CD besser als Streaming? Teil 2: Fakten und die brisante Realität.
Auch das Frequenzspektrum zeigt keine Abweichungen, und die Auswertung belegt 0 dB Pegeldifferenzen.
Beginnen wir mit einem Album aus dem Jazz-Rock-Genre.
Freeway Philharmonic: Vergleich zwischen CD und Qobuz-Download.
Der PK-Metric-Wert von weit über 100 dBfs bedeutet, dass die Differenzen zwischen den beiden Dateien absolut unhörbar sind, respektive keinen Einfluss haben. Die Übereinstimmung der Daten liegt bei 99,89 %.
Der PK-Metric-Wert von weit über 100 dBfs bedeutet, dass die Differenzen zwischen den beiden Dateien absolut unhörbar sind, respektive keinen Einfluss haben. Die Übereinstimmung der Daten liegt bei 99,89 %.
Alle drei – Stream, CD und Download – stammen von unterschiedlichen Mastern.
Eine grüne Fläche ohne Artefakte, besser geht nicht.Folgerung: Die DeltaWave-Nulltest-Auswertung zeigt, dass die beiden Datensätze zu 99,86 % identisch sind – und infolgedessen auch die resultierende Signalwellenform. Weder die Eight-to-Fourteen-Modulation noch die mechanisch-optische Rückwandlung der CD-Rohdaten in ein PCM-Signal noch der Transport der Daten übers Internet und die Speicherung auf einer lokalen Festplatte konnten die Daten in einer hörbaren Form verändern. Die PK-Metrik-Angabe (die Zusammenfassung der diversen Werte in einer Zahl) von 117,5 dB belegt, dass die Differenzen weit ausserhalb des menschlichen Hörbereichs und unterhalb der Auflösungsgrenzen der allermeisten Geräte liegen.
CD und Download sind identisch. Kein Träger ist jeweils besser als der andere – dies gilt für die Daten vor der Digital-Analog-Wandlung. Bei einem Hörvergleich, also in der realen akustischen Welt, kommen weitere Qualitätsfaktoren ins Spiel, sowie auch die subjektive Wahrnehmung des Hörers oder der Hörerin. Resultate von deutlich über 100 dBfs sind nur möglich, wenn die auf dem Server hinterlegte Datei zum Master für die CD-Produktion identisch ist.
Was ist, wenn wir streamen?
Der CD-Download-Vergleich war eindeutig – die Daten aus dem Internet kommen vollständig und korrekt an. Wie sieht es nun aus, wenn wir die Daten streamen, also bei der Ankunft sofort weiterverarbeiten und nicht nur auf der Festplatte speichern?
Hoppla, der PX-Metric-Wert hat sich mehr als halbiert und liegt nun im Bereich der hörbaren Differenzen.
Abhängig vom Streaming-Setup kann der Player (z.B. Tidal App) mittels Lautstärke-Normalisation die Pegeldifferenzen mittels Lautstärke-Regulierung bei der Wiedergabe ausgleichen. CD = 6 dB lauter, Stream = 2 dB leiser.Ist das nun der Beweis, dass Streaming als «Live-Ereignis» halt nicht kann, was CD und Download bieten, weil sie lokale Quellen sind?
Die Audioanalyse der drei Dateien gibt den Hinweis, warum die PK-Metric-Werte weit auseinanderliegen:
PK Metric: unhörbare Differenzen zwischen den Dateien.Streaming-Test
Streaming-Test mit einem brandneuen Album der Haydn-Sinfonien Nr. 94, welche von Giovanni Antonini und dem Kammerorchester Basel eingespielt wurden.
Hayden 2023: Symphonie Nr. 94.Das Album kann mit Auflösungen von 16 Bit/44,1 kHz, 24 Bit/96 kHz und 24 Bit/192 kHz heruntergeladen oder gestreamt werden. Da Auflösungen über 96 kHz nutzlos sind – siehe auch im Artikel «Digitale Mythen» – streamen wir mit 24/96 und vergleichen diese Datei mit dem 24/96-Download.
Qualitätseinbruch: Der PK-Metric-Wert fällt, bleibt aber über den Zeitraum der Anomalie stabil.• CD und Streaming sind prinzipiell gleichwertig, was die mögliche Präzision der digitalen Datenübertragung und -speicherung anbelangt (gilt auch für Download).
• Klangliche Unterschiede sind dennoch möglich und wohl durchaus häufig, da die Master für CD und Streaming oft nicht identisch sind. Selbst bei Download und Streaming konnten diesbezüglich unterschiedliche Masters festgestellt werden, was eher überraschend ist.
• Da neuere Alben mehrheitlich in einem HiRes-Format produziert und distribuiert werden, sind Klangunterschiede zwischen CD und Stream prinzipbedingt vorhanden. Wie gut die jeweils hörbar sind, hängt auch vom Musikgenre und der Studioarbeit ab. HiRes ist prinzipiell der CD nicht immer überlegen. Der von der Compact Disc bereits abgedeckte Frequenzbereich bis 22 kHz wird mit einem HiRes-Format nicht genauer reproduziert. HiRes erweitert den Frequenz- und Dynamikbereich.
• Ältere Alben sind oft nur als Remaster auf den Portalen vorhanden. Da diese Remasters meistens dem Zeitgeschmack angepasst sind – sprich durch Dynamikkompression auf laut getrimmt werden –, ist es offensichtlich, dass der ursprüngliche Release auf CD besser klingt. Es gibt auch positive Beispiele für gelungene Remasters: Steve Wilsons Arbeit mit Oasis, Jethro-Tull-Alben oder die aufwendige Maria-Callas-Edition.
• Die Schlussfolgerungen dieses Artikels beziehen sich auf die digitale Ebene mit Datentransport und Datenspeicherung. Die D/A-Wandlung und Wiedergabe über ein Audio-System beeinflussen am Ende das Hörresultat und sind abhängig von vielen Faktoren, der Qualität von Elektronik und Lautsprechern, der Systemkombination sowie der korrekten Installation im Hörraum.
• Die heute verfügbaren Übertragungsraten im Internet von mehreren hundert Megabit pro Sekunde ermöglichen selbst präzises HiRes-Audio-Streaming im dichtesten Datenverkehr ohne Probleme. Die Compact Disc mit 1,411 Mbit/s oder eine 24/96-Datei mit knapp 4,608 Mbit/s rutschen da schlank durch. Schwankungen der Datenrate können beim Streaming mit Pufferung (Buffering) meist abgefangen werden, solange die mittlere Rate über der Audio-Bitrate liegt. Bei Livestreaming oder schlecht gepufferten Streams kann ein kurzfristiger Abfall hörbare Effekte verursachen – allerdings nicht im Sinne von «Klangqualität», sondern durch Unterbrechungen (Klicks, Aussetzer).
Spektrogramm: Bei klassischer Musik mit grossen Dynamikunterschieden und der hohen Auflösung des HD-Formats schält die DeltaWave-Spektralanzeige feinste Unterschiede im Bereich von unter 110 dBfs heraus. Was auch die FFT-Grafik unten aufzeigt.
Spektrogramm: Bei klassischer Musik mit grossen Dynamikunterschieden und der hohen Auflösung des HD-Formats schält die DeltaWave-Spektralanzeige feinste Unterschiede im Bereich von unter 110 dBfs heraus. Was auch die FFT-Grafik unten aufzeigt.
Folgerung: Download und Stream sind identisch, keine hörbaren Unterschiede. Woher die feinen Abweichungen unterhalb von 110 dB herrühren, lässt sich im Moment nicht beantworten. Eventuell wird der 96-kHz-Stream zur Laufzeit aus der 192-kHz-Datei heruntergerechnet – das ist aber Spekulation.
CD und Download = identisch, Download und Stream = identisch, somit auch kein Unterschied zwischen Streaming und CD-Wiedergabe!
Woher kommen dann die Unterschiede, die ich laufend höre?
Nochmals eine Haydn-Symphonie, von der durch frühere Tests schon zahlreiche Resultate verfügbar sind. Was hier herauskam, hat zuerst für Verwirrung gesorgt und drohte die bisherigen Erkenntnisse zu relativieren. Bis klar war, was Sache ist.
Dire Straits: «Brothers in Arms».
Bei diesem tiefen PK-Metric-Wert sind deutliche Klangdifferenzen vorhanden.
Grün als Indiz für Gleichheit ist nicht vorhanden. Die rote Fläche ist die Differenz zwischen dem CD-Format (bis 22 kHz) und dem HiRes-Format (bis 48 kHz) des Remasters.
Das 24/96-Format des Remasters suggeriert eine bessere Klangqualität. Die Signalanteile oberhalb von 22 kHz sind hinzugerechnet und die Frequenzanteile, die das CD-Format bereits abbildet, werden mit 24/96 nicht genauer reproduziert.
Bei diesem tiefen PK-Metric-Wert sind deutliche Klangdifferenzen vorhanden.Hier die Streaming-Daten des Philharmonic-Freeway-Titels «Cruise Control» im Vergleich zur lokal gespeicherten CD.
Abhängig vom Streaming-Setup kann der Player (z.B. Tidal App) mittels Lautstärke-Normalisation die Pegeldifferenzen mittels Lautstärke-Regulierung bei der Wiedergabe ausgleichen. CD = 6 dB lauter, Stream = 2 dB leiser.Folgerung: Dass man hier deutliche Unterschiede hört, dürfte klar sein. Der Grund liegt bei der Dynamikkompression des Remasters. Die CD ist hier die klar bessere Wahl, da sie dank des grösseren Dynamikumfangs mehr Feinheiten und Klangfarben bereithält. Das Remaster in einen HiRes-Container zu packen, ist nutzlos, denn das hinzugerechnete Spektrum oberhalb von 22 kHz ist reine Schummelei. Letztendlich werden viele Klangnuancen durch die Kompression vernichtet, damit das Ganze druckvoller klingt.
Nun aus all dem zu folgern, dass die CD dem Streaming in jedem Fall überlegen ist, wäre ein Irrtum.
Das Album kann mit Auflösungen von 16 Bit/44,1 kHz, 24 Bit/96 kHz und 24 Bit/192 kHz heruntergeladen oder gestreamt werden. Da Auflösungen über 96 kHz nutzlos sind – siehe auch im Artikel «Digitale Mythen» – streamen wir mit 24/96 und vergleichen diese Datei mit dem 24/96-Download.
Was ist, wenn wir streamen?
«Løsrivelse»: Das Album von Kari Bremnes und Ketil Bjørnstad.Die PK-Metric-Resultate für die CD, den Download und den Stream zeigen tiefe und abweichende Werte untereinander.
Die Tabelle zeigt: Da passt nichts zusammen. Ausser, dass die beiden zu unterschiedlichen Zeiten aufgezeichneten Streams praktisch das gleiche Resultat liefern und somit das TCP-Protokoll seine Aufgabe nahezu fehlerfrei erfüllt hat.
Alle drei – Stream, CD und Download – stammen von unterschiedlichen Mastern.
Grün als Indiz für Gleichheit ist nicht vorhanden. Die rote Fläche ist die Differenz zwischen dem CD-Format (bis 22 kHz) und dem HiRes-Format (bis 48 kHz) des Remasters.
Die von Giovanni Antonini und dem Kammerorchester Basel eingespielte Sinfonie Nr. 61 wurde 1776 komponiert.
Qualitätseinbruch: Der PK-Metric-Wert fällt, bleibt aber über den Zeitraum der Anomalie stabil.Für den überraschend tiefen PK-Metric-Wert über mehrere Stunden gab und gibt es zurzeit keine gesicherte Erklärung. Ein Vergleich der Streams mit 73 dBfs untereinander zeigt eine sehr hohe Übereinstimmung der Daten (PK Metric 156 dBfs). Dies ist ein Hinweis, dass die Datenübertragung selbst nicht das Problem war. Eine mögliche Erklärung wäre, dass es mehrere Dateien desselben Albums auf einem oder mehreren Servern gibt und die Qobuz-Desktop-App eine alternative Datei mit möglicherweise geringerer Auflösung in einem 24/96-Container gestreamt hat. Diese Vermutung stützt auch die Spektralanalyse.
Bis 14 kHz stimmen die Daten sehr gut überein (grün). Erst nach etwa 17 kHz beginnt ein kontinuierlicher Höhenabfall.Schlussfolgerungen
Schlussfolgerungen
• CD und Streaming sind prinzipiell gleichwertig, was die mögliche Präzision der digitalen Datenübertragung und -speicherung anbelangt (gilt auch für Download).
• Klangliche Unterschiede sind dennoch möglich und wohl durchaus häufig, da die Master für CD und Streaming oft nicht identisch sind. Selbst bei Download und Streaming konnten diesbezüglich unterschiedliche Masters festgestellt werden, was eher überraschend ist.
• Da neuere Alben mehrheitlich in einem HiRes-Format produziert und distribuiert werden, sind Klangunterschiede zwischen CD und Stream prinzipbedingt vorhanden. Wie gut die jeweils hörbar sind, hängt auch vom Musikgenre und der Studioarbeit ab. HiRes ist prinzipiell der CD nicht immer überlegen. Der von der Compact Disc bereits abgedeckte Frequenzbereich bis 22 kHz wird mit einem HiRes-Format nicht genauer reproduziert. HiRes erweitert den Frequenz- und Dynamikbereich.
• Ältere Alben sind oft nur als Remaster auf den Portalen vorhanden. Da diese Remasters meistens dem Zeitgeschmack angepasst sind – sprich durch Dynamikkompression auf laut getrimmt werden –, ist es offensichtlich, dass der ursprüngliche Release auf CD besser klingt. Es gibt auch positive Beispiele für gelungene Remasters: Steve Wilsons Arbeit mit Oasis, Jethro-Tull-Alben oder die aufwendige Maria-Callas-Edition.
• Die Schlussfolgerungen dieses Artikels beziehen sich auf die digitale Ebene mit Datentransport und Datenspeicherung. Die D/A-Wandlung und Wiedergabe über ein Audio-System beeinflussen am Ende das Hörresultat und sind abhängig von vielen Faktoren, der Qualität von Elektronik und Lautsprechern, der Systemkombination sowie der korrekten Installation im Hörraum.
• Die heute verfügbaren Übertragungsraten im Internet von mehreren hundert Megabit pro Sekunde ermöglichen selbst präzises HiRes-Audio-Streaming im dichtesten Datenverkehr ohne Probleme. Die Compact Disc mit 1,411 Mbit/s oder eine 24/96-Datei mit knapp 4,608 Mbit/s rutschen da schlank durch. Schwankungen der Datenrate können beim Streaming mit Pufferung (Buffering) meist abgefangen werden, solange die mittlere Rate über der Audio-Bitrate liegt. Bei Livestreaming oder schlecht gepufferten Streams kann ein kurzfristiger Abfall hörbare Effekte verursachen – allerdings nicht im Sinne von «Klangqualität», sondern durch Unterbrechungen (Klicks, Aussetzer).

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