Peng...klatscht der Hörer auf den Boden - es folgt ihm eventuell noch eine teure Brille...
Deswegen liebäugeln auch heute viele Musikhörer mit einem drahtlosen Funk-Kopfhörer.
Sie trauen der Sache jedoch immer noch nicht ganz über den Weg und erinnern sich an die damals noch nicht so ganz unproblematischen Infrarot-Hörer.
Funk anstelle Infrarot
Wie bereits erwähnt, erhielten die drahtlosen Kopfhörer der Vergangenheit ihre Signale von einem Infrarotsender.Bewegte sich der Hörer im Raum herum, so waren oft aufrauschende Störungen zu vernehmen und die Wände stellten unüberwindbare Hindernisse für die Infrarotwellen dar.
Heute geht alles anders und zwar via Funk, wie zum Beispiel beim UKW-Radio.
Wände, Decken und Böden stellen keine Hindernisse mehr dar.
Die Reichweite solcher Funk-Kopfhörer beträgt im Idealfalle bis zu 100 Meter.
Nachbarin hört mit...
spielt ohne Kabel wo man immer will...
Zum Beispiel dann, wenn der zugegebenermassen unwahrscheinliche Fall eintritt, dass die Nachbarin ebenfalls einen solchen Hörer auf derselben Frequenz betreibt.
Dann gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder man hört mit und lernt neues Klangmaterial und den musikalischen Geschmack der Nachbarin kennen.
Oder man wählt an der "Channel"-Taste des Senders eine andere Sendefrequenz. Auf einen simplen Druck auf die "Tune" - Taste am Kopfhörer wird die neue Frequenz automatisch gefunden.
Da der Empfänger im Kopfhörer immer die letztbenutzte Frequenz wählt, sollte ein einmal laufendes System keine Probleme bereiten.
Während unserer ganzen Erprobungszeit war keine einzige Störung von aussen zu bemerken.
Gemeinsamkeiten
Rein äusserlich unterscheiden sich unsere Testkandidaten nicht sehr stark.Bei beiden Systemen ruht der Hörer bei Nichtbenutzung auf einem Metall-Bügel der Sendestation. Dabei werden die Akkus im Hörer automatisch aufgeladen.
Beiden Hörern gemeinsam sind weiche und sehr komfortable ohrumschliessende Polster, die - trotz des nicht geraden geringen Gewichts des Hörers - einen sehr hohen Tragekomfort ermöglichen.
Hier drückt aber auch gar nichts auf eventuell abstehende Ohren und auch Brillenträger fühlen sich wohl.
Die Hörsysteme werden über ein Audio-Kabel mit einem 3,5 mm Klinkenstecker (6,3 mm Adapter im Lieferumfang) an die gewünschte Programmquelle angeschlossen.
Unterschiede
Der RS 130 bietet eine wählbare Schaltung zur Intensivierung des Raumklanges
Der RS 130 ist ein Hörer in offener Bauweise, der für Musik- und Heimkinofreunde entwickelt wurde.
Der RS 140 in geschlossener Bauweise eignet sich zudem speziell auch für Leute mit reduzierter Hörempfindlichkeit.
Dass die beiden Hörer unterschiedliche Features besitzen, erkennt man auch an der unterschiedlich beschrifteten grünen LED auf der Frontseite der Sender.
Beim RS 130 ist diese grüne Anzeige mit "Surround", diejenige beim RS 140 mit "Compression" beschriftet.
Raumklang plus
Sennheiser nennt die zuschaltbare Schaltung zur Verstärkung des Raumklanges "Sound Retrieval System (SRS).Dieses System soll den Raumklang eines Stereosignales verbessern. Ob das immer gut geht, zeigt der Hörtest.
Wem's nicht passt, kann's ja wieder ausschalten...
Reduzierte Dynamik für reduzierte Hörfähigkeit
aufladbare NiMH-Akkus im Hörer
Ist aber der Lautstärkeunterschied zwischen einem leisen Geflüster und einem lauten Schreien zu hoch, kann das für Leute mit reduzierter Hörfähigkeit Probleme ergeben.
Deshalb hebt die wählbare Kompressions-Schaltung die leisen Passagen an und senkt ganz laute ab.
Damit ist alles ungefähr gleich laut und das überlastete Gehör kann sich entspannen.
Dass bei einer solchen Schaltung leicht Unruhen im Klangbild (Pumpen und Zischeln etc.) auftreten können, lässt sich leider kaum vermeiden.
Die Lautstärke kann bei diesem Hörer von Leuten mit stärker reduzierter Hörempfindlichkeit sehr kräftig gewählt werden.
Damit der laut eingestellte Hörer nicht andere Personen durch Zischeln stört und man zudem selbst nicht vom Umgebungslärm gestört wird, hat man diesen Hörer geschlossen gebaut.
Praxis
An der Bedienung gibt es kaum etwas auszusetzen, ausser man suche unbedingt das berüchtigte Haar in der Suppe.Die Hörer sind leicht und auch auf die Dauer angenehm zu tragen.
Die Reichweite ist abhängig von der Beschaffenheit der Wände und Decken. In Gebäuden mit viel Stahlbeton ist natürlich früher Schluss mit dem Konzert, als bei einem Backstein-Haus.
Kein Problem war es, mit beiden Hörern im Garten, rund 20 Meter vom Sender entfernt, störungsfrei Musik zu hören.
Auch einen Stock höher oder tiefer im Hause, war der Empfang noch ungestört.
Beim Herumgehen im Hause war ab und zu ein leichtes Aufrauschen zu vernehmen.
Gute Klangqualität
Die Hörer besitzen komfortable, ohrumschliessende Polster
Das Klangbild ist sehr breitbandig, frei von Verfärbungen und wirkt angenehm brillant.
Der Bassbereich des offenen RS 130 ist sogar noch um eine Spur knackiger als beim geschlossenen RS 140.
Die Hörer sind echte Allrounder und sind bei allen Arten von Musik im Element.
Die Sprachverständlichkeit ist sehr gut.
Surround Sound
Die zuschaltbare Schaltung zur Verbesserung des Raumklanges wirkt je nach Klangmaterial sehr unterschiedlich. Zuweilen vergrösserte sich die Klangbühne bei Sportsendungen und Konzerten in grossen Hallen geradezu unglaublich.Dabei bleiben die Stimmen der Sprecher(innen) trotzdem klar und gut verständlich.
Bei anderen Sendungen war der Raumeffekt eher bescheiden. Zudem dickte diese Schaltung den Klang zuweilen etwas unangenehm auf.
Klar und deutlich...
Versuche mit Personen mit deutlichem Hörverlust zeigten, dass sie ohne Hörgerät recht massive Pegel am RS 140 wählten, welche der Kopfhörer klaglos und ohne Verzerrungen liefern konnte.Die Sprachverständlichkeit über den RS 140 wurde - mit oder ohne Hörgerät - als sehr viel besser beurteilt, als via Fernsehton und Hörgerät.
Begrenzte Dynamik
Gute Bedienbarkeit auch beim RS 140
So wird leises Flüstern gut verständlich und lautstarkes Geballere in Actionstreifen tritt etwas in den Hintergrund.
Das bezüglich Dynamik so entschärfte Klangbild ist für ein Gehör mit reduzierter Hörfähigkeit leichter zu bewältigen. Die leichten Pumpeffekte müssen dabei in Kauf genommen werden.
Das Haar in der Suppe
Das einzige, was das Hörvergnügen bei beiden Hörern etwas beeinträchtigt, ist ein geringes Grundrauschen, das weniger bei TV-Sendungen als bei sehr rauscharmen CDs zu hören ist.Beim RS 130 sind zudem ganz minime Rauschmodulationen bei kritischen Klängen wie Klavier etc. zu vernehmen.
Das Grundrauschen ist auch von der Stärke des Eingangssignals abhängig.
Bei zu geringem Eingangspegel muss die Lautstärke am Hörer hochgeschraubt werden und damit steigt auch das Grundrauschen an.
Bei genügend starken Eingangspegeln hält sich das Grundrauschen jedoch in tolerablen Grenzen.
Fazit
Die beiden Funk-Kopfhörer RS 130 und 140 hinterliessen im Test einen sehr guten Eindruck.Beiden gemeinsam ist eine bemerkenswert gute Klangqualität, hoher Tragekomfort und einfache Bedienbarkeit.
Das Haar in der Suppe findet man in Form eines gegenüber kabelgebundenen Hörern geringfügig erhöhten Grundrauschens, welches aber zum Beispiel beim Genuss von TV-Sendungen oder beim Herumdancen mit swingenden Klängen, kaum ins Gewicht fallen dürfte und auch bei CD-Wiedergabe mit genügend hohem Eingangspegel für die Sendestation tolerabel ist.