TESTBERICHT
Seite 4 / 7

Autofokuswahl

Unterstützung beim Scharfstellen: Verschiedene Fokushilfen erleichtern das Einstellen der Schärfe, helfen aber wenig bei der Auswahl des richtigen AF-Modus.Unterstützung beim Scharfstellen: Verschiedene Fokushilfen erleichtern das Einstellen der Schärfe, helfen aber wenig bei der Auswahl des richtigen AF-Modus.

Möchte man auf ein bestimmtes Motiv scharfstellen, lässt sich der Fokuspunkt oder -bereich entweder mit dem neuen Joystick oder per Fingerzeig auf dem Monitor verschieben. Beides funktioniert gleichermassen einfach und schnell. Schwieriger wird es mit den vielen Möglichkeiten im Autofokus-Menü. Einsteiger dürften damit  überfordert sein. Aber auch erfahrene Profis werden einige Zeit mit Kamera und Anleitung verbringen, bis sie die optimalen AF-Einstellung für ihre Motive gefunden haben.

Da gibt es die verschiedenen Scharfstellungs-Modi wie Einzel-AF (AF-S) oder Dauer-AF (AF-C) plus die automatische Wahl (AF-A) zwischen den beiden. Beim direkten manuellen Fokus (DMF) kann nach der automatischen Fokussierung manuell nachkorrigiert werden. Das ist oft schneller, als wenn ausschliesslich manuell scharfgestellt wird (MF). Eine anpassbare Vergrösserung und Kantenhervorhebung erleichtern die manuelle Fokussierung.

Bei den Messfeld-Optionen bestimmt man die automatische Messfeldwahl (Breit), einen Bereich (Feld), in dem automatisch ein Fokussierbereich ausgewählt wird, ein mittiges Messfeld (Mitte), ein bewegbares Messfeld (Flexible Spot) in drei Grössen oder die erweiterte Flexible-Spot-Option.

Verfolgungswahn

Wird kontinuierlich scharfgestellt, lässt sich der Autofokus an ein Motiv «klammern». Dazu wird das Messfeld auf AF-Verriegelung gestellt. Drückt man dann den Auslöser halb herunter, ist das Motiv «verriegelt». Ähnlich funktioniert die Mitte-AF-Verriegelung, die nur das Motiv in der Mitte zu «verriegeln» versucht. Eine Gesichtserkennung mit Augenfokussierung ist ebenso vorhanden wie unterschiedliche AF-Verfolgungs-Empfindlichkeiten.

Bestimmte Einstellungen erscheinen übrigens erst, wenn man sie auf eine Taste legt. Etwa die Funktion «Augen-AF». Nach einigem Üben mit den verschiedenen AF-Parametern wurde es zwar etwas überschaubarer, aber immer noch nicht benutzerfreundlich. Vor allem die verschiedenen Anzeigerahmen in Kombination aus Gesichtserkennung und Motiv-Verriegelung verwirren.

Sony Alpha 7R III Autofokus: AF-Menü 1.
Sony Alpha 7R III Autofokus: AF-Menü 1.
Sony Alpha 7R III Autofokus: AF-Menü 2.
Sony Alpha 7R III Autofokus: AF-Menü 2.
Sony Alpha 7R III Autofokus: AF-Menü 3.
Sony Alpha 7R III Autofokus: AF-Menü 3.
Sony Alpha 7R III Autofokus: Fokus-Modus bestimmen.
Sony Alpha 7R III Autofokus: Fokus-Modus bestimmen.
Sony Alpha 7R III Autofokus: Fokusfeld bestimmen.
Sony Alpha 7R III Autofokus: Fokusfeld bestimmen.
Sony Alpha 7R III Autofokus: AF-Verfolgungsempfindlichkeit bestimmen.
Sony Alpha 7R III Autofokus: AF-Verfolgungsempfindlichkeit bestimmen.
Sony Alpha 7R III Autofokus: Fokusmodus via Schnellmenü während der Aufnahme ändern.
Sony Alpha 7R III Autofokus: Fokusmodus via Schnellmenü während der Aufnahme ändern.
Sony Alpha 7R III Autofokus: Objektverfolgung, mit aussagekräftigem Hilfetext.
Sony Alpha 7R III Autofokus: Objektverfolgung, mit aussagekräftigem Hilfetext.
Sony Alpha 7R III Autofokus: Das Gesicht ist AF-verriegelt.
Sony Alpha 7R III Autofokus: Das Gesicht ist AF-verriegelt.
Sony Alpha 7R III Autofokus: Der Autofokus wurde auf das linke Auge gelegt.
Sony Alpha 7R III Autofokus: Der Autofokus wurde auf das linke Auge gelegt.

Wenn beispielsweise die Mitte-AF-Verriegelung eingeschaltet ist, wird durch Druck auf die Steuerscheibe ein mittiges Motiv oder per Fingertipp auf den Monitor das anvisierte Motiv «AF-verriegelt» und kriegt dann einen weissen Doppelrahmen, der bei erfolgter Scharfstellung auf Grün wechselt. Die Kamera folgt der Bewegung des Motivs so weit sie kann. Verliert sie das verriegelte Motiv, «sucht» sie ein nächstes, zum Beispiel ein Gesicht, schnappt aber bei Wiedererkennen beim alten Motiv wieder ein. Durch Druck auf die Steuerscheibe oder den Joystick wird die Verriegelung aufgehoben.

Wenn nun die Gesichtserkennungs-AF-Priorität eingeschaltet ist, wird sofort ein Gesicht erkannt, falls vorhanden, und mit einem einfachen, weissen Rahmen markiert und verfolgt bzw. verriegelt. Tippt man jetzt noch auf dem Monitor auf ein anderes Motiv, wird dieses mit Doppelrahmen markiert und ebenfalls AF-verriegelt. So habe ich oft zwei Rahmen im Bild: einen einfachen fürs Gesicht und einen doppelten fürs Motiv. Wenn ich die Kamera bewege, können plötzlich beide Rahmen auf einem Gesicht liegen.

Es geht noch weiter: Drückt man die Steuerscheibe, wenn beide Rahmen auf dem Gesicht liegen, wird die Verriegelung zwar aufgehoben, doch das Gesicht bleibt mit Einfachrahmen (Gesichtserkennung) markiert. Drückt man nochmals auf die Steuerscheibe, wird im Gesicht das linke oder rechte Auge grün markiert (die Funktion «Augen-AF» wurde auf die Steuerscheibe vorbelegt). Hält man jetzt die Steuerscheibe gedrückt und löst aus, wird auch auf dieses Auge fokussiert fotografiert.

Megabilder

Beeindruckend ist auch der neue Mehrfachaufnahmemodus der Alpha 7R III, das Pixel-Shift Multi-Shooting. Dabei verschiebt die Kamera den Sensor präzise in Ein-Pixel-Schritten, um vier einzelne pixelverschobene Bilder zu erzeugen. Diese werden mit der neuen «Imaging Edge»-Software-Suite zu einem Bild zusammengesetzt und verarbeitet. Das dabei entstehende Foto verblüfft mit einer extrem hohen Auflösung von 169,6 Megapixeln und einer erstaunlichen Farbgenauigkeit für jedes Pixel bei wenig Moirée in feinen Mustern und Texturen.

Wer Architektur, Kunst oder andere Motive mit vielen komplexen Details und Farben fotografiert, sollte diesen Modus unbedingt ausprobieren. Natürlich benötigt das Pixel-Shifting eine gesamthaft längere Belichtungszeit, das Motiv sollte also möglichst statisch sein. Am besten fotografiert man ab Stativ und mit ferngesteuerter Kamera.

Leider funktioniert die Software für das Zusammensetzen der vier Bilder nur auf einem externen Computer. Hier ist der Kameraprozessor mit der schieren Datenmenge einfach überfordert.

Warten auf den Blitz: Bei der Pixel-Shift-Aufnahme lässt sich eine Intervallzeit bestimmen, welche die Aufladezeit des Blitzgerätes berücksichtigt.Warten auf den Blitz: Bei der Pixel-Shift-Aufnahme lässt sich eine Intervallzeit bestimmen, welche die Aufladezeit des Blitzgerätes berücksichtigt.
Übersicht zu diesem Artikel
Seite 1:
Seite 2:
Seite 3:
Seite 4:
Seite 5:
Seite 6:
Seite 7:

Durch den neuen OLED-Tru-Finder der Alpha 7R III lässt sich sehr gut fotografieren. Die hohe Auflösung von 3,68 Millionen Bildpunkten ist ein grosser Pluspunkt gegenüber dem Vorgängermodell. Die Detailwiedergabe der Motive ist ausgezeichnet. Der Tru-Finder, der auch in der Sony-Profikamera Alpha 9 zu finden ist, verfügt über eine Zeiss-T*-Beschichtung, die Reflexionen reduziert. Eine Fluorbeschichtung schützt den Sucher vor Schmutz.

Die Bildwiederholrate des Suchers kann von 60 auf 120 Bilder pro Sekunde erhöht werden und zeigt im Vergleich zur 7R II nicht nur eine schärfere Darstellung, sie ist auch noch flüssiger. Mit seiner 0,78-fachen Vergrösserung gehört das Sucherbild der 7R III zu den besten Modellen auf dem Markt. Per Augensensor wird der Sucher automatisch aktiviert, sobald man ihn vors Auge nimmt.

Das LC-Display wurde ebenfalls überarbeitet und bietet jetzt eine leicht höhere Auflösung als der Vorgänger. Die WhiteMagic-Technologie sorgt für eine bessere Erkennbarkeit bei hellem Tageslicht, und auch der grosse Einblickwinkel gefällt. Sowohl für den Sucher als auch für das Display kann die Anzeigequalität von «Standard» auf «Hoch» gestellt werden. Dann wird die vom 42,4-Megapixel-Sensor gelesene Datenmenge komplett genutzt und besonders feinkörnig dargestellt. Dies, wie auch die höhere Bildwiederholrate, benötigen entsprechend mehr Akkuleistung.

Das Display lässt sich nach oben (rund 100 Grad) und nach unten (rund 45 Grad) schwenken, aber nicht seitlich ausklappen oder nach vorne drehen. Selfie-Freaks und Youtube-Präsentatoren müssen deshalb das Smartphone zur Bildkontrolle hinzunehmen. Für horizontale Aufnahmen lässt sich mit dem Display sehr bequem arbeiten, bei vertikaler Kamerahaltung ist man damit weniger flexibel.

Die Touch-Funktion des Displays erlaubt das schnelle und direkte Fokussieren per Fingerzeig. Andere Touch-Möglichkeiten gibt es kaum. Bei Menüeinstellungen funktioniert das Touch-Display nicht, und die Touch-Wiedergabe ist nur sehr eingeschränkt möglich. Schade.

Gut hingegen hat Sony das Problem des automatischen Sucher/Display-Umschaltens gelöst, wenn das Display in Körpernähe gehalten wird: Sobald man es ein wenig schwenkt, schaltet der Augensensor aus, der sonst den Sucher aktiviert hätte.

Für eine Bildvorschau mit den Einstellungen vor der Aufnahme sind gleich drei Funktionen vorhanden. Während «Blendenvorschau» wie eine Abblendtaste funktioniert und die Blende auf den eingestellten Blendenwert schliesst, so dass die Unschärfe vor der Aufnahme überprüft werden kann, werden bei «Erg. Aufn.vorschau» auch noch die Auswirkungen von DRO (Dynamikbereich-Optimierung), Verschlusszeit und ISO-Empfindlichkeit angezeigt. Bei «Live View» werden alle Einstellungen aufs Bild angewendet und gezeigt.