TESTBERICHT
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Publikationsdatum
13. März 2006
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Was gibt es hässlicheres, als ein Kopfhörerkabel, das sich irgendwo verheddert und einem den Kopfhörer bei einer Bewegung brutal vom Kopfe reisst.

Peng...klatscht der Hörer auf den Boden - es folgt ihm eventuell noch eine teure Brille...

Deswegen liebäugeln auch heute viele Musikhörer mit einem drahtlosen Funk-Kopfhörer.

Sie trauen der Sache jedoch immer noch nicht ganz über den Weg und erinnern sich an die damals noch nicht so ganz unproblematischen Infrarot-Hörer.

Funk anstelle Infrarot

Wie bereits erwähnt, erhielten die drahtlosen Kopfhörer der Vergangenheit ihre Signale von einem Infrarotsender.

Bewegte sich der Hörer im Raum herum, so waren oft aufrauschende Störungen zu vernehmen und die Wände stellten unüberwindbare Hindernisse für die Infrarotwellen dar.

Heute geht alles anders und zwar via Funk, wie zum Beispiel beim UKW-Radio.

Wände, Decken und Böden stellen keine Hindernisse mehr dar.

Die Reichweite solcher Funk-Kopfhörer beträgt im Idealfalle bis zu 100 Meter.

Nachbarin hört mit...

spielt ohne Kabel wo man immer will...

Ein Schnäppchen für Profis

Gemeinsamkeiten

Rein äusserlich unterscheiden sich unsere Testkandidaten nicht sehr stark.

Bei beiden Systemen ruht der Hörer bei Nichtbenutzung auf einem Metall-Bügel der Sendestation. Dabei werden die Akkus im Hörer automatisch aufgeladen.

Beiden Hörern gemeinsam sind weiche und sehr komfortable ohrumschliessende Polster, die - trotz des nicht geraden geringen Gewichts des Hörers - einen sehr hohen Tragekomfort ermöglichen.

Hier drückt aber auch gar nichts auf eventuell abstehende Ohren und auch Brillenträger fühlen sich wohl.

Die Hörsysteme werden über ein Audio-Kabel mit einem 3,5 mm Klinkenstecker (6,3 mm Adapter im Lieferumfang) an die gewünschte Programmquelle angeschlossen.

Unterschiede

Die GFX 50S ist Fujifilms erste spiegellose Mittelformatkamera ohne Tiefpassfilter. Wie bei Hasselblad kommt auch bei Fujifilm ein CMOS-Sensor mit einer Grösse von 43,8 x 32,9 mm zum Einsatz. Das ist rund 1,7-mal so gross wie ein Kleinbildsensor, gut viermal grösser als ein Sensor im APS-C-Format und 6,4-mal grösser als FourThird. Darauf befinden sich 51,4 Millionen effektive Pixel.

Der Bildwandler ist im 4:3-Seitenverhältnis ausgelegt und liefert maximal 8256 x 6192 Pixel. Mit diesen Abmessungen hat eine JPEG-Datei eine Grösse zwischen 20 und 25 Megabyte, je nach Bildinhalt. RAW-Dateien sind um 110 Megabyte gross. Neben 4:3 sind auch die Seitenverhältnisse 3:2, 16:9, 1:1, 65:24, 5:4 und 7:6 wählbar.

Für eine optimale Schärfe besitzt der Bildwandler kein Tiefpassfilter. Interessanterweise kommt beim Sensor des GFX 50S das übliche Vierermuster (Bayer-Matrix) mit Primärfarbenfilter zur Anwendung, und nicht etwa wie bei der X-T2 das von Fujifilm selbst entwickelte X-Trans-Verfahren mit einem 6 x 6 Raster bei der Farbfilteranordnung.

Die Vorderseite der Kamera wird ganz vom neuen G-Mount-Bajonett dominiert. Es hat einen Durchmesser von 65 mm und ein Auflagemass von nur noch 26,7 mm. Das ist sehr kurz im Vergleich zu herkömmlichen Mittelformat-Spiegelreflex-Kameras und erleichtert die Konstruktion von Adaptern für Objektive von Fremdherstellern. Der Abstand zwischen der Rücklinse des Objektivs und dem Sensor konnte ebenfalls verringert werden, was laut Fujifilm zu einer verbesserten Abbildungsleistung bei Weitwinkelobjektiven führen soll.

Neben dem Objektiv-Entriegelungsknopf links unten befinden sich etwas weiter oben die Funktionstaste Fn2 und links daneben das vordere Einstellrad, rechts vom Bajonett, knapp unter der oberen Kante, gibt es nur noch den Blitz-Synchronanschluss. Oberhalb und unterhalb der grossen Bajonettöffnung ist nicht mehr viel Platz vorhanden. Ein Zeichen dafür, dass Fujifilm das Gehäuse der 50S so kompakt wie möglich halten möchte.

Auf der Oberseite befinden sich links und rechts des Suchers die beiden Einstellräder, zahlreiche Tasten und ganz rechts, unterhalb des Ein/Aus-Schalters, ein monochromes LCD-Zusatzdisplay. Dieses hat keine fest eingravierten Symbole, die auf vielen anderen Kameras zu finden sind. Die Anzeigen, Texte wie Symbole, sind flexibel und lassen sich vom Benutzer anpassen. Sie sind zudem auch ohne Brille und draussen in der Sonne gut ablesbar.

Die linke Rückseite wird vom aufklappbaren Monitor eingenommen. Rechts davon sind drei weitere Funktionstasten, ein Joystick-ähnlicher Fokushebel, die Pfeiltasten mit Menü/OK-Taste in der Mitte, die Display- sowie die Quickmenü-Knöpfe untergebracht. Der Fokusmodusschalter, die Wiedergabe- und die Löschen-Taste sind gleich oberhalb des Monitors, noch in dessen breiten, etwas hervorstehenden Gehäuseumrandung, eingelassen.

Eine geniale Lösung ist Fujifilm beim Sucher eingefallen. Dieser lässt sich abnehmen, auf den optional erhältlichen Gelenkadapter EVF-TL1 einrasten und damit um ±45 Grad nach links oder rechts sowie zwischen 0 und 90 Grad nach oben schwenken.

Die Unterschiede liegen, neben den Preisunterschieden vor allem in den Funktionsweisen.

Der RS 130 ist ein Hörer in offener Bauweise, der für Musik- und Heimkinofreunde entwickelt wurde.

Der RS 140 in geschlossener Bauweise eignet sich zudem speziell auch für Leute mit reduzierter Hörempfindlichkeit.

Dass die beiden Hörer unterschiedliche Features besitzen, erkennt man auch an der unterschiedlich beschrifteten grünen LED auf der Frontseite der Sender.

Beim RS 130 ist diese grüne Anzeige mit "Surround", diejenige beim RS 140 mit "Compression" beschriftet.

Während der rückseitige 3,2 Zoll (8,1 cm) grosse Monitor schon über scharfe 2,36 Millionen Bildpunkte verfügt, liegt der 0,5 Zoll (1,3 cm) grosse OLED-Sucher mit seinen rund 3,69 Millionen Punkten nochmals eine Klasse höher. Damit schlägt er auch den Hasselblad-Sucher mit seinen 2,35 Megapixel deutlich  nicht nur in der Auflösung, auch bei der Bildwiederholungsrate.

Die zwei SD-Speicherkarten-Einschübe an der rechten Kameraseite sind beide UHS-II-kompatibel und können auf verschiedene Weise genutzt werden. In der Standardeinstellung wird auf die zweite Karte gespeichert, wenn die erste voll ist. Im Sicherungsmodus wird jedes Bild auf beiden Karten gespeichert, und bei «Sequenziell» die RAW- und JPEG-Aufnahmen getrennt auf eine Karte geschrieben.

An der linken Seite wurden alle Anschlüsse und das Akkufach untergebracht. Die Kamera verfügt über einen Micro-HDMI- und Micro-USB-Anschluss, Fernauslöserbuchse und Gleichstromeingang, ein Mikrofon- und ein Kopfhöreranschluss ist ebenfalls vorhanden. Das Gehäuse der GFX 50S ist staub- und spritzwassergeschützt und bis -10 Grad kälteresistent.

Verschluss-Sache

Reduzierte Dynamik für reduzierte Hörfähigkeit

aufladbare NiMH-Akkus im Hörer
Es gibt Leute, die glauben, man können nie genug Dynamik haben.

Ist aber der Lautstärkeunterschied zwischen einem leisen Geflüster und einem lauten Schreien zu hoch, kann das für Leute mit reduzierter Hörfähigkeit Probleme ergeben.

Deshalb hebt die wählbare Kompressions-Schaltung die leisen Passagen an und senkt ganz laute ab.

Damit ist alles ungefähr gleich laut und das überlastete Gehör kann sich entspannen.

Dass bei einer solchen Schaltung leicht Unruhen im Klangbild (Pumpen und Zischeln etc.) auftreten können, lässt sich leider kaum vermeiden.

Die Lautstärke kann bei diesem Hörer von Leuten mit stärker reduzierter Hörempfindlichkeit sehr kräftig gewählt werden.

Damit der laut eingestellte Hörer nicht andere Personen durch Zischeln stört und man zudem selbst nicht vom Umgebungslärm gestört wird, hat man diesen Hörer geschlossen gebaut.

Praxis

An der Bedienung gibt es kaum etwas auszusetzen, ausser man suche unbedingt das berüchtigte Haar in der Suppe.

Die Hörer sind leicht und auch auf die Dauer angenehm zu tragen.

Die Reichweite ist abhängig von der Beschaffenheit der Wände und Decken. In Gebäuden mit viel Stahlbeton ist natürlich früher Schluss mit dem Konzert, als bei einem Backstein-Haus.

Kein Problem war es, mit beiden Hörern im Garten, rund 20 Meter vom Sender entfernt, störungsfrei Musik zu hören.

Auch einen Stock höher oder tiefer im Hause, war der Empfang noch ungestört.

Beim Herumgehen im Hause war ab und zu ein leichtes Aufrauschen zu vernehmen.

Gute Klangqualität

Die Hörer besitzen komfortable, ohrumschliessende Polster
Beide Hörer liefern eine bemerkenswert gute Klangqualität und eignen sich nicht nur dazu, TV-Sendungen abzuhören, sondern auch anspruchsvolle klassische Konzerte zu geniessen.

Das Klangbild ist sehr breitbandig, frei von Verfärbungen und wirkt angenehm brillant.

Der Bassbereich des offenen RS 130 ist sogar noch um eine Spur knackiger als beim geschlossenen RS 140.

Die Hörer sind echte Allrounder und sind bei allen Arten von Musik im Element.

Die Sprachverständlichkeit ist sehr gut.

Surround Sound

Die zuschaltbare Schaltung zur Verbesserung des Raumklanges wirkt je nach Klangmaterial sehr unterschiedlich. Zuweilen vergrösserte sich die Klangbühne bei Sportsendungen und Konzerten in grossen Hallen geradezu unglaublich.

Dabei bleiben die Stimmen der Sprecher(innen) trotzdem klar und gut verständlich.

Bei anderen Sendungen war der Raumeffekt eher bescheiden. Zudem dickte diese Schaltung den Klang zuweilen etwas unangenehm auf.

Klar und deutlich...

Versuche mit Personen mit deutlichem Hörverlust zeigten, dass sie ohne Hörgerät recht massive Pegel am RS 140 wählten, welche der Kopfhörer klaglos und ohne Verzerrungen liefern konnte.

Die Sprachverständlichkeit über den RS 140 wurde - mit oder ohne Hörgerät - als sehr viel besser beurteilt, als via Fernsehton und Hörgerät.

Begrenzte Dynamik

Gute Bedienbarkeit auch beim RS 140
Sehr effizient vermindert die wählbare Kompressions- Schaltung des RS 140 die Dynamik.

So wird leises Flüstern gut verständlich und lautstarkes Geballere in Actionstreifen tritt etwas in den Hintergrund.

Das bezüglich Dynamik so entschärfte Klangbild ist für ein Gehör mit reduzierter Hörfähigkeit leichter zu bewältigen. Die leichten Pumpeffekte müssen dabei in Kauf genommen werden.

Das Haar in der Suppe

Das einzige, was das Hörvergnügen bei beiden Hörern etwas beeinträchtigt, ist ein geringes Grundrauschen, das weniger bei TV-Sendungen als bei sehr rauscharmen CDs zu hören ist.

Beim RS 130 sind zudem ganz minime Rauschmodulationen bei kritischen Klängen wie Klavier etc. zu vernehmen.

Das Grundrauschen ist auch von der Stärke des Eingangssignals abhängig.

Bei zu geringem Eingangspegel muss die Lautstärke am Hörer hochgeschraubt werden und damit steigt auch das Grundrauschen an.

Bei genügend starken Eingangspegeln hält sich das Grundrauschen jedoch in tolerablen Grenzen.

Fazit

Die beiden Funk-Kopfhörer RS 130 und 140 hinterliessen im Test einen sehr guten Eindruck.

Beiden gemeinsam ist eine bemerkenswert gute Klangqualität, hoher Tragekomfort und einfache Bedienbarkeit.

Das Haar in der Suppe findet man in Form eines gegenüber kabelgebundenen Hörern geringfügig erhöhten Grundrauschens, welches aber zum Beispiel beim Genuss von TV-Sendungen oder beim Herumdancen mit swingenden Klängen, kaum ins Gewicht fallen dürfte und auch bei CD-Wiedergabe mit genügend hohem Eingangspegel für die Sendestation tolerabel ist.
STECKBRIEF
Preis:
RS 130: 217.- RS 140: 297.-
Profil:
Funkkopfhörer mit guter Klangqualität und einwandfreiem Handling
Pro:
gute Klangqualität
gute Verarbeitung
hoher Tragkomfort
Contra:
geringfügig erhöhtes Grundrauschen
Ausstattung:
RS 130
Gewicht (Sender) 430 g
Gewicht (Empfänger) 280 g (inkl. Batterien)
Wandlerprinzip dynamisch, offen
Betriebszeit (Akku) 20-25 h
Klinkenstecker 3,5mm / 6,3 mm stereo


RS 140
Gewicht (Sender) 430 g
Gewicht (Empfänger) 280 g (inkl. Batterien)
Wandlerprinzip dynamisch, geschlossen
Betriebszeit (Akku) 20-25 h
Klinkenstecker 3,5mm / 6,3 mm stereo
Technische Daten:
RS 130
Max. Schalldruckpegel 104 dB
Reichweite bis zu 100 m
Modulationsart FM Stereo
Geräuschpegelabstand > 68 dBA
Abmessung (Sender) 85 x 225 x 133 mm

RS 140
Max. Schalldruckpegel 110 dB
Reichweite bis zu 100 m
Modulationsart FM Stereo
Geräuschpegelabstand > 68 dBA
Abmessung (Sender) 85 x 225 x 133 mm