TESTBERICHT

Über die letzten Jahre haben wir immer wieder über die OLED-Technologie und deren Vorzüge berichtet. Messe um Messe ist vergangen, an denen uns die Industriegrössen OLED-Geräte vorgestellt haben – allerdings jeweils nur Vorserien-Geräte. Die Technologie schien einfach noch nicht bereit für die Masse zu sein. Dies hat sich nun geändert. OLED ist auf dem Vormarsch. Und mit dem 55POS9002/12 bringt Philips einen echten Kracher auf den Markt. Nicht nur betreffend Leistung, sondern auch im Preis.

OLED als Technologie der Zukunft

Ein Vorteil der neuen Technologie ist, dass OLEDs selbstleuchtend sind. Das heisst, sobald Strom anliegt, beginnen die Pixel zu leuchten. So wird die Hintergrundbeleuchtung, die bei der LCD-Technologie zum Einsatz kommt, hinfällig.

Mit OLED werden die TV-Geräte noch schlanker und noch energieeffizienter. Der grösste Vorteil liegt aber im Schwarzwert. Da keine LED-Beleuchtung benachbarte Pixel anleuchten muss, ist Schwarz wirklich schwarz. Der Kontrast ist somit auf einem enorm hohen Level und die Bildqualität sehr hoch. OLED ist somit der ideale Partner für 4K und HDR (High Dynamic Range).

Spitzenpreis für Spitzentechnologie

Kosteten die ersten OLED-Fernseher vor wenigen Jahren noch über 10’000 Franken, gibt es den neuen Philips 55POS9002/12 bereits für 2699 Franken (UVP). Somit zählt das Philips-Gerät derzeit zu den günstigsten OLED-Fernsehern auf dem Markt.

Gross im Geschäft mit OLED ist übrigens LG, der einen Grossteil des Line-ups auf die neue Technologie umgestellt hat und so eine Marktführende Rolle übernommen hat. Nicht erstaunlich also, dass im Philips 55POS9002/12 ebenfalls ein LG-Panel zum Einsatz kommt.

Auch die angegebene Maximalhelligkeit von 750 Candela pro Quadratmeter des 55POS9002/12 lässt aufhorchen. Zum Vergleich: Die für UHD Premium geforderte Mindesthelligkeit beträgt 540 Candela.

Zusammen mit dem hervorragenden Philips-Prozessor, dem typischen Ambilight und den smarten TV-Funktionen ist Philips ein grosser Wurf gelungen.

Auspacken mit Vorsicht

Nur gerade 47.5 Millimeter dünn: Der Philips 55POS9002/12 setzt neue Massstäbe.Nur gerade 47.5 Millimeter dünn: Der Philips 55POS9002/12 setzt neue Massstäbe.

«Lass dir beim Auspacken und Aufstellen des Geräts doch von einem Kollegen helfen», hat mich der Verantwortliche bei Philips bei der Übergabe des Testgeräts ermahnt. Dabei war er nicht um meinen Rücken besorgt, schliesslich geht es   meistens ziemlich gut, einen 55-Zoll-Screen alleine aufzubauen. Beim Philips 55POS9002/12 ist das etwas anders. Der Grund dafür ist paradoxerweise seine schlanke Bauweise: Nur gerade 47.5 Millimeter dünn ist der OLED-TV. Was im Wohnzimmer super elegant aussieht, stellt einem beim Aufbau tatsächlich vor neue Herausforderungen. Da das Gerät so fein und dünn ist, muss mit Vorsicht an den Aufbau gegangen werden, da es sonst zu Verformungen des Displays kommen kann.

Ist das nicht fantastisch? Als ich vor nicht allzu langer Zeit noch darüber geflucht habe, 70 Kilogramm schwere 32-Zoll-Geräte von unseren Kunden zum Service-Auto zu tragen, muss ich mich im Jahre 2017 darüber Sorgen machen, dass mein 55-Zoll-Screen beim Aufstellen nicht verbiegt.

Ganz so heikel ist der Aufbau dann doch nicht. Mit vier Schrauben wird der Screen an seinen Standfuss geschraubt – und schon steht das Designerstück zur Nutzung bereit.

Das Design des Geräts ist dabei so simpel wie genial. Die randlose Bauart mit dem geschwungenen Aluminium-Standfuss rundet das elegant-zeitlose Design des Philips 55POS9002/12 perfekt ab.

Rückseite mit Wow-Effekt

Dreiseitiges Ambilight und Subwoofer auf der Rückseite: Der Philips 55POS9002/12 glänzt auch von hinten.Dreiseitiges Ambilight und Subwoofer auf der Rückseite: Der Philips 55POS9002/12 glänzt auch von hinten.

Eigentlich ist es nicht sehr spannend, über die Geräterückseite eines TVs zu schreiben. Bei Philips-Geräten ist das dank Ambilight etwas anders. Das dreiseitige Ambilight darf natürlich auch bei diesem Produkt nicht fehlen. Die Farben des Bildschirminhalts werden beim TV-Gerät auf die seitlichen Leuchten addiert. Daraus resultiert das warme und sehr intensive Fernseherlebnis, das wir von Philips schon seit vielen Jahren kennen und schätzen.

Weiter fällt der grosse Subwoofer-Lautsprecher auf, der in der Mitte der Gerätrückseite Platz gefunden hat. Dieser erzeugt dankt Triple-Ring-Technologie sogar auf kleinstem Raum eine Schallbewegung. Total hat der TV ein überzeugendes 30-Watt-Soundsystem an Bord. Damit ist der Sound des Philips 55POS9002/12 auch ohne zusätzliche Lautsprecher überraschend gut. Ich muss also meine Meinung revidieren, dass schlanke Fernseher keinen guten Sound erzeugen können.

Hingegen weniger angetan bin ich von der Fernbedienung. Schon seit einigen Jahren liefert Philips ihre Premium-Geräte mit einer doppelseitigen Fernbedienung aus. Während sich auf der einen Seite die «normale» Bedienung befindet, gibt es auf der anderen Seite eine QWERTZ-Tastatur.

Die Idee dahinter ist zwar gut, braucht man doch für immer mehr Funktionen eine solche Tastatureigabe. Dass aber die Fernbedienung dadurch klobiger wird, darf allerdings nicht aussen vorgelassen werden.

Weiter wurde bei der «normalen» Bedienung von Funk wieder auf Infrarot-Verbindung gewechselt. Dies hat zwar den grossen Vorteil, dass die Befehle schneller ausgeführt werden, dafür muss man aber exakter auf das TV-Gerät zielen. Dies führte beim Test manchmal zu Schwierigkeiten und erfordert eine Umgewöhnung.

Sehr schön hingegen ist der zentrale Netflix-Button, der direkt den Streaming-Dienst auf dem TV startet.  

Nützlich, dafür etwas klobig: Die Fernbedienung kann gedreht werden, um eine Tastatur zu erhalten.Nützlich, dafür etwas klobig: Die Fernbedienung kann gedreht werden, um eine Tastatur zu erhalten.

Fernseher mit smarten Funktionen

Als Full-HD-Camcorder ist der HDC-SD5 bildseitig mit den dazu passenden hochstehenden Features ausgestattet. Vor dem 3-Chip-Bildwandler liegt eine Leica Dicomar-Optik mit 10-fachem optischen Zoom.

Der optische Bildstabilisator gleicht feinste Handbewegungen aus und erlaubt so auch ohne Stativ ruhige Aufnahmen.

Als Advanced OIS führt er den Ausgleichsvorgang achtmal häufiger aus als das bisherige OIS-System. Der mit Gyro-Sensoren ausgestattete Bildstabilisator kompensiert Verwacklungen 4000 Mal pro Sekunde.

Dem Bildwandler nachgeschaltet ist ein neuer Bildprozessor, die HD Crystel Engine. Sie sorgt für die Rauschunterdrückung und eine intelligente Kontrastkontrolle. Letztere misst kontinuierlich das Umgebungslicht und passt bei Veränderungen den Kontrast an. Die Gefahr des Überstrahlens heller Bildpartien oder des Untergehens dunkler Zonen wird dadurch verringert.

Die Einrichtung des Geräts kann je nach Konfiguration von schnell und einfach bis zu komplex und zeitaufwändig alles beinhalten. Der Grund dafür ist, dass das Gerät mit der TV-Variante des Smartphone-Betriebssystems Android ausgerüstet ist (Version 6, Marshmallow). Dies eröffnet beinahe unendliche Möglichkeiten, seinen TV mit Apps und Tools so zu personalisieren, wie man es gerne haben möchte. Ob Youtube-, Plex-, News- oder Koch-Apps: Der Philips Android-TV kann dank nach Belieben konfiguriert werden.

Die Apps und deren Integration in das Fernsehgerät funktionieren dabei sehr zuverlässig – auch wenn, wie eingangs erwähnt, bei der Einrichtung gerne auch mal viel Zeit draufgehen kann. Je nach Nutzungsbedarf können die smarten Funktionen allerdings einen grossen Mehrwert bringen.

Neben den Apps sorgt der eingebaute Triple-Tuner für die Bespielung des Geräts. So kann neben terrestrischen und Kabel-Signalen sogar Satelliten-TV mit dem Philips 55POS9002/12 empfangen werden. Da nur noch je ein Tuner verbaut ist, lässt sich leider nur das Programm aufnehmen, das gerade geschaut wird.

Vier HDMI- (zweimal mit HDCP 2.2), sowie zwei USB-Anschlüsse stellen eine optimale Konnektivität zu USB-Speichern, Mobiltelefonen, Set-Top-Boxen und AV-Receivern sicher.

Das Bild lässt sich über den 16:9 LCD-Monitor mit 7 cm Bilddiagonale kontrollieren.

Der Detailreichtum und der hohe Kontrast des LCD erlauben eine optimale Beurteilung, auch bei starkem Sonnenlicht.

Zusätzliche Unterstützung für eine gelungene Aufnahme bieten einblendbare Gitterlinien. Mit ihrer Hilfe kann der Camcorder nicht nur optimal ausgerichtet werden, sie helfen auch bei der Bildkomposition.

Das sehr gute Monitorbild und die Kompaktheit des Camcorders lassen das Fehlen eines Suchers verschmerzen.

Praktisch veranlagt

Derart hilfreiche Features wie die Gitterlinie, die von professionellen Videokameras übernommen wurden, bietet der HDC-SD5 gleich mehrere - so etwa ein einblendbares Zebramuster zur Anzeige von Überbelichtungen oder die aufnehmbaren Farbbalken zur Justierung der Bildwiedergabe.

Eine kreative Gestaltung des Videos unterstützen die manuellen Einstellmöglichkeiten der Schärfe, der Verschlusszeit und des Weissabgleichs. Die manuelle Fokussierung über das Menu und die Cursortasten ist allerdings nur in Ausnahmefällen hilfreich. Doch der Autofokus arbeitet in den meisten Fällen schnell und zuverlässig, so dass sich die manuelle Fokussierung erübrigt.

Wer unkompliziert aufnehmen will, verlässt sich auf die Automatiken. Sie lassen sich an verschiedene Situationen anpassen und arbeiten einwandfrei.

Trotz engen Platzverhältnissen ist die Bedienung praxistauglich. Die Tasten für Aufnahme und Zoom sind gut erreichbar, das Menu ist sehr übersichtlich gestaltet, selbsterklärend und über den LCD gut einsehbar.

Hilfreich sind die Anzeigen im Monitor, etwa die verbleibende Aufnahmezeit oder die verbleibende Akkuzeit in Minuten.

Der Feind des Guten

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