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Publikationsdatum
28. Mai 2026
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Aktive All-in-One-Systeme haben sich von der Lifestyle-Nische zu einer eigenen Produktklasse entwickelt. Hersteller wie Naim mit dem Mu-so, Cambridge Audio mit dem Evo One oder Marantz mit dem Horizon verfolgen das Ziel, guten Klang verbunden mit hochwertigen Materialien und technischer Exzellenz in einem kompakten All-in-One-System ins Wohnambiente zu transportieren.

In dieses Umfeld stösst nun Dali mit dem Vega. Der dänische Spezialist, 1983 gegründet und bekannt für passive Schallwandler von der günstigen Oberon bis zur sechsstelligen Kore, betritt damit Neuland. Es ist das erste vollaktive Komplettsystem der Dänen. Adressiert werden Hörer, die keine grossen Standlautsprecher im Wohnzimmer wollen, aber dennoch natürlich Musik hören möchten. Laut Dali stecken fünf Jahre Entwicklung im Vega, begleitet von Marktforschung zur Nachfrage nach hochwertigen Audiosystemen ohne den Aufwand einer klassischen Kette.

Beim Äusseren setzt Dali auf eloxiertes Aluminium, Gewebeflächen und Echtholzfurnier in Dark Oak oder Natural Oak.

Materialdetail des Dali Vega: das gebürstete Aluminium-Lautstärkerad mit eingraviertem Schriftzug «Danish Audiophile Loudspeakers», daneben die metallenen Bedientasten auf feinem Gewebe.Materialdetail des Dali Vega: das gebürstete Aluminium-Lautstärkerad mit eingraviertem Schriftzug «Danish Audiophile Loudspeakers», daneben die metallenen Bedientasten auf feinem Gewebe.

Sämtliche Komponenten entwickelt Dali im Haus. Im Gehäuse arbeiten zehn Treiber: vier 25-Millimeter-Gewebekalotten als Hochtöner sowie vier Tief-Mitteltöner mit Membranen aus Papier-Holzfaser-Gemisch im Format von viereinhalb Zoll. Die Tief-Mitteltöner sind paarweise Rücken an Rücken angeordnet. Das soll laut Dali in erster Linie Gehäusevibrationen verringern. Hinzu kommt ein zweiter Effekt: Die meisten mechanischen Lautsprecherantriebe arbeiten nicht in jeder Richtung zu 100 Prozent linear. Da die beiden Treiber in entgegengesetzter Richtung arbeiten, heben sich diese Verzerrungen – speziell die sogenannten geradzahligen Klirrkomponenten – gegenseitig auf. Statt eines Reflexkanals kommen passive Bassmembranen zum Einsatz, was deutlich Platz spart. Das gesamte System wiegt knapp 9 Kilogramm.

Blick ins Innere des Dali Vega: An den vier Ecken sitzen die 25-mm-Gewebekalotten, dazwischen arbeiten die vier Tief-Mitteltöner. Mittig das haptische Lautstärkerad mit OLED-Display.Blick ins Innere des Dali Vega: An den vier Ecken sitzen die 25-mm-Gewebekalotten, dazwischen arbeiten die vier Tief-Mitteltöner. Mittig das haptische Lautstärkerad mit OLED-Display.

Die Verstärkung übernehmen acht Class-D-Endstufen in Brückenschaltung mit je 50 Watt, in Summe 400 Watt. Dali nennt einen Frequenzgang von 32 bis 22'700 Hertz (±3 dB) und einen maximalen Schalldruck von 110 Dezibel auf einen Meter.

Zwei DSP-Funktionen sollen das bei Einzellautsprechern begrenzte Klangbild verbreitern. Das zum Patent angemeldete «Adaptive Stereo Enhancement» (ASE) soll aus einer einzigen Schallquelle eine breite Bühne erzeugen und sich in Echtzeit an das Signal anpassen. Viel mehr war dazu leider nicht zu erfahren. Das «Adaptive Orientation Adjustment» (AOA) erkennt die Aufstellung – frei stehend, wandnah, in der Ecke oder an der Wand montiert, hoch oder quer – und passt die Wiedergabe entsprechend an. Das hört sich ungemein interessant an. Leider waren auch hier keine detaillierten Informationen zur Wirkungsweise des Algorithmus zu erfahren.

An der Wand montiert in Natural Oak: Der Dali Vega erkennt die quer- oder hochformatige Ausrichtung selbst und passt die Wiedergabe per Adaptive Orientation Adjustment automatisch an.An der Wand montiert in Natural Oak: Der Dali Vega erkennt die quer- oder hochformatige Ausrichtung selbst und passt die Wiedergabe per Adaptive Orientation Adjustment automatisch an.

Das OLED-Display passt sich der quer- oder hochformatigen Aufstellung beziehungsweise Montage automatisch an. Hinzu kommen ein Tuned Mass Damper gegen Vibrationen, eine Wandabstandskorrektur und bis zu 40 Presets. Diese Flexibilität bildet den Kern des Konzepts: Der Vega soll dort klingen, wo er ins Wohnbild passt, nicht dort, wo es die Akustik diktiert.

Gestreamt wird über BluOS, die Plattform von Lenbrook, die auch Bluesound und NAD antreibt. Unterstützt werden unter anderem Spotify Connect, Tidal Connect, Qobuz und AirPlay 2, dazu Bluetooth mit aptX HD. Für die Verbindung zum Fernseher steht HDMI ARC bereit, womit das System auch als Soundbar dient. Hinzu kommen Cinch-Analogeingang, optischer und koaxialer Digitaleingang, USB-Audio sowie ein Subwoofer-Ausgang. Frei belegbare Preset-Tasten erlauben den direkten Zugriff auf Playlists und Internetradio.

Auch als Soundbar nutzbar: Über HDMI ARC lässt sich der Dali Vega mit dem Fernseher verbinden und übernimmt dessen Tonwiedergabe – hier im Finish Dark Oak unter dem TV platziert.Auch als Soundbar nutzbar: Über HDMI ARC lässt sich der Dali Vega mit dem Fernseher verbinden und übernimmt dessen Tonwiedergabe – hier im Finish Dark Oak unter dem TV platziert.

Die Einbox-Systeme von Cambridge Audio und Ruark liegen preislich deutlich unter dem Vega: Der Cambridge Evo One ist in der Schweiz ab rund CHF 1200 erhältlich, der Ruark R410 ab rund CHF 1490. Der Schweizer Preis des Vega ist zwar bislang nicht definitiv, dürfte aber knapp unter 3000 Franken liegen. Der Marantz Horizon, ein konzeptionell vergleichbares Lifestyle-System, kostet in der Schweiz CHF 3500, das grössere Grand-Modell nochmals deutlich mehr. Damit ordnet sich der Vega preislich im Umfeld von Marantz und Bang & Olufsen ein.

Einen offiziellen Schweizer Preis nennt Dali wie erwähnt bisher nicht. Den Marktstart plant Dali ab September 2026, zunächst in ausgewählten Märkten, weitere folgen im Oktober und November. Wann die Schweiz an der Reihe ist, hat Dali bislang nicht kommuniziert.

avguide.ch meint

Mit dem Vega bringt Dali sein erstes vollaktives All-in-One-System und folgt damit dem Trend, den auch Marken wie Marantz einschlagen: hochwertige Produkte in Verarbeitung, Design und Materialien, die sich in ein gehobenes Wohnambiente integrieren, ohne den Platz für eine klassische HiFi-Anlage zu beanspruchen. Er zielt auf ein design- und qualitätsbewusstes Publikum ab, das im Wohnraum mehr will als einen Sonos.