Clarity Piccolo mit Kapton-Aluminium-Bändchensystem in Dipol-Konfiguration.
24 Kupferdrähte um einen Kern aus Polyethylen (PE), jeweils durch eine dünne Lackschicht voneinander isoliert. Nicht weniger als 16 dieser Leiter (beim LS-1204 Air sind es vier) winden sich durch jeweils miteinander verbundene Kunststoff-Clips.Und da ist wirklich eine Menge Luft drin. Im Lautsprecherkabel-Flaggschiff LS-4004 Air flechten sich pro Leiter – bei Inakustik «Cross Link Super Speed»-Hohlleiter genannt – 24 Kupferdrähte um einen Kern aus Polyethylen (PE), jeweils durch eine dünne Lackschicht voneinander isoliert. Nicht weniger als 16 dieser Leiter (beim LS-1204 Air sind es vier) winden sich durch jeweils miteinander verbundene Kunststoff-Clips.
Diese Clips gehören zur Geheimrezeptur von Inakustik. Die Leiter schlängeln sich durch die einer bestimmten Anordnungs-Geometrie gehorchenden Löcher in der kreisrunden Deckplatte der Clips. Ein Lautsprecherkabel transportiert innerhalb der Anlage die grössten Ströme. Dabei bilden sich um jeden Leiter elektromagnetische Felder, auch Wirbelströme, die dem reinen Signal alles andere als zuträglich sind. Die «Double Layer Multicore»-Aufteilung in der entsprechenden Lage zueinander sorgt nun zum einen dafür, dass die Magnetfelder im Kabel bleiben, und zum anderen, dass sie sich quasi gegenseitig neutralisieren.
Eine geschickt konstruierte Seitenführung der Clips sorgt dafür, dass das gesamte Leiter-Ensemble sich pro Element um 90 Grad um die Mittelachse dreht, also alle vier Clips quasi einmal um sich selbst – eine perfekte Helix-Struktur. avguide.ch konnte sich vor Ort ein Bild machen, wie die weissen Plastik-Clips und die «Cross Link Super Speed»-Hohlleiter zusammenkommen.
In Handarbeit
Die komplizierte Auffädelung kann tatsächlich keine Maschine erledigen. Deshalb arbeitet Inakustik mit einer in Deutschland so genannten Behinderten-Werkstätte der Caritas zusammen. Deren Mitarbeiter führen in Handarbeit die Leiter durch die vorgegebenen Löcher, clippen die Kunststoffteile aneinander und drehen diese in die vorgegebenen Richtung.
Hier kommen soziales Engagement und Arbeitskraftbedürfnis der Fertigung vorbildlich zusammen. Wie sorgfältig und sauber die behinderten Menschen arbeiten, davon zeugt die bei null liegende Ausfallquote. Denn selbstverständlich wird jedes HighEnd-Kabel, das in Ballrechten-Dottingen montiert wird, sorgfältig geprüft. Dabei bündelt die Air-Helix-Technologie die Materialfülle zu einem mechanisch höchst flexiblen Schlauch: Trotz des imposanten Durchmessers lässt sich das Kabel auch in engen Radien biegen.
Doch bevor es eng gewunden in die schmucken Verpackungen wandern kann, muss es natürlich noch umwunden werden. Inakustik verzichtet bei den Lautsprecherkabeln auf eine weitere Ummantelung mit Folie oder Einschlauchung in einen PVC-Mantel, sondern belässt es – auch dies aus physikalischen Gründen – bei einem eng gewobenen Netz von PE-Fäden. Dies besorgt eine beeindruckende «Strickmaschine», die natürlich auch für die Aussenhaut der zusätzlich mit einem Kupfergeflecht geschirmten NF-Leiter zum Einsatz kommt.
Das Konfektionieren der Kabel ist gleichfalls so aufwendig wie aufschlussreich. In einer firmenintern «Dongle» genannten Abschlusshülse spaltet sich etwa das LS-Kabel in die hochflexible Plus- und Minus-Leitung auf. Allen Widrigkeiten von mehr oder weniger sinnvollen Verordnungen der EU zum Trotz gibt es neben Rhodium-vergüteten Kabelschuhen auch Pseudo-Bananenstecker (die richtigen sind inzwischen in der EU verboten), nach den Regeln der British Federation of Audio (BFA). Die mit Tellurium dotierten und damit gehärteten Stecker werden übrigens nicht gelötet, sondern gecrimpt.

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