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Publikationsdatum
5. Juni 2026
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McIntosh, 1949 in Binghamton im Bundesstaat New York gegründet, gehört zu den wenigen HiFi-Marken mit Kultstatus – mitbegründet durch den Einsatz der Verstärker am Woodstock-Festival 1969. Die Eigentümerverhältnisse waren über die Jahrzehnte allerdings wechselhaft: Nach Stationen beim Autoradio-Spezialisten Clarion (1990) und bei der D&M Holdings (Denon/Marantz, 2003) kaufte sich das Management 2014 per Buy-out wieder frei. 2022 übernahm die texanische Investmentfirma Highlander Partners, die McIntosh zur «Luxus-Technologie-Plattform» ausbauen wollte. Das Intermezzo währte kurz: Im November 2024 ging die McIntosh Group – samt Sonus faber – an Bose. Der Konzern verschafft sich damit Zugang zur zahlungskräftigen Luxury-Audio-Kundschaft und zum Fachhandel. McIntosh wiederum soll von Boses Forschungs- und Automotive-Infrastruktur profitieren.

Der MA2375 ist das erste unter Bose-Regie vorgestellte Gerät – und zugleich der erste reine Röhren-Vollverstärker der Marke seit über einem Jahrzehnt. Dass McIntosh Ausgangsübertrager bauen kann, ist ein Gemeinplatz. Dass man nach Jahren der Hybrid- und Transistorkonzepte wieder vollständig auf Röhren setzt, ist die eigentliche Nachricht.

Der MA2375 vereint eine Röhren-Vor- mit einer Röhren-Endstufe in einem Gehäuse. In der Endstufe arbeiten vier KT88-Pentoden, angetrieben von vier 12AT7-Treiberröhren. Die Vorstufe nutzt zwei 12AX7A und zwei 12AT7. McIntosh gibt 75 Watt pro Kanal an – und zwar identisch an 4, 8 oder 16 Ohm. Möglich machen das die sogenannten «Unity-Coupled-Circuit-Ausgangsübertrager», eine hauseigene Konstruktion, welche die Endröhren impedanzunabhängig an den Lautsprecher koppeln soll. Für den Anwender heisst das, dass die Leistung auch an niederohmigen Lautsprechern nicht einbricht. Der Dämpfungsfaktor bleibt mit über 22 für eine Röhrenschaltung ordentlich.

Zum Schutz der teuren KT88 überwacht die Power-Guard-Screen-Grid-Sensor-Schaltung laufend den Strom und regelt das Eingangssignal bei Übersteuerung zurück; die sicherungsfreie Sentry-Monitor-Schaltung soll Kurzschlüsse abfangen. Praktisch verspricht dies längere Röhrenstandzeiten und weniger Risiko bei unbedachter Bedienung.

An Eingängen stehen zwei symmetrische (XLR) und drei unsymmetrische Cinch-Anschlüsse bereit, dazu ein konfigurierbarer Phono-Eingang für MM- und MC-Tonabnehmer mit einstellbarer Verstärkung, Kapazität und Abschlusswiderstand. Die aufwendige Phonovorstufe passt zum durchgehend analogen Duktus. Der MA2375 verzichtet vollständig auf eine Digitalsektion – kein DAC, kein Streaming, kein USB. Wer digitale Quellen anschliessen will, braucht einen externen Wandler.

Zur weiteren Ausstattung gehören ein analoger Fünf-Band-Equalizer mit Bypass, ein Kopfhörerverstärker mit Crossfeed-Funktion (HXD) sowie natürlich die obligatorisch blau beleuchtete Anzeige der Leistungsabgabe. Bedient wird klassisch über Drehregler und mitgelieferte Fernbedienung.  RS232, Datenports und Home-Theater-Durchschleifung erlauben die Einbindung in Steuerungssysteme. Das ist vor allem in den USA wichtig. Mit 42 Kilogramm Gewicht ist der MA2375 auch im Wortsinn ein Schwergewicht.

Preislich ruft McIntosh in der EU 19'500 Euro auf. Ein offizieller Schweizer Preis liegt bisher nicht vor.  

avguide.ch meint

Wer McIntosh kauft, kauft bekanntlich Klang, Habitus und ein Stück Sehnsucht nach der Traummaschine. Understatement war noch nie das Geschäft von McIntosh. Das Design wirkt entsprechend poliert, fast eine Spur zu sehr.