Einschränkungen
Kleine Einschränkungen blieben allerdings: So liessen sich Teletext und einzelne Spezialfunktionen der Geräte nicht über die Systemfernbedienung erreichen. Nutzt man einen eingebauten Tuner am Fernseher, braucht das Umschalten auf eine externe Videoquelle einige zusätzliche Kommandos.
Zum Umschalten auf einen DVD-Spieler etwa muss man den Fernseher zuerst auf den HDMI-Eingang umstellen, über den er mit dem V35 verbunden ist. Erst dann lässt sich das Signal des Zuspielers via Steuerkonsole zum Fernseher leiten. Wird vom externen Gerät wieder auf den Fernsehtuner umgestellt, steht dieselbe Prozedur in umgekehrter Richtung erneut an.
Nicht möglich ist es auch, alle angeschlossenen Geräte mit einem einzigen Knopfdruck gleichzeitig ein- und auszuschalten. Doch damit lässt sich leben. Solche systembedingten Nachteile können wohl kaum restlos beseitigt werden – zaubern kann auch Bose nicht. Doch nach relativ kurzer Eingewöhnungszeit hatte ich das System im Griff und konnte mich daran freuen. Mein Tipp: Lassen Sie sich die Bedienung von einem Fachhändler vorführen.
Kleine Böxchen - grosser Raumklang
mutesolo1280_605.jpgEin miniaturisiertes Leichtgewicht erwartet wohl niemand von einem Kopfhörer, welcher das Gehör vom Umgebungslärm wirkungsvoll abschotten soll. Dass der Tragekomfort des Mute trotz seiner Grösse und Gewichts dennoch recht gut ausfällt, hat man den luxuriösen Polstern am Bügel und an den Ohrmuscheln zu verdanken. Ein gewisser Anpressdruck, der auf die Dauer für sensible Personen doch etwas unangenehm werden kann, ist hier leider notwendig, damit die Polster gut abdichten und wenig Lärm zum Gehör passieren lassen. So wird auch bei Brillenträgern eine gute Abdichtung erzielt.
Zu bemerken sei noch, dass eine junge Dame, welche den Hörer einfach über ihr wallendes Haar stülpte, über eine mangelhafte Abschirmung gegen Umgebungslärm klagte. Erst als sie ihre Haarpracht dann nach hinten verlegte und der Hörer direkt an den Ohren lag, war sie von der Abschirmung gegen Umgebungsgeräusche befriedigt.
Gegen die Verarbeitung dieses preisgünstigen Hörers gibt es kaum etwas einzuwenden, es sei denn, man vermisse ausser dem hier eingesetzten Plastik Gelenke aus Metall, Polster aus teurem Schafleder und ähnliche Schikanen. Bei diesem Preis ist solcher Luxus offenbar nicht mehr möglich. Trotzdem hinterlässt der Hörer ganz und gar keinen "billigen" Eindruck.
Zu bedienen ist der Hörer sehr einfach, und rasch hat man die Funktionen der Multifunktionstaste im Griff. Befeuert wird die Elektronik mit einer AAA-Batterie, welche 40 Stunden Musikgenuss garantiert. In jeder Muschel sitzen 40 mm-Linear-HD-Treiber mit kraftstrotzenden Neodym-Magneten, welche laut Hersteller für einen "sehr detaillierten, leicht bassbetonten Klang" sorgen. Mitgeliefert werden ein stabiles Case, eine AAA-Batterie, ein Flugzeugadapter und ein simples Audiokabel, allerdings ohne integriertes Mikrofon und ohne Bedienelemente für die Steuerung von Smartphones.
Doch der spektakuläre Filmton eignet sich bekanntlich nicht besonders, um die wahre Klangqualität einer Anlage zu ergründen. So wurde die Highend-Test-CD Impression ins Laufwerk eingelegt und dem V35 richtig auf den Zahn gehört.
Zu unserer Überraschung erklang diese Stereoaufnahme in scheinbar echtem 5.1-Surround. Wie war das möglich? Wer im Optionen-Menü nachsieht, findet rasch des Rätsels Lösung: Die Toneinstellung befand sich im Modus „empfohlen“, der zweikanalige Tonquellen in ein Surround-Format umwandelt. Wer die Wahrheit über eine Aufnahme wissen will, wählt also „original“ und erhält dann die unveränderte zweikanalige Information. Das V35 hält zusätzlich noch die Modi „alternativ“ und „verbessertes Mono“ bereit. Hier lässt sich nach Herzenslust herumtüfteln, was einem je nach Musik oder Sprache am besten gefällt. Natürlich fehlen auch Klangregler für Höhen und Bässe nicht.
Zur Klangqualität ist zu sagen, dass es ganz gewiss sündhaft teure Systeme mit grossen Highend-Lautsprechern gibt, die noch hörbar besser klingen. Doch was Bose hier mit den fast unsichtbaren Acoustimass-Winzlingen und nicht zuletzt mit der Raumanpassung erreicht, darf Produktklasse-bezogen als „sehr gut“ bezeichnet werden. Und das soll Bose erst mal jemand nachmachen.
Fazit
Das Laufwerk-lose AV-Surround-System V35 bietet viele kluge Lösungen. Es kann die unterschiedlichsten Zuspielgeräte integrieren und steuern. Um in den Genuss des vollen Funktionsumfangs zu kommen, sollte man vor der Inbetriebnahme die neusten Updates aufspielen. Mehr als nur erstaunlich ist schliesslich, was Bose aus diesen fünf winzigen Böxchen plus Bassmodul an Klang herauszukitzeln vermag.

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