18. März 2019 | seit 1999
TESTBERICHT
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Connectivity und Bedienung

Die Pearl von Cabasse ist nicht einfach «nur» ein Aktivlautsprecher der Spitzenklasse. Es handelt sich um eine voll vernetzte und komplett per App steuerbare Komponente, die im Grunde genommen keine weiteren Gerätschaften zur Musikwiedergabe benötigt. Kernstück bildet die Stream-Control-Applikation, die sowohl Webradio (vTuner) wie auch alle gängigen Musikstreaming-Services inklusive Spotify, Tidal und Qobuz implementiert hat.

Die App Stream Control von Cabasse ist übersichtlich gehalten und hat den Online-Zugriff auf verschiedenste Online-Dienste sowie Webradio integriert.

Dies bedeutet, dass man nicht (wie bei vielen anderen Wireless-Produkten) die Musik per Bluetooth oder Airplay vom Tablet oder Smartphone zum Lautsprecher streamt. Die Portables dienen nur zur Navigation und Steuerung. Die Pearl verbindet sich direkt mit den Musikprovidern und streamt – vorausgesetzt, man verfügt über das entsprechende Abo – ohne Umwege in maximaler Qualität. Bei Qobuz ist das immerhin HiRes mit bis zu 192 kHz. Natürlich akzeptiert die Pearl auch Musikwiedergabe vom Handy via Bluetooth, dann allerdings in der üblichen, reduzierten Audioqualität.

Ebenso ist das Streamen von Musik über das Heimnetzwerk per DLNA möglich. Wer zu faul ist, seine Musik auf einem NAS zu archivieren, der kann an der Rückseite der Pearl auch einfach einen USB-Datenträger anschliessen. Stream Control ermöglicht den Zugriff auf die gewünschten Titel und das Erstellen von Playlists. Ewiggestrige, die wie der Autor noch über analoge Audio-Komponenten verfügen, finden zudem einen Stereo-Cinch-Eingang vor. Für Fernsehton kann man auch einen digital-optischen Eingang verwenden. Per App lässt sich Lip-Sync in verschiedenen Stufen einstellen.

Rückwärtig sind die Anschlüsse integriert. Sogar ein analoger Cinch-Eingang findet sich, ebenso ein optischer Digitaleingang.

Grundsätzlich ist die Pearl zunächst einmal als Mono-Wiedergabesystem konzipiert. Man kann sie also auch einzeln erwerben und beispielsweise, wenn man wenig Platz hat, als Monolith einsetzen. Zudem ist sie Bestandteil des Cabasse-Multiroom-Systems. Man kann also weitere Perlen einzeln oder in Stereo-Konfiguration in anderen Räumen platzieren und Musik via Stream-Control dahin streamen. Setzt man im Hörraum ein Pearl-Paar ein, so ordnet man per App die eine dem linken, die andere dem rechten Stereokanal zu.

Eine Pearl fungiert dabei als Master, die andere als Slave. So wird eine etwaige analoge Wiedergabekomponente per Cinch am Master angeschlossen, dort A/D-gewandelt und als nun digitale Quelle dem Cabasse-Mehrraumverbund zur Verfügung gestellt. Im Idealfall sind beide per LAN-Kabel am Heimnetzwerk angeschlossen. So ist die störungsfreie Wiedergabe von Hi-Res bis zu 192 kHz und 32 Bit garantiert. Musik mit weniger Datenrate soll sich aber problemlos auch per WiFi streamen lassen.

Die App macht einen sehr übersichtlichen Eindruck, auch die Implementierung der Musikprovider wie etwa Qobuz scheint gut gelungen. Die Online-Navigation verläuft problemlos. Favoritenlisten erleichtern die Nutzung insbesondere des Webradio-Angebots. Etwas problematisch wäre es, wenn die Bedienung ausschliesslich per App erfolgen würde. Deshalb liefert Cabasse eine wertige Bluetooth-Tischfernbedienung mit, welche die wichtigsten Funktionen wie Quellenwahl, Titelsprung und natürlich auch die Lautstärkeeinstellung offeriert. Für letzteres dreht man am verchromten Ring, der die Fernsteuerung umrandet.

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