TESTBERICHT
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Ausprobiert

Wir hatten die Gelegenheit, ein Paar Cabasse Pearl im Fachgeschäft «Aug und Ohr» in Zürich probezuhören (vielen Dank an Roman Stelzer, der uns dies ermöglicht hat). Der Autor nahm wohlweislich sein eigenes iPad mit, um zu sehen, wie einfach oder kompliziert das Pairing sein würde. Und er staunte nicht schlecht, dass er inklusive Installation der App keine fünf Minuten benötigte, um allerfeinste HiRes-Klänge direkt ab Qobuz-Favoritenliste über die Pearl zu hören.

Der Sound, den die Pearl bei anspruchsvoller U-Musik zum Besten gab, konnte sich auf Anhieb hören lassen: Vital, geschmackvoll, mit viel Drive und hörbarem Druck im Bass, auch schon bei kleiner Lautstärke. Dreht man am Pegelsteller, so rockt und swingt die Pearl auf eine Art und Weise los, die man angesichts der Grösse kaum für möglich halten würde. Hier zeigt sich ganz klar der Vorteil des digital gesteuerten Aktivlautsprechers.

Aus naher Hördistanz klingt die Pearl anspringend und direkt. Im Bass kann man sie dank automatischer Einmessfunktion auch an eine wandnahe Platzierung problemlos anpassen.Aus naher Hördistanz klingt die Pearl anspringend und direkt. Im Bass kann man sie dank automatischer Einmessfunktion auch an eine wandnahe Platzierung problemlos anpassen.

Aus der (im vorliegenden Falle) relativ kurzen Hördistanz (ca. 2 m) wirkte das Klangbild allerdings doch eher unverblümt und direkt. Dabei waren Sänger klar ortbar und wirkten sehr natürlich. Bei klassischer Musik hätte man sich die Streicher doch noch etwas sanfter gewünscht. Der Höreindruck einer «Straight forward»-Gangart könnte allerdings durchaus damit zusammenhängen, dass die eine Pearl seitlich sehr wandnah aufgestellt war.

Um das volle Potenzial der Pearl zu erschliessen, sollte sie «Luft zum Atmen» haben und frei im zumindest mittelgrossen Hörraum platziert werden. Nach oben sind punkto Raumgrösse wohl kein Grenzen gesetzt. Die Pegelreserven sind enorm. Dabei sind Befürchtungen fehl am Platz, dass sich das Kugelgehäuse beim Lauthören verformen würde. Es bleibt bei sehr hohen Pegeln erstaunlich ruhig, wie sich der Autor durch Handauflegen selber überzeugen konnte.

Die X-T30 hat viele gute Eigenschaften der Fujifilm X-T3 übernommen und man könnte sie als eine verkleinerte Version dieser Kamera bezeichnen. Fujifilm betreibt diese Produktepolitik seit der X-T1, der genau wie bei der X-T2 jeweils eine abgespeckte und deutlich günstigere Kamera folgte. Die Einschränkungen zum grossen Bruder sind jedoch minim und für die meisten Fotoprojekte unerheblich.

Die X-T30 ist nicht Staub- und Spritzwassergeschützt, besitzt nur einen Kartenslot im UHS-I-Standard und damit auch eine reduzierte Serienbildfolge. Der elektronische Sucher löst mit 2,36 Millionen Punkten rund ein Drittel weniger auf als bei der X-T3. Das Touchdisplay lässt sich nach oben und unten aufklappen und erleichtert damit Aufnahmen in Bodennähe oder überkopf. Ein seitliches Ausklappen wie beim grossen Bruder X-T3 ist jedoch nicht möglich.

Dafür hat die X-T30 viele seiner inneren Werte übernommen: vom hochauflösenden 26,1-Megapixel-X-Trans-CMOS-4-APS-C-Sensor für eine tolle Schärfe und erstaunliche Detailwiedergabe bei geringem Rauschen über die analogen Filmsimulationen bis hin zu den 2,16 Millionen Phasendetektionspixel, die 100 Prozent der Bildfläche abdecken.

Das eingebaute Blitzgerät, das sich manuell hochklappen lässt, gibt es nur bei der X-T30. Es arbeitet im TTL-Modus oder auch manuell und kann externe Blitzgeräte fernsteuern.

Auf einen eingebauten Bildstabilisator (IBIS) muss die Fujifilm X-T30 weiterhin verzichten. Beim Fotografieren aus der Hand unter ungünstigen Lichtbedingungen wäre er eine grosse Hilfe, wenn Objektive ohne eigenen Stabilisator benutzt werden. Für Filmemacher heisst es hier wieder Stativ schleppen, Schulterrig einsetzen oder die Kamera auf einen Gimbal setzen. Nur so sind verwacklungsfreie, professionelle Aufnahmen möglich, besonders in 4K-Auflösung.

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