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TESTBERICHT
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Publikationsdatum
4. November 2018
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MEDIEN

Hinter der MLS 3 steckt jahrelange Erfahrung mit Lautsprechern mit Linienschallquellen (Line Source) und Dipol-Abstrahlung. Obwohl die MLS 3 im Prinzip einer etwas verkleinerten MLS 2 entspricht, ist sie völlig neu konstruiert. Aufgrund der schmaleren Front mussten neue Bändchen-Mittel-Hochtontreiber entwickelt und gebaut werden.

Bei der Konstruktion des komplexen, aus Holz und Aluminium bestehenden Gehäuses mit seiner rückseitig angebrachten akustischen Linse, wurde auf höchste Freiheit von unerwünschten Vibrationen geachtet. Die akustische Linse sorgt dafür, dass hinter der Box ein absolut diffuses Schallfeld entsteht. Das beachtliche Gewicht von 65 kg beweist, dass hier nicht an Material gespart wurde.

Fast alles neu ...

Quizfrage: Welcher der beiden Bändchen-Mittel-Hochtöner arbeitet nach dem Prinzip der Punktschallquelle und welcher huldigt dem Prinzip der Linienschallquelle? (Auflösung am Schluss dieses Berichtes).

Die neuen Bändchen-Mittel-Hochtöner huldigen nicht wie die bekannten koaxialen Bändchensysteme dem Abstrahlprinzip der Punktschallquelle, sondern der Linienschallquelle. Wo dabei die Unterschiede liegen, erklärt Kurt Scheuch im nachfolgenden Interview.

Die extrem verwindungssteifen Membranen der Tieftöner und Passivtreiber verändern je nach Durchmesser ihre Dicke. Ganz aussen an den Membranen ist zudem ein kleiner Wulst angebracht, der die Steifheit der Membranen nochmals erhöht. Die quer über die Gummisicke verlaufenden Versteifungen bewirken, dass die Sicke bei grossen Auslenkungen formstabil bleibt und nicht einknickt. Dadurch ist eine lineare und taumelfreie Führung der Membrane gewährleistet.

Eine Basseinheit besteht aus zwei aktiven und zwei passiven Chassis mit je 18 cm Durchmesser, die in einem Gehäuse von lediglich 32 Litern ihre Arbeit verrichten. Ob dieser recht kompakte Antrieb der Box ein genügend potentes Bassfundament verleihen kann, wird der Hörtest zeigen.

Mittels Schaumstoffeinsätzen, die sich in die Schlitze der akustischen Linse einsetzen lassen, kann der rückwärtige Schallpegel dosiert werden. So ist es möglich, die MLS 3 auch relativ nahe an eine Rückwand zu stellen.

Hochpräzise gefertigt

Daniel Raymann setzt Schaumstoffeinsätze in die Lamellen, damit der rückwärtige Schall reduziert wird und die MLS 3 näher an die Rückwand gestellt werden kann.

Die MLS 3 kosten 35'000 Franken pro Paar. Wer diese hervorragend gefertigten Lautsprecher aus der Nähe betrachtet und gesehen hat, wie auch die Bändchen-Systeme im eigenen Hause hergestellt werden, wird rasch realisieren, dass Piega damit nicht mehr allzu viel an diesem Projekt verdient. Während Altmeister Kurt Scheuch für die Konzeption der MLS 3 verantwortlich zeichnet, ist die Konstruktion und die klangliche Abstimmung und damit auch die Auslegung der Weiche das Werk des langjährigen Mitarbeiters Daniel Raymann.

Weil die wichtigsten Fragen betreffend Funktion dieses Lautsprechers im Interview von Kurt Scheuch beantwortet werden, fassen wir uns kurz und begeben uns in den Konzertsaal – pardon in den Vorführraum von Piega mit wohnraumgerechter Akustik. Dort angekommen hören wir uns die neusten Werke in aller Ruhe und mit der eigenen Software in High-Resolution über folgende Komponenten an: Vorverstärker T+A P 3000HV, CD-Player T+A MP 3000HV, 2 Stück Endstufe 3000HV, Netzteil PS 3000HV. Als Schallquelle dient der bewährte HiRes-Player Pioneer XDP-300R mit erstklassigen HiRes-Aufnahmen von Klassik über Jazz bis zu Rock-Pop.

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