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Rundgang und Klangeindrücke

Soulution Geräte werden vor der Auslieferung nicht nur messtechnisch auf Herz und Nieren geprüft. Sie werden auch direkt im Vergleich mit der Referenz gehört.Soulution Geräte werden vor der Auslieferung nicht nur messtechnisch auf Herz und Nieren geprüft. Sie werden auch direkt im Vergleich mit der Referenz gehört.

Die gesamte Fertigung inklusive Qualitätskontrolle in Dulliken ist in zwei grosszügige Räume gegliedert. Die Bewirtschaftung tausender Komponenten, davon viele kundenspezifisch, dürfte eine besonders grosse Herausforderung bedeuten. Jeder Handgriff sitzt. In der Ruhe liegt die Kraft.

Der geschulte Blick in die Geräte offenbart die Grundlage für höchste Qualitätsansprüche: Spezial-Kondensatoren, besonders rauscharme Widerstände, spezielle Halbleiter, Platinen und massgeschneiderte Verbindungselemente wie konfektionierte Kabel beherrschen das Bild.

An der vorderen Seite eines Raums findet man den Testaufbau für Hörtests. Die kritischen Focal Stella Utopia dienen als Lautsprecher und werden auch an Fachmessen eingesetzt. Deshalb werden auch die Schutzfolien immer wieder angebracht.

Die Akustik ist erstaunlich gut und tauglich für kritisches Hören. Das ist einer Akustik-Decke geschuldet und auch dem Umstand zu verdanken, dass da ziemlich viel rumsteht. Jede Menge natürliche Diffusion sozusagen ...

Klangeindrücke

Ich habe die Stella Utopia von Focal noch nie so gut gehört. Der Hochtonbereich wirkte auf mich bei jeder bisherigen Vorführung in der Tendenz agressiv und anstrengend. Das war mit Soulution Elektronik nicht einmal mehr ansatzweise wahrnehmbar. Einerseits finde ich es schade, diese Lautsprecher bisher unterschätzt zu haben, andereseits wäre es besser, wenn sie weniger empfindlich auf die Verstärkung reagierten.

Die digitale Phasenkorrektur der Zuspieler beider Serien beeindruckte mich ebenso. Der Unterschied war bemerkenswert deutlich. Die Exaktheit der Raumabbildung verbesserte sich markant und vor allem auch diese Aura und Luft um die Akteure. Es ist auch problemlos nachvollziehbar, dass es sich bei entsprechender Solvenz lohnt, in die 7er Serie zu investieren. Damit kling alles noch eine entscheidende Wenigkeit selbstverständlicher.

Die Basskontrolle ist mit nichts zu vergleichen, das mir bekannt ist.

Es mag auf dem Markt Verstärker geben, die mit der 5er Serie bei Qualität und Preis vielleicht mithalten können. Für deren Hersteller ist das ihre Referenz. Hier ist die Messlatte noch höher, mit der 7er Serie.

Fazit

Ich kann mir durchaus vorstellen, dass die beste Elektronik für High End Audio tatsächlich im schweizerischen Dulliken hergestellt wird. Sollte diese Vermutung nicht zutreffen, dann wüsste ich noch nicht so recht, wo suchen.

Ich bin gespannt auf die kommende 3er Serie. Da könnten noch viele das Fürchten lernen, wenn Soulution dann auch noch relativ bezahlbar werden wird.

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avguide.ch: Wie kommt es, dass ein Hersteller von kundenspezifischen Elektromotoren eines Tages damit begann, High End Audiogeräte herzustellen? Das Hobby des Chefs ?

Ja und nein (lacht). Die Spemot gehörte früher zu Jura und produzierte nebst Elektromotoren auch Haushaltgeräte für Grossverteiler wie Migros und Coop. Ende der 90er Jahre, als mein Vater zusammen mit dem damaligen Management die Spemot AG kaufte, war dies unser wichtigstes Geschäftsfeld. Intensiver Wettbewerb aus Fernost hat die Weiterführung des Geschäftsbereiches Haushaltgeräte mit Entwicklungs- und Produktionsstandort Schweiz verunmöglicht. In der Folge hatten wir den Geschäftsbereich Elektromotoren intensiviert und weiter ausgebaut, ausserdem waren wir mit professionellen Geräten für die Spitzengastronomie mit einem weiteren Geschäftsfeld am Start. Damals wusste allerdings niemand, ob sich die erheblichen Investitionen in die Restrukturierung der Spemot AG langfristig auszahlen würden. Auf der Suche nach einem dritten Geschäftsfeld entstand die Idee, im High End Audio etwas aufzubauen. Meine Passion dafür und auch die des CEO von Spemot bildeten die Grundlage für den Entscheid. Wir machten den Vertrieb von Audiolabor Elektronik für die Schweiz, die dann aber aus finanziellen Gründen nicht weitermachen konnten. Wir beschlossen zu investieren und haben den damaligen Entwickler von Audiolabor zu uns in die Schweiz geholt und ihn beauftragt, Vorstufe, Endstufe und CD-Player für Soulution zu entwickeln. Kostenvorgabe gab es keine, er sollte einfach kompromisslos auf besten Klang optimierte Geräte entwickeln. Als wir nach zwei Jahren noch fernab unserer Zielsetzung waren, machten wir dennoch weiter, im Wissen, dass wir nicht mehr zurück können. Sechs Jahre nach dem Start war dann die erste Gerätegeneration parat. Um die getätigten Investitionen, welche wesentlich höher waren als erwartet, wieder zurückführen zu können, waren wir damit mehr oder weniger gezwungen, Soulution zu einem Erfolg zu machen.

avguide.ch: Das war im Jahr..?

Das war dann 2005. Damals verkauften wir die ersten Geräte und hatten die ersten Testberichte in den Fachmedien. Der erste offizielle Messeauftritt war dann 2006 auf der High End in München.

avguide.ch: Wie kam das an? Ihr wart ja völlig neu im Geschäft?

Der Markt hatte wenig Verständnis für „Spinner“, die in dieser hohen Preiskategorie mit Verstärkern aufwarteten. Darauf schien niemand gewartet zu haben. Entgegen unseren Vorstellungen bestand vertriebsseitig kein Interesse in Deutschland und der Schweiz, aber wir konnten Vertriebe in Japan, Hong Kong, Taiwan und den USA gewinnen. Die sprangen sofort auf. Es ging mit einem Paukenschlag los, aber die Pauke war nicht dort, wo wir sie erwartet hätten. Dafür hatten wir dann gleich das Problem, dass wir für Japan, Taiwan und die USA Versionen mit 120 V (AC) oder gar 100 V (AC) liefern mussten, die wir noch nicht hatten. Dann hatten wir noch keinen CD-Spieler, und als wir den schliesslich lancierten, kam die Forderung nach einer preiswerteren Modellreihe. Das war eine stürmische Phase, aber das machte auch Spass.

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