PRODUKTNEWS
ARTIKEL
Publikationsdatum
3. Juli 2026
Themen
Drucken
Teilen mit Twitter

Wer sein Smartphone zur ernsthaften Musikquelle aufrüstet, kommt an einem externen USB-Dongle nicht vorbei. Interne DACs moderner Telefone sind auf Kosten und Bauraum optimiert, nicht auf Klangqualität. Shanling bedient diese Lücke mit der UA-Serie. Das Unternehmen ist seit 1988 im Geschäft mit DAPs und Kopfhörerverstärkern. Nun lanciert Shanling den UA6 II, einen Dongle mit gleich acht DAC-Chips des Typs Cirrus Logic CS43131.

Das Smartphone liefert über USB-C digitale Daten, der Dongle wandelt und verstärkt diese Signale. Damit umgeht der Nutzer die schwachbrüstigen internen DACs moderner Geräte, die gerade bei iPhones ein Ärgernis sind. Acht parallel arbeitende Wandlerchips leisten mehr als die vier des Vorgängers UA6. Dabei heben sich unkorrelierte Rauschanteile statistisch teilweise auf. Ob der Hörer dies im Alltag bemerkt, bleibt zumindest eine offene Frage.

Der UA6 II lässt sich zwischen Vier- und Acht-DAC-Modus umschalten. Unterwegs, wo Akkulaufzeit zählt, ist der sparsamere Vierkanal-Modus interessant. Bedient wird der DAC über ein neues Rändelrad mit taktiler Rückmeldung statt der bisherigen drei Tasten. Ein 0,95 Zoll grosses OLED-Display zeigt Lautstärke und Abtastrate an.

An Ausgängen bietet das Gerät einen 3,5-Millimeter-Klinkenausgang sowie einen symmetrischen 4,4-Millimeter-Ausgang. Shanling nennt 107 Milliwatt an 32 Ohm unsymmetrisch und 365 Milliwatt symmetrisch. Diese Werte sind für zahlreiche Smartphone-taugliche In-Ear-Monitore ausreichend. Der Dongle verarbeitet PCM-Signale bis 32 Bit/768 Kilohertz sowie natives DSD512. Zur Konfiguration dient die Android-App Eddict Player. iOS-Nutzer nutzen das Gerät mit den festen Einstellungen ab Werk, Shanling bietet keine iOS-App an.

Auffällig ist, dass der UA6 II keinen internen Akku besitzt, um eine instabile USB-Stromzufuhr zu puffern. Gerade für Smartphones mit schwacher USB-Ausgangsleistung wäre das relevant gewesen. Das Gehäuse aus eloxiertem Aluminium mit Frontscheibe aus gehärtetem Glas misst kompakte 6,2 x 3,0 x 1,3 Zentimeter. Damit ist es klein genug für die Hosentasche.

Im Marktumfeld konkurriert der UA6 II mit dem eigenen UA6, dem FiiO Ka17 sowie Shanlings UA7 mit Röhrenstufe. Bringen acht parallele Wandlerchips gegenüber vier tatsächlich einen für Smartphone-Hörer relevanten Mehrwert, oder dienen sie primär als Verkaufsargument? Die Physik liefert nur eine theoretische Verbesserung im Rauschabstand, keine Garantie für bessere Musikalität unterwegs.

Der UA6 II ist seit Mitte Juni über Shanlings eigenen Onlineshop sowie Versandhändler wie Linsoul und HiFiGo weltweit bestellbar. Ein Preis um 210 bis 220 Franken ist so auch für Schweizer Kunden ohne lokalen Vertrieb erreichbar. Ein offizieller Schweizer Distributor mit CHF-Preisen steht noch aus.