TESTBERICHT
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Aufnahmen mit der A7II

Ein tolles Objektiv ist das Weitwinkel 16-35 f/4 von ZeissEin tolles Objektiv ist das Weitwinkel 16-35 f/4 von Zeiss

Die Sony Alpha 7 Mark II wurde während dreier Monate genutzt, darunter auch während eines zweiwöchigen Urlaubs in Schottland. Dabei fiel vor allem das geringe Reisegewicht für eine Vollformatkamera auf. Das weiss man bei jeder Wanderung in den Highlands zu schätzen. Gewöhnungsbedürftig ist für jeden, der von einer DSLR herkommt, der digitale Sucher. Nach kurzer Eingewöhungszeit aber weiss man diesen zu schätzen, auch dank zusätzlich einblendbaren Informationen wie zum Beispiel der Wasserwaage. 

Wirklich praktisch und angenehm ist der interne Bildstabilisator. Dieser lässt den Fotografen drei Blendenstufen länger von Hand zu belichten. Diesen Vorteil merkt man schnell, wenn weniger Licht zur Verfügung steht und man die ISO etwas herunterregeln, und damit Bildrauschen vermindern, kann. Bis ISO 3200 lässt sich die A7II sehr gut nutzen und bringt tolle Resultate. Bis ISO 10'000 kann man die Bilder für kleine Abzüge oder reine Betrachtung im Web ebenfalls noch nutzen, 1:1 Abzüge oder Ausschnitte hingegen sind dann merklich verrauscht. 

Der Autofokus funktioniert bei Objektiven mit keiner oder nur wenig Bewegung tadellos, angenehm schnell und präzise. Getestet wurde das mit dem 16-35 mm von Zeiss und dem 55 mm f/1.8. Mit dem Tele aus der NEX/Alpha Serie für APS-C Sensoren, dem 70-210 mm, weist die Fokussierung öfter mal Fehler auf und ist deutlich langsamer. Bei schnellen Motiven und einem aktivierten kontinuierlichem Autofokus habe ich bei einer "Raubvogel-Show" in Schottland zahlreiche Bilder gemacht und erstaunlich viele davon haben das Motiv, in dem Fall den Vogel, scharf abgebildet. Die Performance des AF war überzeugender als dies von vielen Berichten suggeriert wird, in Kombination mit der Serienbildaufnahme gelangen mir einige scharfe Abzüge.

Akku

Nachteilig ist der Strombededarf der A7II. An manchen Tage im Urlaub habe ich zwei Akkus verbraucht. Dass Sony kein Akku-Ladegerät mitliefert, sondern nur ein Micro-USB-Ladeadapter für die Kamera, macht die Sache nicht besser. Es empfiehlt sich daher, einen zweiten Akku und ein Akkuladegerät zu kaufen. 

Aufnahme mit adaptiertem Canon EF 70-200mm IS f/2.8 Objektiv
Aufnahme mit adaptiertem Canon EF 70-200mm IS f/2.8 Objektiv
Aufnahme eines Blitzes am Frühlingsgewitter Anfang Juni mit 16-35mm Sony E-Mount Objektiv.
Aufnahme eines Blitzes am Frühlingsgewitter Anfang Juni mit 16-35mm Sony E-Mount Objektiv.
Low Light Aufnahme mit ISO 5000
Low Light Aufnahme mit ISO 5000
Aufnahme mit einem adaptieren Canon FD 85mm Objektiv mittels Novoflex Adapter
Aufnahme mit einem adaptieren Canon FD 85mm Objektiv mittels Novoflex Adapter
Ebenfalls ein adaptieres Altglas (Canon FD)
Ebenfalls ein adaptieres Altglas (Canon FD)
Das legendäre Glennfinnan Viadukt in Schottland - Freihand mit SEL1635 fotografiert.
Das legendäre Glennfinnan Viadukt in Schottland - Freihand mit SEL1635 fotografiert.
Besonders Spass macht das extrem scharfe 55mm f-1.8 von Sony,
Besonders Spass macht das extrem scharfe 55mm f-1.8 von Sony,
Der Autofokus funktioniert auch bei schnellen Szenen, zum Beispiel Raubvögel, gut
Der Autofokus funktioniert auch bei schnellen Szenen, zum Beispiel Raubvögel, gut
Langzeitbelichtung mit der A7II
Langzeitbelichtung mit der A7II
Tele Aufnahme mit Sony 70-210mm für APS-C Kameras
Tele Aufnahme mit Sony 70-210mm für APS-C Kameras
Nachtaufnahme mit ISO1250 und Stativ - hier wäre die A7S natürlich noch geeigneter.
Nachtaufnahme mit ISO1250 und Stativ - hier wäre die A7S natürlich noch geeigneter.

Fazit

Eine grossartige Kombo: Sony A7II plus das Zeiss 55mm f/1.8 Objektiv - knackscharf!!!Eine grossartige Kombo: Sony A7II plus das Zeiss 55mm f/1.8 Objektiv - knackscharf!!!

Die Sony A7II ist definitiv eine hervorragende Kamera. Bedienung und Handhabung sind im Vergleich zum Vorgängermodell besser geworden. Die Bildqualität stimmt bis ISO 3200, der Autofokus arbeitet in den meisten Fällen zuverlässig, und der passende Objektivpark an Sony FE Linsen wächst.

Die Kamera einzustufen fällt schwer. Eine Vollformat-Systemkamera ist derzeit eine Kamerakategorie, die eine sehr dürftige Auswahl liefert. Ein Vergleich mit DSLRs kann man anstellen. Dort sind aber über Jahre gewachsenes Know-How eingeflossen, und so sieht zum Beispiel die Sony in Sachen Autofokus klar schlechter aus. Vergleicht man sie mit anderen Systemkameras, kommt natürlich sofort das Vollformat zum Tragen und eine angenehmere Bedienung dank der Baugrösse. 

Was ich mir für eine allfällige Sony A7 III wünschen würde, wäre das extrem geniale Rauschverhalten der A7S, einen Touchscreen für den Bildschirm, um einfach und schnell einen Fokuspunkt wählen zu können, eine Sicherung für die Klappe des Speicherkartenslots und einen noch zackigeren Autofokus - die kleine Alpha 6000 lässt grüssen. Mit dem zu DSLR vergleichsweise hohen Strombedarf kann ich gut leben.

Abschliessend kann man sagen, dass Sony mit der A7 II versucht, das beste aus zwei Welten zu vereinen und es grösstenteils gelungen ist. Die Kamera zeigt sich als guter Allrounder, und wer sich den obigen Negativpunkten bewusst ist und damit leben oder umgehen kann, der wird mit der Kamera sicher glücklich. Ich bin mir auch sicher, dass einige mit adaptiertem Altglas wieder zurück in die Zeiten der manuellen Einstellungen finden werden...

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