TESTBERICHT
Seite 6 / 6
Fazit

TEAC Reference Serie 501 als Ganzes

Reto trifft auf Studiodesign: Die TEAC Reference Serie 501 macht eine gute Falle.Reto trifft auf Studiodesign: Die TEAC Reference Serie 501 macht eine gute Falle.

Bevor wir die einzelnen Komponenten abhandeln, möchte ich einen Überblick über die gesamte Anlage geben. Stehen alle Komponenten aufgebaut, überzeugt nicht nur der optische Eindruck. Die Stereoanlage hat einiges zu bieten. So wurde zum Beispiel ganz bewusst auf den energetischen Fussabdruck der Anlage geachtet. Im Betrieb beträgt die theoretische Leistungsaufnahme aller Komponenten zusammen (natürlich werden kaum alle gleichzeitig benutzt) nur gerade 102 Watt. Dank automatischer Abschalt-Funktion beschränken sich die Geräte im Standby-Modus auf einen Energieverbrauch von nur gerade 0,3 Watt.

Im Verstärker AI-501DA schlummern zwei Class-D-Verstärker des norwegischen Herstellers Abletec, welche mit 90 Watt maximaler Ausgangsleistung genügend Power aufweisen, um als Herzstück der Anlage zu funktionieren. Die beiden gelb beleuchteten VU-Meter auf der Geräte-Vorderseite bringen ein Stück Nostalgie ins Wohnzimmer, der USB-Anschluss auf der Rückseite hingegen zeugt von moderner Technik.

Im Hörtest gibt sich das Klangbild des AI-501DA quicklebendig und sehr erfrischend. Der Verstärker vermag mit dem erforderlichen Feingefühl zu klanglichen Höhenflügen abzuheben. Im Test zusammen mit einem Paar Piega Premium 1 Lautsprecher gibt sich das Gespann recht muskulös und sanft zugleich. Feine Popklänge finden völlig unbeschwert und präzise den Weg zum Hörer, aber auch mit brachialen Orchesterklängen kommt der AI-501DA hervorragend klar. Streicher wirken hell, Bläser schmetternd- und doch immer sehr klar definiert. 

Dass der Kopfhörer-Verstärker mit symmetrischen Eingängen und der DA-Wandler mit zusätzlichen symmetrischen Ausgängen (XLR von Neutrik) ausgestattet ist, verwundert zwar etwas, ist aber auch auf die Wurzeln im Professional Audio zurück zu führen.

TEAC scheint mit der Reference Serie 501 an alles gedacht zu haben. Zum kompletten Glück fehlt allerdings eine Komponente: Leider gibt es in der ganzen Serie keinen Tuner. Kein Internetradio, kein DAB, kein UKW. Und gerade weil das Design der Anlage speziell ist, lässt sich nicht einfach eine andere Komponente dazu kombinieren. Bei diesem Punkt wurde wohl etwas zu sehr auf Studiotechnik als auf Wohnzimmer-Nutzen geschaut.

DSD für den audiophilen Hörgenuss

Punkten kann die TEAC Reference Serie dafür mit neuster audiophiler Technik. Sowohl der DA-Wandler UD-501 als auch der CD-Spieler PD-501HR können DSD-Dateien wiedergeben.

DSD steht für Direct Stream Digital. Diese Methode der hochauflösenden Audiosignalspeicherung ist keinesfalls etwas Neues; so wird die Technologie bei der Super-Audio-CD (SACD) längst eingesetzt. Das Verfahren arbeitet mit einem seriellen Datenstrom der Bitrate 2,8 Mbit/s an Stelle der mit 44,1 kHz gesampelten 16-Bit-Wörter der Audio-CD (siehe den Beitrag Direct Stream Digital - das audiophile Format).

Dank Entwicklungen in der Technik und höheren Bandbreiten im Internet erlebt das DSD-Format eine kleine Wiedergeburt – nicht auf eine SACD gepresst, sondern als File zur Abspeicherung von sehr hochwertiger Musik.

Für DSD geeignet: Die Software Für DSD geeignet: Die Software "AudioGate" von Korg

Möchte man ein DSD-File hören, geht das nicht ohne Weiteres. Zwar gibt es einige Webseiten, die Musikstücke in diesem Format zum Downlaod anbieten, das Handling ist dabei aber nicht ganz einfach, da Standard-Medienplayer das Format ohne zusätzliche Plugins nicht unterstützen. Bei Windows schafft der Player «Foobar2000» und bei Mac «AudioGate» von Korg Abhilfe. Dank «AudioGate» konnte für den Test eine DVD mit DSD-Musiktracks erstellt werden.

Der CD-Player PD-501HR kann diese ohne Probleme in höchster Qualität wiedergeben. Die zweite Möglichkeit bietet die Wiedergabe über den DA-Wandler UD-501, wenn per USB der Computer oder Mac verbunden ist und die DSD-Tracks per «Foobar2000» oder «AudioGate» abgespielt werden.

Das hört sich im ersten Moment noch etwas umständlich an, die Mühe lohnt sich aber auf jeden Fall. Das Klangerlebnis ist wirklich sehr beeindruckend. Mozarts «Violin Concerto No. 4» zum Beispiel zeigt Facetten, die im HiFi-Bereich sonst normalerweise nicht zu hören sind. Absolut perfekt – Gänsehaut ist garantiert.

Hohe Qualität bei der DA-Wandlung

Der DA-Wandler unterstützt die Wiedergabe von DSD-FilesDer DA-Wandler unterstützt die Wiedergabe von DSD-Files

Die Wiedergabe von normalen CDs wird nach dem DSD-Klangerlebnis zwar scheinbar etwas getrübt, ist aber trotzdem exzellent. Der eingesetzte DA-Wander im CD-Player besitzt einen Dynamikumfang von hervorragenden 120 dB. Die komplette Trennung der Stromversorgung für die digitalen und analogen Schaltkreise unterdrückt das Digitalrauschen und sorgt so ebenfalls für einen reinen Klang. TEAC setzt hohe Masstäbe in Punkto Qualität und Details. Bei rockigen Tönen vermag der Player zwar nicht ganz zu brillieren, zeigt dafür im klassischen Bereich sowohl bei hoher wie auch bei niedriger Lautstärke seine Klasse.

Dieses Schema lässt sich grundsätzlich auf alle Komponenten anwenden. Beim separaten DA-Wandler gilt es, noch ein paar Besonderheiten hervorzuheben. So verfügt der TEAC UD-501 neben Cinch- und Kopfhörerausgang auch über symmetrische XLR-Ausgänge für den Anschluss an professionelle Audiogeräte. Dank zwei optischen und zwei koaxialen Audioeingängen können eine Vielzahl von Geräten am UD-501 betrieben werden.

Der grösste Pluspunkt ist aber der Typ-B-USB-Anschluss, welcher den PC, Laptop oder Mac direkt und mit voller Bandbreite ins Musiksystem integriert. Unterstützt wird dabei Windows XP (32bit), Windows Vista, sowie Windows 7. Auf dem Mac muss mindestens OS X 10.6.4 installiert sein.

Beim Test mit einem Mac Book Pro wird der TEAC UD-501 sofort und ohne Probleme als externe Soundkarte erkannt und der Musikgenuss kann starten.

Analoger Dual-Mono Kopfhörerverstärker

Eine Seltenheit im normalen Hi-Fi Sektor: Kopfhörerverstärker TEAC HA501Eine Seltenheit im normalen Hi-Fi Sektor: Kopfhörerverstärker TEAC HA501

In diesem Preissegment nicht alltäglich: In der TEAC Reference Serie nimmt mit dem HA-501 ein Kopfhörer-Verstärker seinen Platz in der guten Stube ein. Obwohl der der DA-Wander UD-501 und auch der Verstärker AI-501DA über einen Kopfhörer-Ausgang verfügen, soll der HA-501 neue Masstäbe im Lauschen über Kopfhörer setzen - und zusätzliches Tonstudiofeeling rüberbringen.

Damit die Unterschiede  gehört werden, wird allerdings ein hochwertiger Kopfhörer vorausgesetzt. Im Test wurde ein Zik des Herstellers Parrot verwendet, welcher sich hervorragend zu diesem Zweck eignet. Der von Philippe Starck entworfene Trend-Kopfhörer besticht nämlich nicht nur durch Topverarbeitung und Design, sondern auch durch seine hervorragenden Klangeigenschaften (siehe den Kopfhörer-Vergleichstest in avguide.ch).

Kopfhörerausgänge herkömmlicher Hi-Fi Komponenten können das Klangpotenzial auch mit hochwertigen Kopfhörern oft nicht ausschöpfen. Der TEAC HA-501 bringt einiges mit, um da Abhilfe zu schaffen. Allem voran besitzt der Class-A-Verstärker mehrere kanalgetrennte Operationsverstärker des Typs MUSES8920, welche sonst nur im High-End-Bereich anzutreffen sind.

Auch an die unterschiedlichen Dämpfungsfaktoren der Kopfhörer wurde gedacht. Der Dämpfungsfaktor lässt sich in fünf Stufen perfekt auf den Kopfhörer einstellen und dank des Gesamtausgangsstroms von 2,8 mA kann das Gerät sowohl Kopfhörer mit Impedanzen zwischen 80 und 250 Ohm als auch hochwertigere Hi-Fi-Kopfhörer mit der Studio Normimpedanz von 600 Ohm versorgen.

Viel Technik und hochwertige Kopfhörer schlagen sich dann auch in der Qualität nieder. Tatsächlich sind Unterschiede in der Dynamik und der Klangfarbe zu erkennen, wenn man den Kopfhörer zwischen dem eigens dafür konzipierten Kopfhörerverstärker und dem Standard-Ausgang am Verstärker umsteckt. Vor allem bei hohen Klängen zeigt sich eine perfekte Klangabbildung.

Fazit

Die TEAC 501-Serie versetzt einen vom ersten Moment an ins Staunen. Optisch durch ein sehr schönes Retro-Design, klanglich mit Massstäben, die sonst nur im High-End-Bereich zu finden sind. Besonders imponiert hat die Wiedergabe von DSD-Files, aber auch der Kopfhörerverstärker, welcher tatsächlich ein besseres Klangerlebnis bietet. Vermisst wird hingegen ein Tuner (Internet oder DAB+). Dieser ist laut Hersteller im Moment auch nicht in der Pipeline. Das kleine Tonstudio im Wohnzimmer kommt ausserdem nicht gerade günstig daher, pro Komponente müssen 1090 Franken investiert werden. Wer aber bereit ist, für Qualität und Design etwas mehr auszugeben, der wird mit der TEAC 501-Serie viel Freude haben. Verfügbar sind die Geräte in Silber oder Schwarz.

STECKBRIEF
Modell:
HA-501
Profil:
Kopfhörerverstärker
Pro:
Klangqualität
Design
Ausführung
Funktionen
Contra:
Preis
Preis:
1,090.00 CHF
Hersteller:
Jahrgang:
2013
Vertrieb:
Masse:
290 x 81.2 x 244 mm
Gewicht:
4.1 kg
Farbe:
Schwarz oder Silber
Modell:
UD-501-B
Profil:
DA-Wandler
Pro:
USB-Anschluss mit DSD-Unterstützung
Design
Contra:
Preis
Preis:
1,090.00 CHF
Hersteller:
Jahrgang:
2013
Vertrieb:
Masse:
290 x 81.2 x 244 mm
Gewicht:
4.0 kg
Farbe:
Schwarz oder Silber
Modell:
PD-501HR
Profil:
CD-Spieler
Pro:
Wiedergabe von DSD-Dateien
Allgemeine Klangqualität
Verarbeitung
Design
Contra:
Preis
Preis:
1,090.00 CHF
Hersteller:
Jahrgang:
2013
Vertrieb:
Masse:
290 x 81.2 x 244 mm
Gewicht:
4.2 kg
Farbe:
Schwarz oder Silber
Modell:
AI-501DA
Profil:
Verstärker
Pro:
Design
Verarbeitung
Energieverbrauch
Contra:
Kein Tuner
Preis:
1,090.00 CHF
Hersteller:
Jahrgang:
2013
Vertrieb:
Masse:
290 x 81.2 x 264 mm
Gewicht:
4 kg
Farbe:
Schwarz oder Silber