TESTBERICHT
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Wie oben erwähnt, hat die Logitech-Tochter Ultimate Ears ein breites Sortiment an mobilen Outdoor-Lautsprechern. Der UE Megaboom ist das Flaggschiff und der grösste Bluetooth-Lautsprecher im Sortiment. Von der Bauform wie eine Getränkedose designt, sieht der Megaboom dem kleinen Bruder Boom sehr ähnlich. Im Farbsortiment mit den schönen Bezeichnungen Charcoal Black, Electric Blue, Lava Red, Plum und weiteren Farben findet jeder seine passende Lautsprecherbox. Mit fast 23 Zentimeter Höhe ist die UE Megaboom deutlich grösser als die UE Boom. Diese Bauform hat aber einen entscheidenden Vorteil: Ein grösserer Akku kann verbaut werden. So ist ein Musikgenuss von bis zu 18 Stunden möglich.

Gleich wie beim kleinen Bruder ist hingegen die hervorragende Verarbeitung. Stoss- und Wasserfestigkeit nach IPX7-Standard machen die Box zum idealen Outdoor-Begleiter. Neben der Bluetooth-Connection kann auch via 3.5-mm-Klinkenstecker ein MP3-Player oder ähnliches angeschlossen werden. Und wer es ganz gross mag, kann auch zwei UE Megaboom miteinander koppeln und diese als Doppel-Lautsprecher einsetzen.

Speziell am UE Megaboom ist seine 360-Grad-Abstrahlung. An einer Party sollte das Gerät also möglichst in der Raummitte platziert werden. Durch diesen Umstand gehen aber paradoxerweise auf der klanglichen Seite die Räumlichkeit etwas verloren (keine klare Stereo-Trennung). Während der Bassbereich mit viel Druck überzeugt, nimmt es die UE Megaboom mit der Detailtreue bei den Mittel- und Hochtönen nicht sehr genau. Dennoch bleibt die UE Megaboom das, was sie ist: eine performante, ausdauernde Partybox!

Der Ghettoblaster 2.0 – Teufel Boomster

Die Stereoanlage für unterwegs oder zuhause: Teufel Boomster.Die Stereoanlage für unterwegs oder zuhause: Teufel Boomster.

Nicht ganz so klein und handlich kommt der Teufel Boomster daher. Diese Lautsprecherbox erinnert dann schon eher an die klassischen Ghettoblaster der 90er-Jahre. Sogar über einen FM-Tuner verfügt der Teufel Boomster, und die Teleskopantenne an der Rückseite versetzt einen gerade noch mehr in vergangene Zeiten. Altbacken ist der Boomster aber keinesfalls, so hat dieser nämlich auch einen DAB+-Empfänger eingebaut. Die Möglichkeit, Radio auf einem Bluetooth-Speaker zu empfangen, ist eine aussergewöhnliche, aber tolle Sache. So kann in der Badi gut auch mal einer Sportübertragung oder den Nachrichten gelauscht werden.

Die Verarbeitung ist wie bei Teufel gewohnt, massiv und hochwertig. Ein Tragegriff erleichtert den Transport des mehr als 3.5 Kilogramm schweren Lautsprechers. Jeweils zwei Mittel- und zwei Hochtöner sind unter dem Metallgitter versteckt, der Subwoofer befindet sich auf der Unterseite des Geräts und ein LED-Display zeigt Lautstärke sowie Betriebsmodi an.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Testgeräten ist der Teufel Boomster nicht wetterfest, dennoch sind die Anschlüsse, die sich auf der Geräterückseite befinden, durch Gummilaschen geschützt. Positiv hervorzuheben sind der Akku des Geräts, der bis zu 14 Stunden Musikgenuss garantiert, und vor allem die Möglichkeit, den Betrieb durch normale AA-Batterien weiterzuführen, falls der Akku mal nicht mehr reichen sollte. Weiter lassen sich Smartphone und Co. über den USB-Port direkt vom Boomster-Akku laden. Somit ist das Gerät auch noch eine Powerbank.

Soundmässig macht Teufel einmal mehr vor allem bei hohen Lautstärken eine echt gute Falle. Trotz Maximallautstärke hämmert der Sound ohne zu überschlagen und erfüllt sofort den Raum. In der Badi oder am Strand hätte man damit wohl sehr schnell für Aufsehen gesorgt. Bei ruhigeren Klängen wirkt die Box sehr geradlinig und konstant, allenfalls hätte man im Dynamikbereich etwas mehr Feinfühligkeit erwarten können. Trotzdem hinkt der Boomster auch musikalisch keinesfalls der Konkurrenz hinterher.

Der Teufel Boomster ist nicht der klassische Outdoor- und Fun-Lautsprecher, sondern vielmehr eine vollwertige Stereoanlage, die dank Akku auch im Freien verwendet werden kann.

Der Edle – Vifa Reykjavik

Edler Mini-Lautsprecher: Vifa Reykjavik.Edler Mini-Lautsprecher: Vifa Reykjavik.

Die Dänen machen bei ihrem kleinsten Bluetooth-Lautsprecher im Sortiment voll auf Island. Zumindest, was den Namen betrifft: Der Lautsprecher aus dem dänischen Haus Vifa heisst Reykjavik. Das nordische, schlichte Design und die Verarbeitung überzeugen sofort. Unser Testgerät ist mit einem hellen Stoffbezug der ebenfalls dänischen Firma Kvadrat bezogen und wirkt auf den ersten Blick nicht wie ein Outdoor-Lautsprecher. Viel lieber möchte man das schöne und edle Teil auf dem Nachttisch haben. Ein USB-C-Kabel zum Laden des Geräts sowie ein kleines Transportsäckchen aus Stoff gehören zum Lieferumfang. 

Der minimalistische Lautsprecher sprüht nicht von Funktionsvielfalt. Zwar lässt sich der Speaker mit einem zweiten Reykjavik zu einem Stereopaar koppeln, und natürlich wird Musik von einer Bluetooth-Quelle abgespielt. Doch viel mehr kann das Teil nicht. Das muss es aber vielleicht auch gar nicht – weniger ist hier mehr.

Mehr Fokus wird auf den Klang gelegt. Die beiden grossen Brüder Oslo und Helsinki zeigten bereits, was klanglich aus einer solchen Box kommen kann. Zwar vermag der Vifa Reykjavik wegen seiner kleinen Bauform vor allem im Bassbereich nicht so zu überzeugen, die Klangperformance bei den Mittel- und Hochtönen ist dafür aber brillant. Der fehlende Bass wird mit angehobener Lautstärke zwar etwas kompensiert, dennoch fehlt dem Vifa irgendwie das Fundament. Und so mausert sich dieser Speaker nicht unbedingt zum Partykracher, sondern hält sich lieber diskret und gutaussehend im Hintergrund auf. 

Der Kommunikative – Bose SoundLink Revolve

Eine runde Sache mit 360-Grad-Sound: Bose SoundLink Revolve.Eine runde Sache mit 360-Grad-Sound: Bose SoundLink Revolve.

Bose zählt mit seinen beiden Modellen SoundLink und SoundLink Mini zu den Topsellern im Bereich der Bluetooth-Lautsprecher. Mit dem SoundLink Revolve wird jetzt eine noch bessere Lautsprecher-Version vorgestellt.

Überzeugend ist vor allem die Haptik des Geräts. Seine Alu-Hülle, die mit einer gummierten Unter- und Oberseite daherkommt, überzeugt sowohl in der Hand als auch optisch. Eine grosse Neuerung zu den Vorgängermodellen ist also auch das runde Gehäuse. Neu steht dem Revolve neben den Bassmembranen nur noch ein einzelner Schallwandler zur Verfügung. Dieser nach unten abstrahlende Speaker verteilt den Klang in 360-Grad-Abstrahlung durch das Lochblech.

Wie auch bei anderen Testgeräten lässt sich der Bose SoundLink Revolve mit einem zweiten Gerät zum Stereo-Speaker paaren. Allerdings ist das zusammen mit der 360-Grad-Abstrahlung etwas schwierig. Auch im Regal macht sich der 360-Grad-Sound eher negativ bemerkbar, schnell wirkt der Sound zu basslastig. Die Stärken liegen hier im Outdoor-Bereich, inmitten von Menschen oder vielleicht auf einem Tisch.

Vor allem bei den Höhen und Mitten macht das Gerät eine super Falle, wirkt rein und frei von Klangverfärbungen. Der Bass dürfte etwas mehr Präsenz aufweisen, macht aber den Gesamteindruck nicht wirklich schlechter.

Ein cooles Feature sind auch die Sprachanweisungen, welche das Gerät ausgeben kann. So wird einem per Computerstimme mitgeteilt, welches Smartphone verbunden ist oder wie viel Prozent der Akku-Ladung noch übrig sind. Wenn wir gerade vom Akku sprechen: Rund 12 Stunden Musikgenuss ist mit dem Bose SoundLink Revolve möglich.  

Der Laute – Teufel Rockster XS (Modell 2017)

Outdoor-Rockstar: Teufel Rockster XS (Model 2017).Outdoor-Rockstar: Teufel Rockster XS (Model 2017).

Mit der Überarbeitung des Rockster XS hat Teufel sein kleinstes Bluetooth-Modell nochmals deutlich kräftiger (lauter!) gemacht. Auch wenn die nur gerade knapp 18 Zentimeter hohe und 9 Zentimeter breite Lautsprecher-Box durch ihre Masse nicht gerade sehr kräftig wirkt, steckt hier totale Power drin. Das rote Teufel-Logo auf dem Speaker deutet dies schon an. Die Gummierung an den Geräteseiten machen den Speaker stoss- und spritzwasserfest. Die Verarbeitung ist, wie von Teufel nicht anders erwartet, sehr massiv und wertig.

Die Bedienung des Lautsprechers findet über die gummierten Tasten auf der Geräteoberseite statt. Kleiner Negativpunkt: Die Tasten sind bei schlechten Lichtverhältnissen fast nicht zu erkennen. Neben der Bluetooth-Verbindung befindet sich noch ein Aux-Eingang (3.5 mm Klinke) am Gerät. Ebenfalls kann dank der USB-Ladebuchse das Smartphone über dem Rockster XS geladen werden. Der Akku hält im Betrieb etwas über 12 Stunden.

Und auch beim Klang überzeugt der kleine Teufel auf der ganzen Länge. Klarer und präziser Tiefgang und ein sehr ausgewogenes Klangbild in den Mitten machen den kleinen Rocker zum Star. Erstaunlich auch der Pegel, den der Teufel Rockster XS zustande bringt. Das ist grosser Sound aus einer kleinen Box! Das ist es, was ein Outdoor-Lautsprecher braucht.

 

Der Noble – Beoplay P6

Der Noble - Beoplay P6Der Noble - Beoplay P6

Dass eher für gehobene Produkte bekannte Brands um Marktanteile bei den mobilen Lautsprechern buhlen, zeigt das Beispiel des Beoplays P6 von B&O Play, einer Tochterfirma von Bang & Olufsen.

Die Dänen setzen wie immer auf nordisches Design und gehobene Soundqualität. Das Gehäuse aus eloxiertem und poliertem Aluminium wirkt sehr edel und ist trotz des zeitlosen und modernen Designs gegen Spritzwasser geschützt. Ein Tragegriff aus Leder rundet den wunderbaren optischen Gesamteindruck des Geräts ab. Die Geräteoberseite beherbergt die Steuerelemente des Geräts. Der Beoplay P6 kommt mit ganz wenigen Bedienelementen aus. Eine Taste ist dabei besonders hervorzuheben: In der Mitte platziert befindet sich die OneTouch-Taste, welche den Sprachassistenten aktiviert. Dazu greift der B&O-Speaker auf Siri respektive auf den Google Assistant des gekoppelten Mobiltelefons zu, um beispielsweise Telefonanrufe anzunehmen oder die Musikwiedergabe zu steuern. Dies funktioniert hervorragend und macht den Betrieb des Lautsprechers komfortabler.

Und auch beim Klang enttäuscht der Däne nicht und mausert sich klanglich gesehen zum wohl besten Gerät im vorliegenden Test. Auch wenn hier wiederum auf eine 360-Grad-Abstrahlung gesetzt wird (was die Platzierung des Geräts erschwert), vermag der Beoplay im Klangtest zu überzeigen. Knackiger Bass schallt durch den Raum, und die Stimmen werden klar und absolut auf den Punkt aufgelöst. Und wer jetzt denkt, dass B&O nicht auch Party kann, der hat sich getäuscht: Grosse Lautstärke wird vom Gerät gekonnt und ohne überschlagen wiedergegeben – den Class-D-Verstärkern mit 140 Watt sei Dank. Somit ist der Beoplay P6 sowohl für eine Partybegleitung in der Lounge als auch für Audioliebhaber eine tolle Wahl.