Wieso ein Elektrostat?
Wieso hast Du das elektrostatische Prinzip gewählt?
Drei Sekunden lang halte ich den sechseckigen Power Button gedrückt. Ein rotes FiiO-Logo erscheint auf dem tiefschwarzen Display und es zeichnet sich ein weisser Schriftzug ab: «Born For Music». Willkommen beim tragbaren High-Resolution-Musikplayer M11 Plus des chinesischen Herstellers FiiO Electronics Technology Co.
Der Name Fiio bedeutet so viel wie «Stolzes Fliegen». Das im Jahr 2007 gegründete Unternehmen stellt Kopfhörerverstärker und hochauflösende digitale Audioplayer her und fokussiert sich auf ein audiophiles Zielpublikum. Vor uns liegt das günstigere Modell von FiiO, das für 749 CHF erhältlich ist. Daneben gibt es das deutlich teurere High-End-Modell M17 für 1990 CHF. Mit seinem Preis liegt der M11 Plus insgesamt im unteren Mittelfeld des Preisspektrums für HiRes-Player.
Wie war das mit der Folienbeschaffung? Gab es da bei der Herstellung des allerersten Prototypen anno 1971 auf Deinem "Küchentisch" nicht sowas wie eine Coop-Migros-Saran-Folien-Verbindung?
Laufen die ersten Float-Systeme immer noch, oder gab es da mit all den Jahren doch gewisse Ermüdungserscheinungen?
In meinem „privaten“ Referenz-Float sind immer noch Systeme eingebaut, die ich im Jahre 1972 eigenhändig gebaut habe. Sie laufen also seit rund 40 Jahren ohne Probleme und mit unveränderten Eigenschaften.
War der Float tatsächlich der erste offene Kopfhörer?
Ja.
Bei der Jazzkomposition «Blue in Green» von Miles Davis aus dem Jahr 1959 triumphiert der FiiO M11 Plus dank einer sehr ausgewogenen Klangqualität und detailreichen Schattierungen. Die delikat gewischten Jazzbesen und sanft gespielten Hi-Hats sind bis ins kleinste Detail erkennbar, während der Kontrabass ein solides, aber nicht dominierendes Fundament legt. Selbst das leise Rauschen der Bandmaschine ist deutlich zu hören. Miles Davis Trompete und darunter das Klavierspiel von Bill Evans versetzen den Hörer in eine tranceartige Atmosphäre.
Wie im Jazz überzeugt der High Resolution Audio Player auch im Classic-Rock mit einem wunderbar ausgewogenen Frequenzgang. So kommen rockige Drums, wie etwa bei «Life in the Fast Lane» von den Eagles (2013 Remaster) mit viel Druck daher. Gleichzeitig haben die Höhen der Hi-Hats und verzerrten Gitarren mit dezenten Impulsen viel Drive.
Der M11 klingt hervorragend bei live eingespielter Musik. Um dies zu verifizieren, nimmt uns Produzent Ry Cooder mit nach Havanna, zum Buena Vista Social Club. Der Titel «Chan Chan» in der 25th Anniversary Edition ist eine atemberaubende Live-Aufnahme. Bei geschlossenen Augen entsteht der Eindruck, man befände sich direkt im Publikum. Dank der ausgezeichneten räumlichen Zeichnung des M11 Plus entsteht ein realistisches Klangbild, bei dem jedes Instrument seinen festen Platz einnimmt. Feinste Nuancen der Bongos und Congas sind klar hörbar, während die exotischen Bassklänge der Musik räumliche Tiefe verleihen. Es handelt sich dabei übrigens um sogenannte Udu-Trommeln aus Nigeria.

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