Piega Coax 711, Coax 511 und Coax 311.Bereits im Artikel "Neue Piega-Coax-Serie" hat avguide.ch über die Technik der neuen Serie berichtet. Über spezielle Details gibt Piega-Chefentwickler Kurt Scheuch in einem separaten Interview persönlich Auskunft. So widmen wir uns in diesem Bericht hauptsächlich dem Klang und den Einsatzbereichen der unterschiedlich grossen Systeme.
Die treibenden Kräfte
Als Referenz-Verstärker und Player standen folgende Geräte von T+A zur Verfügung: Vorverstärker T+AP 3000HV, CD-Player T+A MP 3000HV, 2 Stück Endstufen A 3000HV, Netzteil PS 3000HV.
Neben dieser nicht gerade billigen Anlage kamen auch Geräte der Mittelklasse von Marantz zum Einsatz. Natürlich waren hier recht deutliche Unterschiede zwischen Nonplusultra-High-End und Mittelklasse zu hören. Gerechterweise muss aber auch gesagt werden, dass alle hier angehörten Boxen auch an Geräten der guten Mittelklasse eine sehr hohe Klangqualität bieten konnten und damit ganz gewiss nicht als schwierig anzutreiben eingestuft werden müssen.
Alle drei Boxen gehören weder zu den Leistungsfressern, noch sind sie Impedanz-Sünder, die nur an ultrastabilen Verstärkern optimal klingen. Wenn man sich aber schon eine der Coax-Boxen der 2. Generation leistet, sollte man bei der Elektronik ganz gewiss nicht sparen.
TIM: Musikalische Saubermänner
Die Tension-Improve-Module (TIM) setzen die Gehäusewände unter eine definierte Spannung, was Vibrationen eliminiert.In einem ersten Hörtest, zu einem Zeitpunkt, als die endgültige Serienfertigung noch nicht abgeschlossen ist, kommt es zu einem hochinteressanten Hörvergleich. Und zwar stellt man mir im Abhörraum von Piega in Horgen je ein Paar Coax 711 mit und ein Paar Coax 711 ohne TIM (Tension-Improve-Modul) zum Hören bereit. Der klangliche Unterschied ist frappant. In den hohen Tonlagen machen sich noch keine grossen Unterschiede bemerkbar. Die neuen Coax-Treiber vereinen Klangschönheit mit Präzision. Eigenschaften, die man später bei allen Mitgliedern der neuen Coax-Familie vereint antreffen sollte.
Doch in den mittleren und unteren Tonlagen klingen die ohne TIM ausgerüsteten Boxen klar etwas fülliger, molliger – eigentlich nicht unangenehm und schon gar nicht metallisch. Wenn es aber um ganz kritische Klänge geht – und das sind zum Beispiel die legendären Songs von Rebecca Pidgeon, insbesondere das Stück "Fhear A Batha" –, kann man unschwer heraushören, dass da gewisse Töne nicht nur betont, sondern klar resonierend zu Gehör gebracht werden. Mit Handauflegen auf die Gehäuse können denn auch deutliche Vibrationen bei den resonierenden Tönen erfühlt werden.
Ganz anders dann die Wiedergabe über die mit den TIM ausgerüsteten Systeme: Nun erstrahlt jeder Ton der Sängerin mit ein und demselben Klangtimbre. Auch stechen nun keine einzelnen Töne so ganz unmusikalisch aus den Gesangslinien heraus und es klingt so, wie es die Musikerin ursprünglich auch wollte.
Die tieferen Lagen eines Konzertflügels kommen bei den Boxen ohne TIM füllig, zwar kraftstrotzend, aber doch deutlich hörbar verschwommen. Über die mit TIM-Elementen ausgerüsteten Systeme scheint ein ganz anderer Konzertflügel zu spielen! Nun werden gerade bei virtuosen, tieferen Passagen Details hörbar, die ohne TIM glatt im Getöse untergingen. Dieselben Erkenntnisse dann auch bei diversen anderen Musik-Stilrichtungen: Die Klarheit, die Sauberkeit und die Schnelligkeit der Attacken bei perkussiven Instrumenten werden durch die Abwesenheit von Gehäusevibrationen deutlich gesteigert. Die TIM-Module sind wahre Saubermänner, die den Klang gründlich von unerwünschtem klanglichen Schmutz rein halten.
Auch bei diesen Earbuds gilt: Der passende Silikon ist die halbe Miete. Sitzen die Earbuds nämlich gut im Ohr, tönt es einfach schon mal gut. Der schlankere der beiden Modelle, der 230er, hatte im Test noch etwas den besseren Halt. Der 130er sass zwar gut, aber wegen der Bauform wirkt er nicht ganz so wackelfest. Für sportlich aktive Personen könnte der 230er die besser Wahl sein.
Neben der Wirkungsweise der TIM-Module interessierte auch das Klangverhalten der neuen Frontabdeckungen. Während die Abdeckungen der 1. Generation die Feinzeichnung und Schnelligkeit der Coax-Bändchen hörbar reduzierten, sind die klanglichen Verluste, die durch die neuen Abdeckungen verursacht werden, wenngleich noch ansatzweise vorhanden, so doch weitaus geringer. Auch hier sei wieder einmal erwähnt: Finger weg von den ultraleichten und hochempfindlichen Membranen der Bändchen-Hochtöner!

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Können auch mittelgrosse Abhörräume beschallen: Die Piega Coax 511 vereinen, wie alle Mitglieder der Coax-Familie der 2. Generation, Klangschönheit und Präzision.
Vereint Klangschönheit mit Präzision und Dynamik: Piega Coax 711.


