Falls Ihnen die Marke Edifier nicht geläufig sein sollte: Sie sind nicht allein. Die schon seit über 20 Jahren aktive chinesische Firma stellte zu Beginn vorwiegend OEM-Produkte für Logitech, Creative und Altec Lansing her. Erst seit 2007 bietet sie Audioprodukte unter eigenem Namen an, mittlerweile in 70 Ländern. Die Schweiz hat (noch) keinen offiziellen Vertrieb, doch bieten mittlerweile mindestens zwei Schweizer Onlinehändler Edifier-Produkte an.
HiDef-Audio-zertifiziert
Lautsprechersysteme konnten schon seit Längerem zertifiziert werden – sei es für Dolby oder Ähnliches, doch das HiDef-Audio-Zertifikat war mir neu. Falls es Ihnen gleich geht, hier der Link zur JAS-Website, auf der alle Details zu den Anforderungen für die Verwendung des HiDef-Audio-Logos zu finden sind.
Inmitten der Bedienelemente und Anschlüsse auf der Rückwand des rechten Lautsprechers prangt das HiDef-Audio-Logo.Es war dieses Logo, das mich auf die Edifier S880DB aufmerksam machte und mein Interesse weckte.
Zertifikat + Logo sind gut, doch ein Test ist besser. Drei Wochen nach meinem Erstkontakt mit dem Hongkong-Ableger der Herstellerfirma trafen die Testobjekte ein.
Lieferumfang
Leider werden für die Verpackung der S880DB immer noch Sagex-Formen verwendet: Praktisch, aber nicht eben umweltbewusst.
In der ansprechend bunten Kartonschachtel befinden sich ein passiver und ein aktiver Lautsprecher, die Fernbedienung mit separater Knopfbatterie, das Netzteil mit Abschlusskabel, ein etwa 3 m langes braunes DIN-Kabel, das die beiden Lautsprecher verbindet, zwei analoge Verbindungskabel (RCA-RCA und RCA-Miniklinke), ein USB- und ein optisches Digitalkabel. Letztere sind mit 170 resp. 150 cm für meine Anwendung etwas zu kurz, sollten jedoch in den meisten Fällen genügen.
Alles vorhanden, was man zum sofortigen Einsatz benötigt. Nicht auf dem Bild: Das externe 18V/3A-Netzteil sowie die gedruckte Bedienungsanleitung.Zum Verständnis einiger verwendeter Begriffe ist es angebracht, das Prinzip einer Frequenzweiche genauer zu betrachten: Eine Frequenzweiche teilt das Frequenzgemisch eines Musiksignals in mehrere Bereiche auf, so dass tiefe Frequenzen an den Tieftöner gelangen, mittlere Frequenzen an den Mitteltöner und hohe Frequenzen an den Hochtöner.
Das Ziel bei dieser Aufteilung ist es, dass sich die Frequenzbereiche nahtlos aneinanderfügen, als würde das Audiosignal aus einem einzigen «Superlautsprecher» abgestrahlt werden. Diese Aufteilung ist nicht einfach zu bewerkstelligen, da die Lautsprecher-Treiber unterschiedliche Eigenschaften haben und die Filter, welche die Aufteilung machen, sich ebenfalls unterscheiden.
Wichtig sind die Parameter Amplitudengang und Phasengang. Der Amplitudengang eines Filters bestimmt den Lautstärkenverlauf in Abhängigkeit der Frequenz. Man könnte annehmen, dass man lediglich die Amplitudengänge der Filter-Lautsprecher-Kombinationen so gestalten muss, dass sich die Frequenzbereiche nahtlos aneinanderfügen.
Leider haben die Filter und Lautsprecher auch einen Phasengang. Das heisst: Signale mit unterschiedlichen Frequenzen werden unterschiedlich verzögert wiedergegeben. Dies hat zur Folge, dass es an den Nahtstellen zwischen den Frequenzbereichen zu unregelmässigen Amplitudenverläufen kommt, da sich Signale mit unterschiedlichen Verzögerungen addieren und sich damit auslöschen oder addieren und damit verstärken.
Amplituden- und Phasengänge der Filter und Lautsprecher müssen also unter einen Hut gebracht werden. Das ist nicht einfach, da sie sich nicht unabhängig voneinander verhalten.
Es wird nirgends explizit erwähnt, dass die aktive Box rechts stehen muss, doch alle Abbildungen in der 12,5 x 12,5 cm kleinen Bedienungsanleitung weisen darauf hin. Der Zusammenschluss des Systems geht schnell, die Böxchen sind schon von Haus aus mit rutschfesten Silikonfüsschen ausgestattet, die Kabelverbindungen (Netz, DIN und Optical zum Mac) im Nu erstellt.
Zum Anschluss über USB: Für den Mac benötigt man keine Treibersoftware, für Windows muss man den speziellen S880DB-Treiber downloaden und installieren.
Der Vergleich mit meinem Monitorsystem bestätigte dann auch gleich, dass die aktive Box rechts stehen muss. Auf deren Rückseite befinden sich nicht nur die Anschlüsse, sondern auch drei Regler für Höhen- und Basskorrektur sowie Lautstärke (Drehung) resp. Eingangswahl (Druck). Da ich, einmal eingestellt, die beiden Klangregler eigentlich nicht mehr verändere, und die Lautstärke sowie die Eingangswahl auch über die Fernbedienung erfolgen kann, ist aus meiner Sicht die Platzierung dieser Bedienelemente auf der Rückseite zwar nicht ideal, doch kaum einer negativen Erwähnung wert.

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