Wirklich klein geraten ist das neue Mitglied der Michi-Familie nicht: Der X3 sitzt im gleichen quadratischen Gehäuse wie der P5 (Test nachzulesen: hier). Mit 48,5 cm Gehäusebreite und gut 45 cm Tiefe beansprucht er reichlich Stellfläche. Wie schon der Vorverstärker wirkt auch der X3 dennoch nicht bullig. Dank dem edlen Finish mit verspiegelter Front und seitlich gerundeten Gehäusekanten hinterlässt er ebenfalls einen rundum ansehnlichen Eindruck. Das aufgeräumte Layout mit nur zwei Drehstellern sowie Ein/Ausschalt-Taste gefällt auf Anhieb und lässt Handling-Probleme aussen vor.
Setup und Bedienung sind auch beim Michi-Vollverstärker vorbildlich einfach. In der Hochglanzfront ist nämlich ein Multifunktions-Display eingebaut, welches die Installation und den alltäglichen Umgang mit dem Gerät enorm erleichtert. Hier kann man Eingänge umbenennen, die Grundlautstärke definieren oder auf Wunsch Bässe und Höhen wie auch die Balance regulieren. Dies alles geschieht bequem über die ausnehmend übersichtliche und gut in der Hand liegende Vollmetall-Fernbedienung.
Volle Packung: Die Anschlussperipherie lässt keine Wünsche offen.Die Kopfhörerbuchse auf der Front ist für 3,5-mm-Miniklinkenstecker ausgelegt. Beim Anschliessen eines Kopfhörers wird das Signal an Preamp- und Lautsprecherausgängen unterbrochen. Die acht massiven, Rhodium-beschichteten Boxenterminals lassen sich für Bi-Wiring nutzen. Eine A/B-Lautsprecherwahl ist aus puristischen Gründen nicht vorgesehen. Ebenso wenig kann man die Endstufensektion ausschalten und den X3 nur als Vorverstärker nutzen. Hier hat der RA-1592 vom gleichen Hersteller (Test nachzulesen: hier) systemische Vorteile.
Wie im Lehrbuch: Der Innenaufbau des Michi X3 zeugt von durchdachtem Aufbau und hohem Materialaufwand.Das Innenleben des Michi X3 kann sich wahrlich sehen lassen. In Rotel-typischer Manier kommt ein satt dimensionierter, gekapselter Ringkerntrafo aus hauseigener Fertigung zum Einsatz. Zusammen mit der ebenso üppig ausgelegten Elko-Siebkapazität stellt das Netzteil genügend Strom für die hohe Ausgangsleistung von bis zu 2 x 350 Watt zur Verfügung. Die beiden Endstufenplatinen weisen eine überraschende Ähnlichkeit mit denjenigen aus dem RA-1592 auf. Auch die identische Leistungsangabe (2 x 200 Watt RMS an 8 Ohm) legt die Vermutung einer technologischen Verwandtschaft in diesem Bereich nahe. Völlig neu im Michi X3 sind hingegen die Vorverstärker-, Steuer- und Digitalplatine, die im dreifachen Huckepack übereinander montiert sind.



