21. Juli 2019 | seit 1999
TESTBERICHT
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Beeindruckende Performance

Erstmals Bekanntschaft mit den Neukomm-Master-Komponenten machten wir beim Hörtest der Manger p2 (Testbericht hier) und waren auf Anhieb schwer beeindruckt. Wie präzise, schlackenlos akkurat und räumlich offen die deutsche Standbox im Zusammenspiel mit der Schweizer Elektronik agierte, war schon frappant. Dies umso mehr, als der Wiedergabe jeglicher artifizielle oder gar technische Beigeschmack fehlte. Maximale Durchhörbarkeit ohne Reue geniessen, so könnte das Motto auch für die Neukomm-Vor- und Endstufen lauten. Die Manger-Neukomm-Kombination beherrscht den herrlich vitalen Musikausdruck mit fast überschiessender Spielfreude genauso wie feine Musikpassagen mit andächtig inszenierten Zwischentönen. Kurzum, die Kombi hat das Zeug dazu, die Technik bei der Musikwiedergabe so weit wie nur möglich vergessen zu machen.

Schon im Zusammenspiel mit den Manger p2 wussten die Neukomm-Verstärker zu beeindrucken.

Nun ist es immer schwierig für einen Tester, angesichts von zwei Unbekannten – Elektronik und Lautsprecher – ein abschliessendes Urteil abzugeben. So transferierte der Autor die Neukomm-Vor- und Endverstärker kurzerhand in den heimischen Wohnraum, wo ein Paar bestens bekannte 805D3 von Bowers & Wilkins darauf warteten, ihren Teil zur Begutachtung der Elektronik beizusteuern.

Rein finanziell betrachtet sind die 805D3 mit ihrem Paarpreis von rund CHF 7300 (inklusive Ständer) zwar auf den ersten Blick kein adäquater Spielpartner. Sie zählen jedoch zu den hochwertigsten Kompaktlautsprechern überhaupt und eignen sich bestens dazu, dem Wiedergabevermögen auch teurer Vor- und Endstufen auf den Zahn zu fühlen. Gerade was die Feinzeichnung im Hochtonbereich betrifft, sind die kleinen B&W echt wählerisch. Nicht jeder Verstärker ist der frappanten Auflösung der Diamantkalotte gewachsen. So kann der Schuss bei analytisch aufspielender Elektronik auch mal nach hinten losgehen.

Nicht so im Zusammenspiel mit den Master-Komponenten von Neukomm. Der Autor staunte nicht schlecht, wie mächtig, fast schon imposant die 805D3 aufspielten. Bei geschlossenen Augen hätte man nie und nimmer vermutet, dass hier zierliche Kompaktboxen am Werke waren. Sowohl punkto Spielfreude wie auch räumlicher Durchhörbarkeit legten sie eine ganz andere Gangart an den Tag als zuvor im Zusammenspiel mit einem Paar MA 3.2S von AVM und einem DAC mit Vorstufenausgang (Gustard A20H).

Die B&W 805D3 lief an der Neukomm-Elektronik zu ungeahnter Höchstform auf.

Die vom Autor durchaus hoch geschätzten Class-D-Monoblöcke hatten bei keiner Lautstärke eine Chance, sich auch nur annähernd so vital in Szene zu setzen. Schon bei kleinen Lautstärken bot die Neukomm-Elektronik einfach mehr Hörspass und Durchhörbarkeit. Und wie schon im Zusammenspiel mit den Manger p2 wurde die exorbitante Klangtransparenz durch keinerlei unschöne Nebeneffekte erkauft. So kann man auch laut hören – ohne das Gefühl zu haben, der Hochtöner wäre nur einen Meter entfernt. Die Neukomm-B&W-Kombi klingt überhaupt nicht vordergründig, sondern wohltemperiert und wie aus einem Guss. Frappierend waren sodann Tiefgang und Konturen im Bass. Die kleine B&W tönt nun richtig erwachsen und überhaupt nicht zahm. Auch hier kein Vergleich zu dem, was die AVM-Monoblöcke im Tieftonbereich auf die Beine zu stellen vermochten.

Wie schon die Manger p2 profitierten auch die B&W 805D3 von sehr kurzer und hochwertiger Bi-Wiring-Verkabelung. Sowohl im Bass wie auch im Hochtonbereich hatten die nur 1 m langen Neukomm-Master-Lautsprecherkabel hörbare Vorteile gegenüber keineswegs schlechten, aber rund 3 m langen «Gold»-Kabel aus der Executive-Serie.

Zu guter Letzt waren wir noch darauf gespannt, wie sich der im CDA126S integrierte DAC im Vergleich zum einem hochwertigen Stand-alone-Gerät wie einem Gustard A20H schlagen würde. Letzterer ist ähnlich aufwändig mit zwei Wandlerbausteinen des Typs AK4497EQ bestückt, dem Topmodell des japanischen Hersteller AKM. Bei ähnlich schönen Klangfarben tönte Neukomms integrierter DAC über die B&W 805D3 angehört tatsächlich noch etwas präziser und irgendwie «selbstverständlicher» als der mit dem CDA126S analog-symmetrisch verbundene Gustard.

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