Auf jeden Fall bedeuten grosse Dimensionen viel Platz für Technik und Power: 180 Watt Leistung pro Kanal, 4k Upscaling, WiFi, Bluetooth und dazu auch noch THX-zertifiziert. Onkyo zeigt wieder eindrücklich, wie ein Gerät des mittleren Preissegments sein kann.
Wenn wir dabei gleich beim Äusseren bleiben: Die Verarbeitung des Onkyo TX-NR828 überzeugt vom ersten Augenblick weg. Die gebürstete Aluminium-Front und die grosse Frontklappe, unter welcher sich Bedienelemente und Frontanschlüsse verbergen, sind sehr hochwertig. Der grosse Lautstärkeregler ist stylisch mit einem weissen LED-Streifen umrundet, und auch die Anschlüsse auf der Rückseite hinterlassen einen hervorragenden Eindruck.
Ob in schwarz oder silber: Der Onkyo TX-NR828 sieht vorallem wuchtig aus.Der Onkyo ist mit sieben Audio-Kanälen à 180 Watt Leistung sowie zwei Subwoofer-Ausgängen ausgestattet und bietet neben analogen Video Ein- und Ausgängen acht HDMI-Eingänge, welche die Formate Dolby TrueHD, DTS-HD Master Audio sowie die Videowiedergabe von 3D-Material unterstützen. HDMI-Ausgänge besitzt der Heimkinoreceiver zwei, wovon einer ARC (Audio Return Chanel) tauglich ist.
Auch audiomässig bietet der Onkyo NR828 viele Optionen. Acht analoge, zwei optische und drei koaxiale Audioeingänge lassen keine Anschluss-Wünsche offen. Auch über einen Phono-Eingang (MM) verfügt das AV-Gerät.
Wireless und Bluetooth an Bord
Auffallend sind die Antennen, die für den Wireless-Empfang sorgen. Aber auch sonst wurde mit den Anschlüssen nicht gespart.Auffällig sind die zwei grossen Antennen, welche an der Gerätehinterseite angebracht sind und für den Wireless-Empfang sorgen. Einige AV-Receiver bieten zwar „Dongle-Lösungen“ für WiFi-Unterstützung (normalerweise zu lasten eines USB-Anschlusses), doch sind diese Lösungen meistens nicht sehr betriebssicher. Eingebautes Wireless behebt diesen Mangel. Natürlich kann der Receiver weiterhin auch per Ethernetkabel ans Netzwerk angeschlossen werden. Ebenfalls standartmässig an Bord des Onkyo NR828 ist ein Bluetooth-Empfänger.
20 Jahre THX und Onkyo
Stolz sind die Entwickler auf die drei Buchstaben, welche auch auf diesem Gerät prangen. Das THX-Zeichen und die damit verbundene Zertifizierung ist neben Qualitätsmerkmal auch Zeichen einer langen, engen Verbundenheit und Tradition. So schaut Onkyo auf eine 20-jährige Partnerschaft mit THX zurück, Onkyo war damals einer der ersten Hersteller, die bei ihren AV-Geräten auf eine solche Zertifizierung setzten.
Logisch, dass man sich auch beim NR828 um das Label bemüht hat. „THX Select2 Plus“ steht jetzt auf dem Gerät. Um dieses Label zur erhalten, muss der Heimkinoreceiver Signale bei einem Lautstärkenpegel, der dem Studio-Referenzwert entspricht, mit minimaler Verzerrung wiedergeben.
Lieblos übersetztes GUI
Genug von äusseren Werten und Buchstaben auf dem Gerät, wir wollen schliesslich wissen, wie sich der Onkyo NR828 im Betrieb schlägt. Einmal angeschlossen, wird der User durch die Einrichtung des Geräts geführt. Neben Quellenzuordnung wird auch das Audyssey MultEQ Setup durchgeführt, welches hilft, die Lautsprecher und deren Abstände auf den Raum abzustimmen: „Bitte stecken Sie ein Mikro hinein. das in einem Kästchen zusammen mit dem AV receiver geliefert wurde.“ Diese wortwörtlich übernommene Aufforderung zeigt leider auch ein kleines Manko des Geräts: Das GUI (Grafisches Bildschirmmenü) wurde leider nur sehr lieblos und ungenau aus dem Englischen übersetzt. Eigentlich sehr schade, solche Kleinigkeiten trüben den ansonsten hochwertigen Gesamteindruck.
Schlecht übersetzt: Diese Auffordernung kam bei der EinrichtungInbetriebnahme
Die Inbetriebnahme geht aber sonst sehr flott und einfach über die Bühne. Innert wenigen Minuten ist das Gerät betriebsbereit. Auch die Netzwerkverbindung lässt sich sehr einfach einrichten, und schon nach wenigen Minuten kann auf hunderte Netztwerkradios und Podcasts zugegriffen werden. Direktverbindungen zu streaming Diensten wie Spotify oder Last.fm sind ebenfalls möglich.
Dank der Netzwerkanbindung lässt sich der Onkyo NR828 auch übers Tablet oder Smartphone via App steuern. Die Onkyo App „Remote2“ findet den AV-Receiver sofort im Netzwerk und ermöglicht den Zugriff und die Steuerung aller wichtigen Funktionen. Die App steht gratis im Appstore zum Download zur Verfügung..
Wie bereits in einem frühren Onkyo-Test erwähnt (siehe TX-NR616) würde ich für die Bedienung via App allerdings die Software „oRemote“ empfehlen, welche als Drittprodukt zwar fünf Franken kostet, dafür aber einen viel grössen und vor allem übersichtlicheren Funktionsumfang bietet. Auch hier wurde der Onkyo TX-NR828 sofort erkannt und konnte problemlos bedient werden.
Marvel Technologie sorgt für 4K Upscaling
Unter der grossen Frontklappe verbirgt sich neben einem zusätzlichen HDMI- auch ein USB-Anschluss. Dieser kann eine ganze Reihe von Audioformaten wie MP3, WMA, Lossless, FLAC, WAV, Ogg Vorbis, AAC, DSD, LPCM und Dolby TrueHD abspielen. All diese Formate lassen sich dank DLNA-Unterstützung auch übers Netzwerk streamen (zum Beispiel von einem NAS).
Über den Front-HDMI wird zusätzlich das MHL-Format unterstützt, welches Smartphones ermöglicht, 1080p Signale mit 7.1 Surround abzuspielen und gleichzeitig das mobile Gerät zu laden. Bereits 2009 entwickelte Samsung zusammen mit Nokia, Toshiba und Sony die Spezifikation, doch bis heute sind die Anwendungsmöglichkeiten begrenzt. Dank diesem Anschluss können jetzt aber Samsung Galaxy S III & Co. vollwertiges Filmmaterial als Zuspieler liefern.
Alle anderen HDMI-Anschlüsse des Onkyo TX-NR828 sind zwar nicht MHL- dafür aber 4k-tauglich. Richtig interessant ist aber vor allem der verbaute Qdeo-Upscaler von Marvell. Dieser wandelt SD- zu hochaufgelösten 1080p- Videos und bei der Verwendung eines entsprechenden Monitors kann das Quellmaterial gar bis 4k skaliert werden.
Der Front HDMI-Anschluss ist MHL-tauglich und unterstützt die Wiedergabe von Multikanal- Full HD Videomaterial direkt von Smartphone oder Tablet. Die Qual der Kanalwahl
Sieben Audiokanäle und drei Hörzonen bieten eine grosse FlexibilitätDie sieben verfügbaren Audiokanäle des Onkyo TX-NR828 können sehr flexibel zum Einsatz gebracht werden. Dank Audyssey DSX kann die Anlage neben fünf Standardlautsprechern (Front, Center, Rear) zusätzlich entweder zwei horizontal wirkende oder zwei vertikal wirkende Lautsprecher bedienen. Horizontal wirkende Kanäle vergrössern vor allem die breite der Klangbühne und kommen eher bei Musik zum Einsatz. Vertikal wirkende Kanäle hingegen bereichern Film und Spiele.
Da aber die Mehrheit der Heimkino-Benutzer nicht auf sieben Lautsprecher im Wohnzimmer setzen möchte, können die beiden zusätzlichen Kanäle auch als Verstärker für die zweite Zone eingesetzt werden. Per Line-Ausgang kann gar eine dritte Zone in Betrieb genommen werden; hier fungiert der Receiver allerdings nur als Vorverstärker. Spannend ist dabei aber vor allem, dass alle drei Zonen per Fernbedienungs-App gesteuert werden können, um so in jedem Raum dieselbe oder eine eigene Quelle abzuspielen.
A propos Quellenwahl: Neu verfügt der Onkyo Receiver auch über die Funktion InstaPrevue. Mit der InstaPreview-Funktion zeigt das Gerät Videovorschauen aller angeschlossen HDMI-Quellen an, die Quellenwahl kann so vollzogen werden, ohne genau zu wissen, was wo angeschlossen ist.
Fortschrittlicher DSP trifft jeden Geschmack
Im Hörtest schlägt sich der Onkyo TX-NR828 hervorragend. Nicht nur im Surround-Bereich sondern gerade auch im Stereobetrieb zeigt der Onkyo seine Stärken. Als Frontlautsprecher bedient der AV-Receiver unsere Boston Acoustics M350 Referenzlautsprecher. Als Zuspieler wurde im Test der TEAC SACD-Player CD2000 verwendet. Klar und sehr dynamisch erklingt die Stimme von Alex Hepburn im Raum, als wir mit einer normalen CD in den Hörtest einsteigen.
Mark Knopflers Dire Straits klingen ab SACD noch einen Tick besser, die Gitarrenriffs werden extrem präzis wiedergegeben. Die WRAT-Technologie von Onkyo (Wide Range Amp Technology) mit ihren diskreten Verstärkern leistet hervorragende Arbeit und sorgt für eine unverfälschte Klangwiedergabe.
Weiter geht’s mit Bewegtbild. Michael Bay’s „Transformers“ in 5.1 ist dabei unsere Referenz. Die Bildqualität ist, wie nicht anders erwartet, hervorragend. Für den Ton kommt ein 32-Bit DSP-Chip zum Einsatz, welcher Modi für Spiele, Rock, Sport, Action und Rollenspiele beinhaltet. Für "Transformers" habe ich Action gewählt. Der Sound wirkt jetzt sehr dynamisch und gross. Dialoge und Stimmen kommen natürlich rüber und auch die epischen Szenen vermag der Onkyo TX-NR828 gebührend wiederzugeben. Einzig die Bässe stehen nach meinem Geschmack oft zu sehr im Vordergrund und wirken zeitweise etwas zu dominant.
Klickt man sich aber durch die DSP-Modi, findet man allerdings schnell und einfach einen Stil, der einem zusagt.
Dolby TrueHD spielt der Receiver ebenso problemlos wie DTS-HD Master Audio.
Fazit
Der Onkyo TX-NR828 ist nichts für Minimalisten. Gross, schwer, kraftvoll und sehr gute Ausstattung, das sind seine Attribute. Der 7.1 Receiver zieht einen von Beginn an in seinen Bann. Die Euphorie wird durch die schlecht übersetzten Bildschirmmenüs zwar etwas gebremst, hört und sieht man den TX-NR828 im Einsatz, kann man allerdings darüber hinweg sehen. Wireless, Bluetooth, acht HDMI-Eingänge, drei Zonen und 180 Watt Leistung pro Kanal zu einem Preis von 1690 Franken – das Preis-Leistungsverhältnis stimmt. Als Apple-User wird einzig eine Airplay-Funktion vermisst. Aber weil die Qualität stimmt, mausert sich der Onkyo TX-NR828 zu einem Topgerät fürs Heimkino in den eigenen vier Wänden.

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