TESTBERICHT
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Publikationsdatum
18. Mai 2019
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Die im inneren Kreis waagerecht angeordneten Funktionen «Play/Pause», «Vorwärts» und «Rückwärts» sind nur bei USB- und Bluetooth-Quellen aktiv.

Die Fernbedienung liegt nicht optimal in der Hand und hat eine begrenzte Reichweite. So können die meisten Funktionen nur verändert werden, wenn der «Puck» auf die aktive Boxe ausgerichtet ist. Dazu muss die Fernbedienung in den meisten Fällen in die Hand genommen und auf den Lautsprecher gerichtet werden, was wegen der unkonventionellen Form nicht immer auf Anhieb gelingt. Zudem kommt es vor, dass man mit einem Finger den Infrarotsender abdeckt.

Da das Umschalten der Eingänge (PC > AUX > USB > OPT > COX > BT) intern etwas Zeit benötigt, ist ein flottes Durchsteppen zur gewünschten Eingangsquelle nicht möglich. Doch auch dies ist eine minime Unannehmlichkeit, da man ja meist dieselbe Quelle benützt.

Es ist jedes Mal ein Erlebnis, wenn man in vertrauter Umgebung und mit ebensolcher Musik neue Boxen testen kann. Wie schon erwähnt, höre ich meine Musik möglichst unverfälscht, linear. Die Musikaufnahmen selbst sind ja unterschiedlich genug, so dass es eigentlich keinen «Klang-Standard» gibt, eher einen persönlichen Gewohnheitsklang.

Die Edifier S880DB klingen anders, weichen von meinem Gewohnheitsklang ab. Nicht enorm, aber hörbar. Die erste positive Überraschung war die Wiedergabe der tiefen Frequenzen. Laut Datenblatt beginnt die Übertragung bei 55 Hz, doch die sind da, und zwar nicht zu knapp, sauber und satt.

Die Höhen empfand ich etwas gar spitz und korrigierte leicht mit dem Regler. In einem E-Mail hatte mir der Edifier-Vertreter empfohlen, die Boxen «einzufahren» (erinnerte mich an die Autos von anno dazumal), die Metallkonstruktionen der Lautsprecher während ein paar Stunden sozusagen einzugewöhnen. Und wirklich: Nach über 12-stündigem Einsatz in verschiedenen Lautstärken und mit  unterschiedlichster Musik waren die unnatürlichen Höhen-Spitzen weitgehend verschwunden, der Regler wurde wieder in 0-Position gebracht und der echte Hörtest konnte beginnen.

Gleich vorweg: Was die S880DB nicht können, sind Magengegend bewegende Bässe erzeugen. Das würde schon rein physikalisch an ein Wunder grenzen. Doch die vollen, sauberen Bässe überraschten mich immer wieder.

HiDef-Audio-zertifiziert

Lautsprechersysteme konnten schon seit Längerem zertifiziert werden – sei es für Dolby oder Ähnliches, doch das HiDef-Audio-Zertifikat war mir neu. Falls es Ihnen gleich geht, hier der Link zur JAS-Website, auf der alle Details zu den Anforderungen für die Verwendung des HiDef-Audio-Logos zu finden sind.

Inmitten der Bedienelemente und Anschlüsse auf der Rückwand des rechten Lautsprechers prangt das HiDef-Audio-Logo.Inmitten der Bedienelemente und Anschlüsse auf der Rückwand des rechten Lautsprechers prangt das HiDef-Audio-Logo.

Es war dieses Logo, das mich auf die Edifier S880DB aufmerksam machte und mein Interesse weckte.

Zertifikat + Logo sind gut, doch ein Test ist besser. Drei Wochen nach meinem Erstkontakt mit dem Hongkong-Ableger der Herstellerfirma trafen die Testobjekte ein.

Lieferumfang

Leider werden für die Verpackung der S880DB immer noch Sagex-Formen verwendet: Praktisch, aber nicht eben umweltbewusst.

In der ansprechend bunten Kartonschachtel befinden sich ein passiver und ein aktiver Lautsprecher, die Fernbedienung mit separater Knopfbatterie, das Netzteil mit Abschlusskabel, ein etwa 3 m langes braunes DIN-Kabel, das die beiden Lautsprecher verbindet, zwei analoge Verbindungskabel (RCA-RCA und RCA-Miniklinke), ein USB- und ein optisches Digitalkabel. Letztere sind mit 170 resp. 150 cm für meine Anwendung etwas zu kurz, sollten jedoch in den meisten Fällen genügen.

Alles vorhanden, was man zum sofortigen Einsatz benötigt. Nicht auf dem Bild: Das externe 18V/3A-Netzteil sowie die gedruckte Bedienungsanleitung.Alles vorhanden, was man zum sofortigen Einsatz benötigt. Nicht auf dem Bild: Das externe 18V/3A-Netzteil sowie die gedruckte Bedienungsanleitung.

Eine gedruckte Bedienungsanleitung in sechs westeuropäischen Sprachen liegt ebenfalls bei, doch sind die Informationen auf den je etwa 14 Seiten recht knapp gehalten, genug für eine problemlose Installation und einen ebensolchen Betrieb, doch ungenügend, um meinen journalistischen Wissensdurst bis ins letzte Detail zu stillen.

Installiert

Es wird nirgends explizit erwähnt, dass die aktive Box rechts stehen muss, doch alle Abbildungen in der 12,5 x 12,5 cm kleinen Bedienungsanleitung weisen darauf hin. Der Zusammenschluss des Systems geht schnell, die Böxchen sind schon von Haus aus mit rutschfesten Silikonfüsschen ausgestattet, die Kabelverbindungen (Netz, DIN und Optical zum Mac) im Nu erstellt.

Zum Anschluss über USB: Für den Mac benötigt man keine Treibersoftware, für Windows muss man den speziellen S880DB-Treiber downloaden und installieren.

Der Vergleich mit meinem Monitorsystem bestätigte dann auch gleich, dass die aktive Box rechts stehen muss. Auf deren Rückseite befinden sich nicht nur die Anschlüsse, sondern auch drei Regler für Höhen- und Basskorrektur sowie Lautstärke (Drehung) resp. Eingangswahl (Druck). Da ich, einmal eingestellt, die beiden Klangregler eigentlich nicht mehr verändere, und die Lautstärke sowie die Eingangswahl auch über die Fernbedienung erfolgen kann, ist aus meiner Sicht die Platzierung dieser Bedienelemente auf der Rückseite zwar nicht ideal, doch kaum einer negativen Erwähnung wert.

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