TESTBERICHT

Tidal Audio, nicht zu verwechseln mit dem US-Streamingdienst Tidal, firmiert im hessischen Hürth und wurde 1999 von Jörn Janczak gegründet. Seit der Gründung ist es das Ziel und der Anspruch von Tidal Audio, absolut kompromisslose Spitzenqualität zu liefern – egal, ob es sich um den hier getesteten Streamer oder sonstige Produkte aus dem breiten Sortiment von Tidal-Audio handelt.

Tidal Arkas, der Edel-Streamer aus dem Tidal-Audio-Portfolio.Tidal Arkas, der Edel-Streamer aus dem Tidal-Audio-Portfolio.

In Bezug auf Materialgüte und Verarbeitungsqualität widerspiegeln alle Produkte von Tidal Audio das, was Sie von einem Rolls-Royce oder Bugatti erwarten können. Wie Sie sicher bereits gemerkt haben, bewegt sich Tidal Audio im Luxusbereich und platziert seine Lautsprecher exklusiv direkt bei den Bugatti-Händlern – auch in der Schweiz!

Tidal Audio & Bugatti.Tidal Audio & Bugatti.

Entsprechend hoch sind auch die Preise für ein komplettes Audiosystem aus einer Manufaktur von Tidal Audio. Denn bei Tidal Audio ist nur das Beste gut genug. Die Produkte basieren auf Entwicklungen ohne jegliche Kompromisse, mit neusten Technologien, hochwertigen Materialien und exklusiver Verarbeitung.

Die Ansprüche an die Fertigung und die verwendeten Materialien in der aktuell erschwerten Beschaffungssituation sind der Grund für die langen Lieferfristen. Laut Alessandro Calo, Geschäftsführer des exklusiven Tidal-Audio-Vertriebs für die Schweiz, Alesca Audio Fidelity, sind Lieferfristen von sechs bis zwölf Monaten momentan die Regel.

Tidal-Audio-Komplettsystem mit den Lautsprechern Akira.Tidal-Audio-Komplettsystem mit den Lautsprechern Akira.

Im nachfolgenden Testbericht nehmen wir den Streamer mit dem geheimnisvollen Namen Arkas unter die avguide.ch-Lupe. Übrigens, Arkas ist eine mythologische Figur der griechischen Sagenwelt. Göttervater Zeus und die Nymphe Kallisto waren die Eltern von Arkas, der wiederum der Stammvater der Arkadier war. Ob der Tidal-Streamer Arkas seiner königlichen Abstammung gerecht wird, soll dieser Testbericht klären.

Ausstattung

Der getestete Streamer Arkas von Tidal Audio hat einen Verkaufspreis von CHF 33'000. Er komplettiert das Audio-Elektronik-Sortiment der deutschen Edel-Manufaktur. Zusammen mit dem Digital/Audio-Wandler Tidal Camira bildet diese Kombination gemäss Hersteller das Nonplusultra einer digitalen Quelle. Speziell dann, wenn die Geräte über die proprietäre Schnittstelle Tidal-Link verbunden sind. Welche Spezifikationen die Tidal-Link-Schnittstelle genau hat, war nicht in Erfahrung zu bringen.

Der zwölf Kilogramm schwere Streamer Arkas kommt sehr massiv und edel daher. Obwohl sich Tidal Audio ja gerne mit der Formel 1 vergleicht, hat der Arkas zumindest bei den verwendeten Materialien nichts mit den Leichtbau-Karbonboliden gemeinsam. Der verarbeitete Chromstahl kontrastiert zum schwarz eloxierten Aluminium und gefällt mir, je länger ich ihn bei mir stehen habe, umso besser. Die Front besteht aus gegossenem schwarzem Acrylglas in Kombination mit Hochglanz-poliertem Edelstahl – ganz edel. Der Tidal-Look kontrastiert zudem heute üblichen Alu-Look und bietet hierzu eine willkommene Abwechslung. Die drei hochwertigen Füsse, zwei vorne und einer hinten, finde ich übrigens super. Vier Füsse stehen in der Regel wackliger.

Die Front hat eine rote LED und einen verchromten EIN/AUS-Knopf. Das war es dann auch schon.

Die Rückseite des Arkas hat alles an digitaler Konnektivität an Bord, was von einem Streamer benötigt wird: XLR AES/EBU, koaxial Cinch, koaxial BNC, optisch Toslink sowie ein LAN-Ethernet und zwei USB-Buchsen. Ausgangsseitig stehen neben den diversen bekannten digitalen Formaten auch der exklusive Tidal-Link zur Verfügung. Mit der Tidal-Link-Verbindung, angeschlossen an den Digital/Analog Wandler Tidal Camira, holt man gemäss Hersteller das klangliche Optimum aus dem Streamer heraus. Das Tidal-Link-Kabel wird übrigens mit jedem Arkas mitgeliefert. 

Die Rückseite des Arkas: Gut zu sehen sind hier zwei der drei Füsse.Die Rückseite des Arkas: Gut zu sehen sind hier zwei der drei Füsse.

Der Tidal Arkas kann mit iOS- und Android-Geräten über die Apps Lumin und  Mconnect betrieben werden. Im Test haben wir die Lumin-App verwendet, die einwandfrei mit dem Arkas-Streamer funktioniert hat und gemäss Vertrieb klanglich das beste Resultat liefert. Die Lumin-App ist übersichtlich gestaltet und lief im Testbetrieb störungsfrei.

Offiziell Roon-ready ist der Tidal Arkas nicht, lässt sich aber gemäss Hersteller via Lumin-App in ein Roon-Netzwerk einbinden.

Die übersichtliche und anwenderfreundliche Lumin-App.Die übersichtliche und anwenderfreundliche Lumin-App.

Technische Spezifikationen des Tidal Arkas

Über das Innenleben des Edel-Streamers macht Tidal Audio in gewisser Weise ein Geheimnis, denn es findet sich nirgends Fotos über sein Innenleben und es war auch untersagt, das Gehäuse zu öffnen (woran wir uns natürlich gehalten haben). Aus der Produktbeschreibung erfährt man zumindest Folgendes:

Auf die hochwertige Stromversorgung legt Tidal Audio viel Wert. Ein geregeltes, aktives Linear-Netzteil ist für die Stromversorgung des Arkas-Streamers zuständig. Mit über 200'000 µF Kapazität ist das Netzteil mehr als ausreichend dimensioniert und würde mit seinem Puffervolumen manchem Verstärker gut zu Gesicht stehen. Ein- und Ausgänge werden von EMI-Transformatoren mit Silberleiter von Einstrahlungen von Störfeldern abgeschirmt. Ein mehrstufiges Clocking-System soll für eine ultrapräzise Ein- und Ausgabe der Daten sorgen.

Selbstredend deckt der Arkas alle üblichen digitalen Formate ab. DSD kann er bis DSD256 und PCM gibt er am Ausgang mit bis zu 384 kHz Samplingfrequenz aus. Ins Gerät fix integriert unterstützt der Arkas die Streaming-Plattformen Tidal, Qobuz, Spotify sowie den Internet-Radiodienst TuneIn. 


Praxis

Wenn es um aussergewöhnliche Aufnahmesituationen geht, sind die neuen Panasonic Standard Definition Camcorder SDR-S70 und SDR-H100 in ihrem Element. Mit einem 33-mm-Weitwinkel und optischem 70x Zoom, das im Weitwinkel-Modus sogar 78-fache Vergrösserungen erlaubt, sind sie für Gruppenaufnahmen in geschlossenen Räumen ebenso gemacht wie für Landschaftspanoramen.

Eine intelligenten Automatik mit Autofokus-Nachführung erleichtert die Scharfstellung von bewegten Objekten. Der optische Bildstabilisator mit Aktiv-Modus soll verwacklungsfreie Aufnahmen auch beim Zoomen und Gehen ermöglichen. Für den guten Ton sorgt neben der verbesserten Windgeräusch-Unterdrückung auch die neue "Zoom-Mikrofon"-Funktion. Mit der starken Keulencharakteristik des Mikrofons lassen sich auch entfernte Motive akustisch fokussieren.

Dank YouTube- und Facebook-Uploader bringt die separaten Editiersoftware (leider nur für Windows) die Aufnahmen unkompliziert zu Freunden.

Während der SDR-S70 ausschliesslich auf SD-Karten aufnimmt, hält der SDR-H100 80GB Extra Speicherkapazität in einer internen Harddisk bereit.

Die neuen Panasonic Camcorder SDR-S70 und SDR-H100 sind ab Februar 2011 in klassischem Schwarz erhältlich. Den SDR-S70 gibt es zusätzlich auch in Rot. Zu Preisen wurde noch keine Angaben gemacht.

Das «Bruder-Gerät» des Arkas, der Digital/Analog-Wandler Tidal Audio Camira.Das «Bruder-Gerät» des Arkas, der Digital/Analog-Wandler Tidal Audio Camira.

Dass der Streamer ein wichtiges Teil in einer digitalen Kette ist, ist bisweilen umstritten. Doch selten bekommt man Klangunterschiede der digitalen Daten-Anlieferer so markant und eindringlich aufgezeigt wie mit dem Edel-Streamer von Tidal Audio. Auch feinste Informationen waren präsenter, ohne dass die Musik ins Analytische kippte. Das Klanggeschehen wurde scharf umrissen und abgebildet, was ein wunderbar dreidimensionales Klangbild ergab. Obwohl der Klang dynamischer und intensiver daherkam, wollte man trotzdem fast instinktiv noch lauter aufdrehen – was immer ein positives Zeichen ist.

Der Arkas-Streamer zeigt einmal mehr, was in einer digitalen Kette möglich ist bzw. welchen Einfluss jede einzelne Komponente auf das Endresultat, also den Klang hat. Dass gemäss Hersteller in Verbindung mit der Tidal-eigenen «Tidal Link»-Verbindung zum Tidal Audio Camira DAC klanglich noch mehr gehen soll, konnten wir mangels nicht verfügbaren DAC nicht testen. Aber so wie die ultimative Tidal-Anlage im Alesca Showroom geklungen hat, geht da wirklich noch etwas. Sollte Sie der Unterschied zwischen SPDIF und Tidal-Link wirklich neugierig gemacht haben, buchen Sie doch eine Demo in diesem wunderschönen und klanglich optimierten Showroom bei Alesca Audio Fidelity in Fehraltorf.

Klar, der stolze Kaufpreis des Tidal Arkas ist kein Schnäppchen, werden Sie berechtigt einwenden. Und ja, Sie haben vollkommen recht. Aber Lautsprecher für CHF 100'000, Verstärker für CHF 50'000 sind heute im High-End keine Exoten mehr und mit einem Streamer für rund CHF 30'000 ist der Tidal Arkas somit in guter, aber erlauchter Gesellschaft

Fazit

Mit dem Tidal Audio Streamer komplettiert Tidal Audio ihr Sortiment im digitalen Bereich. Die gnadenlose Konsequenz und die Ansprüche an Klang und Machart vom Firmengründer und Mastermind hinter Tidal Audio, Jörn Janzcak, haben ihren Preis. Dafür kriegt der solvente Kunde auch wirklich eine exklusive High-End-Komponente geboten, die auch klanglich abliefert, was sie optisch verspricht.

Sehr edel gestaltet, passt der Arkas-Streamer auch optisch perfekt ins Tidal-Audio-Design. Aber auch als Einzelkomponente ist der Arkas-Streamer ein Hingucker und eine Bereicherung für eine digitale High-End-Kette! Ob das Gebotene den Preis rechtfertigt, muss jeder für sich entscheiden und kann letztendlich nur ein Testgerät in der eigenen Kette beantworten. Entsprechend solvente Kunden, die etwas vom «Besten» wollen, werden mit dem Arkas von Tidal Audio aber sicherlich gut bedient sein!

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