TESTBERICHT
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Augenschmaus und Bilderrauschen

Mit genügend Licht bei der Aufnahme erhält man von diesem Consumer Camcorder erstaunlich scharfe und knackige Bilder. Die eingebaute Videoleuchte verbessert die eher maue Bildqualität bei schwachem Licht.Mit genügend Licht bei der Aufnahme erhält man von diesem Consumer Camcorder erstaunlich scharfe und knackige Bilder. Die eingebaute Videoleuchte verbessert die eher maue Bildqualität bei schwachem Licht.

Die optischen Komponenten, der Sensor und der Prozessor sind die gleichen wie beim Vorgängermodell. Die Bildqualität ist somit ähnlich. Der Vorteil der kleinen Sensorgrösse liegt unzweifelhaft in der grossen Schärfentiefe.

Wer die 4K-Videoaufnahmen des HC-VXF999 auf einem 4K-Fernseher anschaut, wird begeistert sein. Die Detailfülle, Schärfe und Räumlichkeit der Bilder ist fantastisch. Aber auch herunterskaliert auf einem Full-HD-Monitor betrachtet, sind die Bilder ein Augenschmaus.

Es ist erstaunlich, welche Bildqualität aus diesem Consumer Camcorder kommt. Vor allem, wenn die Aufnahmen bei genügend Licht erstellt wurden. Hier kommt das Potenzial von HD-Aufnahmen erst richtig zur Geltung.

Klar, auch der VXF999 kann die physikalischen Einschränkungen kleiner Sensorflächen nicht umgehen. Bei wenig Licht tritt in homogenen Flächen Farbrauschen auf, das oft ein fixes Rauschmuster hinterlässt. Bei Schwenks werden die Kanten nicht mehr sauber dargestellt. Manchmal sieht das Bild auch flau und verwaschen aus.

Als Gegenmassnahme kann mit der eingebauten LED-Leuchte die Szene erhellt werden. Wird es noch dunkler, kommt die Nachtfunktion zum Einsatz, die im Farbmodus länger belichtet, was zu etwas ruckelnden Bildern führt. Die Aufnahmen sind dann zwar beinahe taghell, rauschen aber extrem.

Die nächste Stufe der Nachtfunktion nimmt dann mit Infrarotunterstützung selbst in absoluter Dunkelheit Gegenstände erkennbar auf, zumindest im Nahbereich.

Der neue 24p-Modus kann das Ganze etwas verbessern. Der Autofokus scheint davon am meisten zu profitieren und findet auch bei weniger Licht zuverlässig sein Ziel.

Die beste 4K-UHD-Qualität, vor allem bei Schwenks und bewegten Motiven, böte ein Camcorder mit 50 oder 60 Vollbildern pro Sekunde (50/60p). Doch weder Panasonic noch Mitbewerber bauen diese Bildraten in ihre Consumergeräte ein.

So ist für das aufmerksame Auge öfters ein Bildruckeln erkennbar. Zum einen, wenn der Camcorder zu schnell geschwenkt wird, was auch prompt eine Warnmeldung ins Display einblendet. Und zum andern, wenn Motive wie Autos oder Velofahrer auch bei ruhiger Kamerahaltung das Bild queren. Dann ruckelt nicht das ganze Bild, sondern die Autos und Velos.

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Das neue Top-Modell in der 4K-Consumerklasse von Panasonic filmt nicht einfach nur in vierfacher Full-HD-Videoqualität. Es zeigt auch mit vielen Spezialfunktionen, welche kreativen Möglichkeiten in der hohen Auflösung stecken.

So lassen sich schon während der Aufnahme variable Geschwindigkeiten, Zeitlupen- oder Zoom-Effekte ausführen. Hinzu kommen Wiedergabefunktionen wie nachträgliches Bildvergrössern, Objektverfolgen oder Aufnahmenentwackeln.

Damit spricht die HC-VXF999 wieder vermehrt ernsthafte Videoamateure an, die mit den Spielereien im letztjährigen 4K-Camcorder HC-WX979 nicht viel anfangen konnten. So fehlt dem neuen Modell denn auch eine im Display eingebaute, zweite Kamera.

Dafür gibt es wieder einen hochauflösenden, ausziehbaren und nach oben kippbaren Sucher. Wer sich je über die im Sonnenlicht spiegelnden Displays ärgerte, wird dies sehr zu schätzen wissen.

Ein weiteres Zeichen in kreativer Richtung ist die 4K-Aufnahme nicht nur mit 25, sondern auch mit 24 Vollbildern pro Sekunde. Damit werden Filme in «kinoähnlicher Anmutung» möglich.

Bei den inneren Werten hat sich gegenüber dem Vorgänger nicht viel verändert. So zeichnet die VXF999 ihre 4K-, oder korrekt ausgedrückt, UHD-Aufnahmen mit 3840 x 2160 Pixel im MP4-Format auf SD-Karten auf. Daneben stehen AVCHD sowie iFrame in verschiedenen Auflösungen und Datenraten zur Auswahl.

Das 20-fache Leica-Dicomar-Objektiv, das die Aufnahmen einem 1/2,3"-BSI-Sensor mit 8,3 effektiven Megapixeln zuführt, wurde ebenso übernommen wie der Hochgeschwindigkeits-LSI-Chip "Crystal Engine 4K" und der 5-Achsen-Bildstabilisator Hybrid-OIS.

Wie schon beim Vorgänger spricht der kleine Sensor mit der fantastischen Detailschärfe schon rein physikalisch gegen das szenische Filmen mit kinoähnlicher, sehr schmaler Tiefenschärfe. Deshalb erstaunt es schon etwas, dass bei diesem Camcorder speziell auf die "spannenden Kinoeffekte" hingewiesen wird.

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