Klanglicher Mehrwert
Der koaxiale und der optische Digitaleingang des DT-6000 akzeptieren PCM-Audio bis 24 Bit/192 kHz. Über den asynchronen PC-USB-Eingang kann man Musikdateien im PCM/FLAC-Format mit bis 24 Bit/384 kHz sowie DSD-Formate bis 256 wiedergaben. Auch die MQA-Codierung wird dabei unterstützt. Einen passenden Windows-Treiber inklusive Installationsanleitung liefert Rotel dankenswerterweise (auf einem USB-Stick) gleich mit. Der Rotel DAC ist «Roon Tested». So war es ein Leichtes, den DT-6000 an einen PC-basierten Roon Core (i3 mit 8 GB RAM) anzubinden. Uns interessierte einerseits, ob der Rotel als Stand-alone-DAC klangliche Vorteile gegenüber einer im Verstärker integrierten DAC-Lösung würde generieren können. Andererseits war natürlich auch die Frage entscheidend, auf welches Wiedergabeniveau er die gute alte Compact Disc würde bringen können.

Im direkten Hörvergleich des DT-6000 zum Vollverstärker Rotel RA-6000 wurde klar, dass sich die integrierte Lösung des Vollverstärkers wirklich tapfer schlug. Da mussten schon sehr hochwertige analoge Verbindungskabel zwischen DT-6000 und RA-6000 her, um einen hörbaren Mehrwert zu erzielen. Dies vor allem bei der Wiedergabe von HiRes-FLAC-Dateien ab Roon (SSD-Festplatte). Auch ab Qobuz gestreamte Musik klang über den Vollverstärker RA-6000 bestechend detailreich und filigran. Je mehr man aber via den DT-6000 hörte, umso klarer wurde auch, dass dieser die klassische Musik mit insgesamt schönerem Ambiente, irgendwie natürlich und gerade in Fortissimo-Passagen weniger angestrengt aufbereitet.
Dabei spielte es kein Rolle, ob man den DT-6000 symmetrisch oder per Cinch am RA-6000 anschloss. Hingegen war die Qualität der analogen Verbindungskabel absolut entscheidend. Die Rotel-CD-Spieler/Verstärker-Kombination der «Diamond Series» machte eine höhere Güte derselben klar hörbar. So klang es mit dem vergleichsweise teuren Goldkabel Executive deutlich besser als über günstige Kimber-PBJ-Kabel. Dies sowohl bei der symmetrischen wie auch bei der Cinch-Variante. Ein richtiger Qualitätssprung wurde hörbar, wenn man Musikfiles in Masterqualität ab Roon (Festplatte) über den DT-6000 streamte – dies im Vergleich zur Wiedergabe derselben Titel ab Qobuz (ebenfalls via Roon), jedoch in 24 Bit/96 kHz. Der Sabre DAC ES9028PRO machte den Formatvorteil von DXD- oder DSD-Files gegenüber via Internet gestreamter Standard-HiRes-Musik überraschend deutlich in Form authentischeren Klangs hörbar.
Fazit
Beim DT-6000 aus der Diamond-Serie von Rotel handelt es sich um einen DAC-/CD-Spieler der Spitzenklasse. Das Gerät sieht zwar konventionell aus und bedient damit eher traditionelle Musikliebhaber (die ihre CD-Sammlung nach wie vor sehr schätzen). Klanglich ist es jedoch topmodern und dekodiert gestreamte HiRes-Musik in allerfeinster Qualität. Der Preis von CHF 2490 ist dafür als günstig zu betrachten. Toll wäre es im Übrigen, wenn Rotel auf der Basis des Sabre DAC ES9028PRO auch einen Stand-Alone-DAC ohne CD-Laufwerk anbieten würde, dafür mit integrierter Lautstärkeregelung und Kopfhörerausgang. Variable Digitalfilter für den audiophilen Spieltrieb dürften dann auch mit an Bord sein. Das wäre bestimmt ein Verkaufsrenner. Aber auch dieser DAC-/CD-Spieler wird mit Sicherheit seine Freunde finden.
