2,2-Fache gegenüber dem Akku NP-FW50 der Alpha 7R II steigern.
Schalter, Tasten und Rädchen
Verdoppelt und mit Steuerknüppel: Die Alpha 7R III besitzt nun zwei Steckplätze für Speicherkarten. Auf der Rückseite ist neu ein Joystick hinzugekommen.Für den Test stand uns neben der Kamera auch das neue Sony-Objektiv FE 24–105 mm f/4 G OSS zur Verfügung. Es sieht zwar etwas voluminös aus an dem eher schlanken Kameragehäuse, die Kombination liegt aber angenehm ausgewogen in der Hand und ist immer noch deutlich kleiner als eine vergleichbare Spiegelreflexkamera.
Die Alpha 7R III misst 126,9 x 95,6 x 73,7 mm und ist damit etwas grösser und mit 657 Gramm auch etwas schwerer als das Vorgängermodell. Auch das FE 24–105-mm-Objektiv wiegt mit 663 Gramm etwas mehr als die 7R III. Zusammen bringt das Gespann 1320 Gramm auf die Waage.
Das Gehäuse besteht aus einer Magnesiumlegierung und ist dadurch robust und leicht. Zudem ist es staub- und spritzwassergeschützt. Im Vergleich zur 7R II hat sich beim Gehäuselayout nicht viel verändert. Durch den leicht vergrösserten Griff lässt sich die Neue aber besser festhalten.
Vorne befinden sich bis auf den Objektiventriegelungsknopf weiterhin keine Tasten. Das vordere Einstellrad wurde in den Griff integriert, gleich darüber liegt der Fotoauslöser mit Ein/Ausschalter. Dahinter sind zwei Benutzertasten (C1 und C2), das Programmwählrad und die Belichtungskorrektur positioniert. Einige Millimeter links davon wurde das hintere Einstellrad untergebracht.
Die grössten Änderungen gibt es auf der Rückseite. Der AF-/MF- und AEL-Wählschalter des Vorgängers ist ganz weggefallen. Hier hat Sony den neuen Joystick eingebaut. Damit verschiebt man schnell das Autofokus-Messfeld, wählt Einstellungen aus und navigiert durch die Menüs.
Joysticks von anderen Kameraherstellern fühlen sich wie richtige kleine Steuerknüppel an. Die Sony-Version hingegen ist eher wie ein zu klein geratenes Cursor-Kreuz mit schwammigen Druckpunkt geraten. So genial die Idee auch ist, ich habe die Einstellungen lieber über die Tasten des weiter unten liegenden Steuerkreuzes vorgenommen.
Ganz links oben an der Rückseite gibt es die dritte Benutzertaste (C3), daneben die Menütaste und rechts vom Sucher wurde der Videoauslöser versenkt eingebaut. Dort ist er viel besser aufgehoben als an der Alpha 7R II, wo er ungünstig an der Seite platziert wurde. Rechts davon befinden sich die AF-ON-Taste und weiter aussen die Taste zur Belichtungsspeicherung (AEL). Zwischen Joystick und Steuerkranz kann mit der Funktionstaste (Fn) ein Schnellmenü aufgerufen werden. Bis zu zwölf häufig benutzte Funktionen können der Fn-Taste zugewiesen werden.
Menüsystem und Benutzerspeicher
Unter dem Steuerkreuz gibt es die Wiedergabe-Taste sowie eine vierte Benutzertaste (C4), die mit der Löschfunktion vorbelegt ist. Neben den vier Benutzertasten lassen sich auch den anderen Knöpfen eigene Funktionen zuweisen – mit Ausnahme von Videoauslöser und Wiedergabe, aber inklusive Joystick und Cursor-Tasten des Steuerkreuzes. Wenn gewünscht, ist dies sogar getrennt für Foto-, Video- und Wiedergabemodus möglich.
Im Hauptmenü unter «Mein Menü» darf sich der Benutzer auch noch seine eigenen, häufig benötigten, maximal 30 Optionen zusammenstellen. Wem das nicht ausreicht, belegt noch die drei Speicherplätze auf dem Programmwählrad. Wer noch mehr benötigt, kann zusätzlich vier Kamerakonfigurationen auf einer Speicherkarte ablegen und bei Bedarf einlesen. Und wem auch dies noch nicht genügt, hat die Möglichkeit, auf einer Benutzertaste im Voraus bis zu drei temporäre Optionen zu registrieren und diese durch Gedrückthalten der Taste vorübergehend abzurufen.
Die Alpha 7R III hat viele Funktionen, sehr viele sogar. Dagegen habe ich im Allgemeinen nichts einzuwenden, aber wenn sie sich über sechs Hauptmenüs mit total 35 Unterseiten – Seiten, nicht Menüpunkten! – mit durchschnittlich vier bis sechs Menüpositionen verteilen, ist dies einfach zu viel des Guten. Die über 150 Einstellmöglichkeiten bieten dann nochmals zahlreiche Unterpunkte, die es unnötig schwer machen, schnell mal einen bestimmten Parameter auszuwählen.
Apropos Auswahl: Wer eine Benutzertaste belegen möchte, darf sich durch 23 Seiten mit jeweils 6 möglichen Funktionen hangeln. Was auch aufgefallen ist: Die sechs Reiter des Hauptmenüs sind zur besseren Orientierung in unterschiedlichen Farben gehalten. Das nützt jedoch überhaupt nichts, wenn dann alle einzelnen Menüpunkte durchs Band weg wieder im Sony-typischen orange hinterlegt werden. Und was soll eine Menüposition mit der Frage: «Generell ist die Einstellung nicht notwendig. Einstellen?»
«Aküfi»
Ich habe schon einige Menüsysteme kennengelernt, doch bin ich immer wieder erstaunt, wie kreativ Sony bei den Abkürzungen seiner Menüpunkte vorgeht. Was ist wohl gemeint mit «Einst. GesPrior b. AF», «Belich.einst.-Anleit.», «Anf.faktor vergröß.», «Dynamikb.Opt. (DRO)» oder mein Favorit «StO.infoVerknEinst»?
Dieser kryptische Abkürzungsfimmel (Aküfi) versteht kein Mensch. Da hilft auch die Dokumentation nicht viel weiter. Sie ist oft mehr verwirrend als hilfreich.
Der Alpha 7R III wird eine Kurzanleitung sowie eine 715 Seiten starke Gebrauchsanleitung in 14 Sprachen beigelegt. 96 Seiten davon sind in Deutsch. Wer Genaueres wissen möchte, findet auf der Sony-Webseite eine Online-Hilfe, die als PDF-Datei heruntergeladen weitere 665 Seiten umfasst. Wenigstens lässt sich dort per Mausklick auf einzelne Erklärungen springen. Dennoch ist wohl ein längeres Studium nötig, bis man die intimsten Menüeinstellungen der 7R III begreift.
Vermutlich hat der Schöpfer dieses – drücken wir es mal höflich aus – gewöhnungsbedürftigen Menükonzepts mit der Kamera noch nie selber fotografiert. Ähnliches gilt auch für den Übersetzer. Da heisst ein Menüpunkt «Finder/Monitor», gleich darunter wird wieder vom «Sucher» gesprochen, es gibt den «BenutzerKey» und im «Menüposten» «Mein Menü-Einstellung» (kein Tippfehler) werden «Einheiten» hinzugefügt oder sortiert. Einmal heisst es «Bildprofil», dann wieder «Fotoprofil» oder abgekürzt «PP». Und wieso die Alpha 7R III in der Anleitung oft als «das Produkt» bezeichnet wird, weiss wohl nur Sony («Stellen Sie das Produkt auf die zu registrierende Einstellung ein.»).
Das der englische Hinweis auf der Titelseite der Gebrauchsanleitung «Check out the Help Guide!» mit «Überprüfen Sie die Hilfe!» übersetzt wurde, ist dann auch nicht mehr weiter verwunderlich.
Das mögen vielleicht Kleinigkeiten sein, aber ein knapp 4000-fränkiges Gerät sollte doch einigermassen professionell daherkommen, auch bei der Bedienung und Dokumentation. So, genug gelästert, beginnen wir zu fotografieren.
Schnell und treffsicher
Bessere Auflösung: Der neue Sucher verfügt nun über ausgezeichnete 3,68 Millionen Bildpunkte. Der Monitor bietet mit 1,44 Millionen Punkten etwas mehr Auflösung als der Vorgänger.Durch den neuen OLED-Tru-Finder der Alpha 7R III lässt sich sehr gut fotografieren. Die hohe Auflösung von 3,68 Millionen Bildpunkten ist ein grosser Pluspunkt gegenüber dem Vorgängermodell. Die Detailwiedergabe der Motive ist ausgezeichnet. Der Tru-Finder, der auch in der Sony-Profikamera Alpha 9 zu finden ist, verfügt über eine Zeiss-T*-Beschichtung, die Reflexionen reduziert. Eine Fluorbeschichtung schützt den Sucher vor Schmutz.
Die Bildwiederholrate des Suchers kann von 60 auf 120 Bilder pro Sekunde erhöht werden und zeigt im Vergleich zur 7R II nicht nur eine schärfere Darstellung, sie ist auch noch flüssiger. Mit seiner 0,78-fachen Vergrösserung gehört das Sucherbild der 7R III zu den besten Modellen auf dem Markt. Per Augensensor wird der Sucher automatisch aktiviert, sobald man ihn vors Auge nimmt.
Das LC-Display wurde ebenfalls überarbeitet und bietet jetzt eine leicht höhere Auflösung als der Vorgänger. Die WhiteMagic-Technologie sorgt für eine bessere Erkennbarkeit bei hellem Tageslicht, und auch der grosse Einblickwinkel gefällt. Sowohl für den Sucher als auch für das Display kann die Anzeigequalität von «Standard» auf «Hoch» gestellt werden. Dann wird die vom 42,4-Megapixel-Sensor gelesene Datenmenge komplett genutzt und besonders feinkörnig dargestellt. Dies, wie auch die höhere Bildwiederholrate, benötigen entsprechend mehr Akkuleistung.
Das Display lässt sich nach oben (rund 100 Grad) und nach unten (rund 45 Grad) schwenken, aber nicht seitlich ausklappen oder nach vorne drehen. Selfie-Freaks und Youtube-Präsentatoren müssen deshalb das Smartphone zur Bildkontrolle hinzunehmen. Für horizontale Aufnahmen lässt sich mit dem Display sehr bequem arbeiten, bei vertikaler Kamerahaltung ist man damit weniger flexibel.
Die Touch-Funktion des Displays erlaubt das schnelle und direkte Fokussieren per Fingerzeig. Andere Touch-Möglichkeiten gibt es kaum. Bei Menüeinstellungen funktioniert das Touch-Display nicht, und die Touch-Wiedergabe ist nur sehr eingeschränkt möglich. Schade.
Gut hingegen hat Sony das Problem des automatischen Sucher/Display-Umschaltens gelöst, wenn das Display in Körpernähe gehalten wird: Sobald man es ein wenig schwenkt, schaltet der Augensensor aus, der sonst den Sucher aktiviert hätte.
Für eine Bildvorschau mit den Einstellungen vor der Aufnahme sind gleich drei Funktionen vorhanden. Während «Blendenvorschau» wie eine Abblendtaste funktioniert und die Blende auf den eingestellten Blendenwert schliesst, so dass die Unschärfe vor der Aufnahme überprüft werden kann, werden bei «Erg. Aufn.vorschau» auch noch die Auswirkungen von DRO (Dynamikbereich-Optimierung), Verschlusszeit und ISO-Empfindlichkeit angezeigt. Bei «Live View» werden alle Einstellungen aufs Bild angewendet und gezeigt.
Kartenspielchen
Den Akku unten an der Alpha 7R III einschieben, Speicherkarte an der Seite einstecken, Kamera einschalten und loslegen. Nein, es erscheint die Warnung, dass sich keine Karte in der Kamera befindet. Was soll das jetzt? In der Grundkonfiguration verlangt die Kamera ausdrücklich eine Karte im Slot 1. Aber ich habe sie doch ins obere Fach gesteckt.
Aha, bei Sony ist Slot 1 unten! Irgendwie unlogisch, bei allen bisherigen Testgeräten war 1 oben oder vorne, 2 unten oder hinten. Und nein, die Kamera erkennt nicht automatisch, dass jetzt halt nur eine Karte im oberen Fach steckt. Dort finden übrigens auch noch Memory-Sticks Zugang, falls die noch irgendwer verwenden sollte. Nur im Steckplatz 1, also im unteren, werden auch schnelle UHS-II-Karten unterstützt.
Für die gewünschte Aufnahmefunktion bietet der Modus-Wahlknopf der Alpha 7R III neben einer Automatik auch die PSAM-Modi, drei benutzerdefinierbare Einstellungen, Zeitlupe- und Zeitraffer sowie einen separaten Filmmodus. Die Szenenmodi des Vorgängers sind weggefallen.
Sony sieht die neue Alpha 7R III auch als eine Kamera für Profis bei Action-, Sport- und Wildlife-Aufnahmen. Dafür gibt es neben der höheren Seriengeschwindigkeit auch noch mehr Kontrast-AF-Messfelder. Gleich 400 mehr als beim Vorgänger.
Das merkt man in der Praxis deutlich. Auch unter schwachen Lichtverhältnissen und bewegten Motiven stellt die 7R III schnell und treffsicher scharf. Die 10 Bilder pro Sekunde (Sucher-Modus) sind sowohl mit elektronischem als auch mit mechanischem Verschluss möglich und wurden im Test problemlos erreicht. Der Hochleistungs-Autofokus und das AF/AE-Tracking funktionierten bestens, die einzelnen Fotos waren knackscharf und perfekt belichtet. Im Live-View-Modus sind Serienaufnahmen mit bis zu acht Bildern pro Sekunde möglich und werden mit einer minimalen Verzögerung angezeigt.
Wer absolute Ruhe beim Fotografieren haben möchte, beispielsweise bei der Aufnahme von Wildtieren, bei klassischen Konzerten oder bei Hochzeiten in der Kirche, wo das nervende Klackern der Spiegelreflexkameras schon für viele böse Kommentare sorgte, wird sich über den lautlosen elektronischen Verschluss freuen. Mit ihm sind Belichtungszeiten zwischen 30 Sekunden und 1/8000 Sekunde möglich. Leider gibt es hier immer noch einen Rolling-Shutter-Effekt, und bei Kunstlicht können Belichtungs-Artefakte auftreten.
Die Aufnahmen der folgenden Bilderstrecke sind Original-JPEG-Dateien aus der Kamera und wurden nur in den Abmessungen reduziert.
Autofokuswahl
Unterstützung beim Scharfstellen: Verschiedene Fokushilfen erleichtern das Einstellen der Schärfe, helfen aber wenig bei der Auswahl des richtigen AF-Modus.Möchte man auf ein bestimmtes Motiv scharfstellen, lässt sich der Fokuspunkt oder -bereich entweder mit dem neuen Joystick oder per Fingerzeig auf dem Monitor verschieben. Beides funktioniert gleichermassen einfach und schnell. Schwieriger wird es mit den vielen Möglichkeiten im Autofokus-Menü. Einsteiger dürften damit überfordert sein. Aber auch erfahrene Profis werden einige Zeit mit Kamera und Anleitung verbringen, bis sie die optimalen AF-Einstellung für ihre Motive gefunden haben.
Da gibt es die verschiedenen Scharfstellungs-Modi wie Einzel-AF (AF-S) oder Dauer-AF (AF-C) plus die automatische Wahl (AF-A) zwischen den beiden. Beim direkten manuellen Fokus (DMF) kann nach der automatischen Fokussierung manuell nachkorrigiert werden. Das ist oft schneller, als wenn ausschliesslich manuell scharfgestellt wird (MF). Eine anpassbare Vergrösserung und Kantenhervorhebung erleichtern die manuelle Fokussierung.
Bei den Messfeld-Optionen bestimmt man die automatische Messfeldwahl (Breit), einen Bereich (Feld), in dem automatisch ein Fokussierbereich ausgewählt wird, ein mittiges Messfeld (Mitte), ein bewegbares Messfeld (Flexible Spot) in drei Grössen oder die erweiterte Flexible-Spot-Option.
Verfolgungswahn
Wird kontinuierlich scharfgestellt, lässt sich der Autofokus an ein Motiv «klammern». Dazu wird das Messfeld auf AF-Verriegelung gestellt. Drückt man dann den Auslöser halb herunter, ist das Motiv «verriegelt». Ähnlich funktioniert die Mitte-AF-Verriegelung, die nur das Motiv in der Mitte zu «verriegeln» versucht. Eine Gesichtserkennung mit Augenfokussierung ist ebenso vorhanden wie unterschiedliche AF-Verfolgungs-Empfindlichkeiten.
Bestimmte Einstellungen erscheinen übrigens erst, wenn man sie auf eine Taste legt. Etwa die Funktion «Augen-AF». Nach einigem Üben mit den verschiedenen AF-Parametern wurde es zwar etwas überschaubarer, aber immer noch nicht benutzerfreundlich. Vor allem die verschiedenen Anzeigerahmen in Kombination aus Gesichtserkennung und Motiv-Verriegelung verwirren.
Wenn beispielsweise die Mitte-AF-Verriegelung eingeschaltet ist, wird durch Druck auf die Steuerscheibe ein mittiges Motiv oder per Fingertipp auf den Monitor das anvisierte Motiv «AF-verriegelt» und kriegt dann einen weissen Doppelrahmen, der bei erfolgter Scharfstellung auf Grün wechselt. Die Kamera folgt der Bewegung des Motivs so weit sie kann. Verliert sie das verriegelte Motiv, «sucht» sie ein nächstes, zum Beispiel ein Gesicht, schnappt aber bei Wiedererkennen beim alten Motiv wieder ein. Durch Druck auf die Steuerscheibe oder den Joystick wird die Verriegelung aufgehoben.
Wenn nun die Gesichtserkennungs-AF-Priorität eingeschaltet ist, wird sofort ein Gesicht erkannt, falls vorhanden, und mit einem einfachen, weissen Rahmen markiert und verfolgt bzw. verriegelt. Tippt man jetzt noch auf dem Monitor auf ein anderes Motiv, wird dieses mit Doppelrahmen markiert und ebenfalls AF-verriegelt. So habe ich oft zwei Rahmen im Bild: einen einfachen fürs Gesicht und einen doppelten fürs Motiv. Wenn ich die Kamera bewege, können plötzlich beide Rahmen auf einem Gesicht liegen.
Es geht noch weiter: Drückt man die Steuerscheibe, wenn beide Rahmen auf dem Gesicht liegen, wird die Verriegelung zwar aufgehoben, doch das Gesicht bleibt mit Einfachrahmen (Gesichtserkennung) markiert. Drückt man nochmals auf die Steuerscheibe, wird im Gesicht das linke oder rechte Auge grün markiert (die Funktion «Augen-AF» wurde auf die Steuerscheibe vorbelegt). Hält man jetzt die Steuerscheibe gedrückt und löst aus, wird auch auf dieses Auge fokussiert fotografiert.
Megabilder
Beeindruckend ist auch der neue Mehrfachaufnahmemodus der Alpha 7R III, das Pixel-Shift Multi-Shooting. Dabei verschiebt die Kamera den Sensor präzise in Ein-Pixel-Schritten, um vier einzelne pixelverschobene Bilder zu erzeugen. Diese werden mit der neuen «Imaging Edge»-Software-Suite zu einem Bild zusammengesetzt und verarbeitet. Das dabei entstehende Foto verblüfft mit einer extrem hohen Auflösung von 169,6 Megapixeln und einer erstaunlichen Farbgenauigkeit für jedes Pixel bei wenig Moirée in feinen Mustern und Texturen.
Wer Architektur, Kunst oder andere Motive mit vielen komplexen Details und Farben fotografiert, sollte diesen Modus unbedingt ausprobieren. Natürlich benötigt das Pixel-Shifting eine gesamthaft längere Belichtungszeit, das Motiv sollte also möglichst statisch sein. Am besten fotografiert man ab Stativ und mit ferngesteuerter Kamera.
Leider funktioniert die Software für das Zusammensetzen der vier Bilder nur auf einem externen Computer. Hier ist der Kameraprozessor mit der schieren Datenmenge einfach überfordert.
Warten auf den Blitz: Bei der Pixel-Shift-Aufnahme lässt sich eine Intervallzeit bestimmen, welche die Aufladezeit des Blitzgerätes berücksichtigt.Videofilmen
Bequemer filmen: Mit aufgeklapptem Monitor lässt sich leichter aus erhöhter oder tiefer Position filmen.Bei den Videofunktionen der Alpha 7R III hat sich gegenüber dem Vorgänger nicht viel verändert. 4K/UHD-Videos werden in Sonys eigenem XAVC-S-4K-Format aufgenommen. Die maximale Bildfrequenz ist bei 30 Bildern pro Sekunde geblieben, was je nach Fernseher zu einer mehr oder weniger ruckelnden Wiedergabe führt. Dies ist vor allem bei Schwenks und schnellen Motivbewegungen festzustellen.
Das ist sehr schade, vor allem beim Filmen im Super-35-mm-Format. Dort wird nur ein Bereich des Sensors ausgelesen, und zwar ohne Pixel-Binning (Zusammenzug benachbarter Bildelemente), was die Erfassung von 5K-Daten ermöglicht. Und dies wiederum führt beim Herunterrechnen zu erstklassigem 4K-Video mit besonderer Tiefendurchzeichnung und Farbgenauigkeit. Zusätzlicher Nebeneffekt: Der Telebereich des Objektivs wird um rund das 1,5-Fache erweitert.
Die Aufnahme in Cinema-4K mit 4096 x 2160 Pixel beherrscht die neue Alpha nach wie vor nicht. HD-Video mit 1920 x 1080 Pixel sind im XAVC-S-HD-Format mit 50p/60p möglich, in AVCHD nur interlaced als 50i/60i. Zeitlupenaufnahmen können in Full-HD mit 100p oder 120p erstellt werden.
Bei 4K/UHD- und HD-Videos ist auch eine Aufnahme mit 24p möglich. Aber nur, wenn man sich in der NTSC-Norm befindet. Die Umschaltung erfolgt auch bei der neuen Kamera nach wie vor sehr umständlich: Hat man bislang in PAL gefilmt (25p/50p), muss die Speicherkarte in der Kamera neu formatiert werden! Also nicht vergessen, vorher die Aufnahmen extern zu sichern. In diesem Fall schaltet sich die Alpha aus und nach einigen Gedenksekunden wieder ein. Die PAL/NTSC-Auswahl befindet sich übrigens nicht in den Foto- oder Film-Menüs, sondern unter dem Werkzeug-Symbol.
Der Videoauslöser wurde gegenüber der 7R II umplatziert. Er befindet sich nicht mehr an der Seite in der Daumenauflage, sondern direkt neben dem Sucher. Damit ist er beim Filmen übers Display zwar besser erreichbar, beim Blick durch den Sucher kommen sich jedoch Auslösefinger und Auge in die Quere.
Zum Glück lassen sich Videoaufnahmen im Film- oder Zeitlupenmodus auch viel sanfter und bequemer per Foto-Auslösertaste starten, was beim Vorgänger noch nicht möglich war. Nach längerer Suche fand ich tatsächlich den entsprechenden Menüpunkt. Er befindet sich im Fotokamera-2-Reiter und heisst «Film mit Verschluss».
Filmaufnahmen können über den Video-Auslöser in allen Aufnahmemodi gestartet werden. Dabei werden die meisten Fotoeinstellungen übernommen. Die Daueraufnahme ist auf 29 Minuten begrenzt, danach muss der Video-Auslöser erneut gedrückt werden.
Im Filmmodus kann per Programmautomatik, mit Blendenpriorität, Zeitpriorität oder manuell belichtet werden. Nur im Film-Modus können Aufnahmen gleichzeitig intern aufgenommen und über die HDMI-Buchse an ein externes Aufnahme-/Wiedergabegerät übertragen werden.
Die Alpha 7R III besitzt neu eine HLG-Funktion (Hybrid Log-Gamma). Das ist eine Art Sofort-HDR-Aufnahme, mit der ohne vorheriges externes Bearbeiten am Computer auf HDR-tauglichen Fernsehern extrem realistische 4K-HDR-Bilder wiedergegeben werden können.
Durch Auswählen von vordefinierten Bildprofilen kann die Bildqualität bestimmten Gamma-Kurven (ITU.709, Sony Cine, S-Log, HLG) und Detail-Einstellungen angepasst werden. Die Parameter der Profile (Schwarzwert, Gamma-Kurve, Knie, Farbmodus, Sättigung, Farbphase, Tiefe, Sättigung, Detail) dürfen auch dem eigenen Geschmack angepasst werden und bieten eine grosse Experimentier-Spielwiese für Videoprofis. Dem unlogischen Menüsystem entsprechend sind die Bildprofile für die Videoeinstellungen unter dem Kamera-1-Symbol bei den Fotoprofilen zu finden.
Kreativ filmen
Wie schon beim Fotografieren ist die Bildqualität auch beim Filmen ausgezeichnet. Durch den grossen Sensor bringt die Alpha 7R III auch bei schlechter Beleuchtung noch gute Ergebnisse. Farben und Details werden präzise dargestellt, ohne im Bildrauschen unterzugehen. Hier stehen kleinere Sensorformate klar im Abseits.
Auch der Autofokus profitiert beim Filmen davon und war nur selten aus dem Takt oder ins Pumpen zu bringen. Er lässt sich feintunen und in Geschwindigkeit und Reaktionsempfindlichkeit dem Motiv entsprechend einstellen. In der Stellung «Reaktionsfähig» reagiert er schnell auf Bewegungen des Motivs und bringt vor allem bei Sportaufnahmen bessere Ergebnisse als noch der Vorgänger 7R II.
Überhaupt scheint sich der Sony-Autofokus langsam dem Niveau von Camcordern zu nähern. AF-Systeme anderer Kamerahersteller, vor allem mit kleineren Sensoren, haben da noch viel mehr Mühe.
Beim manuellen Fokussieren helfen Vergrösserung und farbige Kantenanhebung zu einfachen Schärfeverlagerungen. Sauberes, ruckfreies manuelles Zoomen mit dem Objektiv gelingt, wenn überhaupt, nur nach längerem Üben. Am besten verzichtet man ganz darauf.
Erkenntnisse beim Betrachten der Alpha 7R III Test-Aufnahmen: In 4K/UHD möglichst wenig schwenken und wenn, dann schön langsam. Schnelle Action lieber in Full-HD mit 50p aufnehmen. Geräusche bei der Kamerabedienung können durch Anschliessen eines externen Mikrofons verringert werden. Lautloses Starten und Stoppen der Videoaufnahme gelingt per Fernsteuerung übers Smartphone.
Zur Tonüberwachung lässt sich ein Kopfhörer anschliessen. Die Tonaussteuerung kann angepasst und der Audiopegel auf dem Bildschirm angezeigt werden. Ein Audiobegrenzer ist immer eingeschaltet. Für das interne Mikrofon kann ein Windgeräusch-Filter zugeschaltet werden.
Für Filmemacher ist die Kamera ein sehr gutes Werkzeug, das der kreativen Arbeit kaum Grenzen setzt. Durch den Vollformat-Sensor lässt es sich spielerisch mit Schärfen umgehen und schöne Hintergrundverläufe (Bokehs) erstellen. Allerdings sollte man sich vorher intensiv mit der Bedienung und den AF-Einstellungen im Menü vertraut machen, damit man am Set nicht wertvolle Zeit durch Suchen verliert.
Die folgenden Videoclips wurden alle in 4K/UHD 25p aufgenommen und nur in der Grösse auf das HD-Format (1280 x 720) reduziert.
Bildqualität, Wiedergabe und WiFi
Lens-on-Chip-Design und Antireflexions-Beschichtung: Der Vollformat-Sensor bietet eine hohe Empfindlichkeit bei geringem Bildrauschen und einen grossen Dynamikumfang.Die Sony Alpha 7R III kann mit ihrem hochauflösenden, rückwärtig belichteten 42,4-Megapixel-Exmor-R-CMOS-Vollformatsensor sowohl bei Fotos wie auch bei Videoaufnahmen voll überzeugen. Die Bildqualität ist ausgezeichnet, der Dynamikumfang erstaunlich gross und der lichtempfindliche Sensor bringt auch bei ISO 6400 überzeugende Aufnahmen zustande. Hinzu kommt eine sehr gut arbeitende Rauschunterdrückung. Je nach Motiv sind auch Bilder mit ISO 12'800 akzeptabel. Sie zeigen zwar sichtbares Rauschen, was aber bei normaler Betrachtungsdistanz kaum auffällt.
Wer das Optimale aus dem Sensor herausholen möchte, fotografiert im 14-Bit-RAW-Format. Dies ist sogar bei geräuschlosen Serienbildern möglich. Damit erhält man den vollen Dynamikumfang des Sensors mit erweiterten Helligkeitsinformationen, die sonst bei JPEG-Aufnahmen verloren gehen oder «geclippt» werden. Für die Verarbeitung der RAW-Daten muss, genau wie für Pixel-Shift-Aufnahmen, auf eine externe Software wie etwa Sonys Imaging Edge zurückgegriffen werden. Die Alpha 7R III kann intern keine RAWs umwandeln.
Erstaunlich ist auch die flotte Serienaufnahme, da die Kamera dabei mit jeder Aufnahme 42 Megapixel auslesen und verarbeiten muss. Das sind 25 MB pro JPEG und gut 43 MB pro komprimiertes RAW. Dass die Alpha 7R III hier wie auch bei Videoaufnahmen einiges zu rechnen hat, merkt man am sehr warmen Kameragehäuse.
Sony warnt sogar von Symptomen einer Niedertemperaturverbrennung wie Rötung oder Blasenbildung, die auftreten können, wenn man über einen langen Zeitraum mit der Kamera in Berührung kommt. Das leidige Problem der Überhitzung scheint man im Griff zu haben. Die Alpha 7R III hat sich während unserer Aufnahmen deswegen nie abgeschaltet.
Bildkontrolle
Zur Überprüfung der Aufnahmen sind bei der Wiedergabe mehrere Info-Screens vorhanden. Die Foto-Parameter werden dabei übers Bild gelegt oder um ein verkleinertes Foto herum angezeigt.
Ein Bild kann durch Doppeltippen auf den Touchscreen während der Wiedergabe vergrössert angezeigt werden. Ein Vergrössern oder Verkleinern mit Daumen und Zeigefinger ist hingegen nicht möglich. Ohne Touchscreen muss erst die Lupen-Taste gedrückt und dann das Einstellrad gedreht werden. Wieso lässt sich nicht direkt per vorderes oder hinteres Drehrad vergrössern?
Gut finde ich hingegen, dass ich mit gleichem Zoomfaktor weitere Bilder betrachten kann. Die Ansicht wird auf den Teil des Bildes, auf den die Kamera während der Aufnahme fokussiert hat, eingezoomt.
Bilder können als Diaschau abgespielt, geschützt und bewertet werden. Sie lassen sich in der Kamera von einer Speicherkarte auf eine andere kopieren. Von aufgenommenen Videoszenen sind Standbilder als JPEG-Dateien speicherbar.
Den Vogel abgeschossen hat Sony jedoch bei der Filmwiedergabe. Da wird ganz gross das dreieckige Play-Symbol auf dem Touchscreen angezeigt, doch man kann so lange darauf drücken, bis einem der Finger bricht. Die Wiedergabe startet erst nach Druck auf das Einstellrad!
PlayMemories
Mit der Smartphone-Applikation «PlayMemories Mobile» können Bilder per Smartphone ferngesteuert aufgenommen oder auf der Kamera aufgezeichnete Bilder zum Smartphone übertragen werden. Die Datenübertragung wird über WLAN realisiert, die einfachste Verbindung bei Android-Modellen kann per NFC erfolgen. QR-Code und Direkteingabe des Passworts sind weitere Verbindungsmöglichkeiten.
Per Netzwerk lassen sich die aufgenommenen Bilder ab Kamera drahtlos auf den Computer oder einen FTP-Server übertragen oder auf einem netzwerktauglichen Fernsehgerät betrachten.
Unter dem ominösen Menüpunkt «StO.infoVerknEinst», man erinnert sich, kann PlayMemories Mobile benutzt werden, um Standortinformationen von einem Smartphone abzurufen und zusammen mit den aufgenommenen Bildern aufzuzeichnen. Dazu werden Smartphone und Alpha 7R III per Bluetooth verbunden.
Die Verbindung zwischen Kamera und Android-Handy war schnell hergestellt. Die WiFi-Kommunikation wurde hingegen bei jedem Menüaufruf auf dem Smartphone kurz unterbrochen und dann wieder synchronisiert. Foto- und Videoaufnahmen konnten zwar problemlos via Handy ausgelöst werden, doch sind es solche Kleinigkeiten, die einfach nerven.
Fazit
Foto-Film-Allrounder: Hat man sich einmal mit der Bedienung vertraut gemacht, ist die Alpha 7R III ein vielseitiges Werkzeug für Fotografen, Videofilmer, Multimediaschaffende und andere Kreative.Die Sony Alpha 7R III hat viele Kritikpunkte am Vorgängermodell ausgemerzt. Die Auflösung ist zwar gleich geblieben, doch mit schnellerem Autofokus, rasanter Serienbildgeschwindigkeit, grösserem Pufferspeicher, neuem Fokusjoystick, zweitem Karteneinschub und vielen kleinen Verbesserungen hat sie sich um einiges gegenüber dem Vorgänger steigern können. Damit steht sie, auch dank der nochmals verbesserten Bildqualität, bei den spiegellosen Vollformat-Systemkameras ganz oben.
Für Videofilmer hat sich ausser der neuen HLG-Funktion wenig geändert. Die Alpha 7R III begrenzt 4K/UHD-Aufnahmen immer noch auf 30p, und Videofunktionen muss man verstreut in verschiedenen Menüs zusammensuchen.
Überhaupt würde dem Bedienungskonzept der Kamera eine Generalüberholung guttun. Einsteiger können zwar mit der Automatik filmen und fotografieren, aber allein dafür ist die Kamera viel zu schade und zu teuer. In den übrigen Modi werden sie mit zu vielen Einstellungen erschlagen, die teilweise auch noch kaum verständlich abgekürzt wurden.
Wenn es Profis schaffen, sich mit der Alpha 7R III vertraut zu machen, und oft benötigte Einstellungen auf Funktionstasten abspeichern, wird die Kamera zu einem vielseitigen Werkzeug für fotografische, filmische und andere multimediale Projekte.
Besitzer einer Alpha 7R II werden es sich dennoch gut überlegen müssen, ob ihnen die Verbesserungen schon ein Umsteigen auf das neue Modell Wert sind, oder ob sie lieber auf eine 7R IV warten.

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