21. Juli 2019 | seit 1999
TESTBERICHT
Seite 3 / 5

Kraft ästhetisch verpackt

Zeitlos schön und unauffällig ästhetisch präsentieren sich die Monoblöcke PA135S. Weder ein Netzschalter noch eine Leuchtdiode «stören» auf der lediglich 15,6 x  15,6 cm grossen Frontplatte. Hier lautete die Massgabe ganz klar, einen Hochleistungsverstärker elegant zu verstecken. Monoblöcke sollte man auch aus technischen Gründen (je kürzer das Lautsprecherkabel, umso besser bleibt der Dämpfungsfaktor am Boxeneingang erhalten) möglichst nahe bei den Lautsprechern platzieren. Mit ihren kompakten Abmessungen lässt sich diese Vorgabe bei den PA135S problemlos umsetzen; bei den knapp 30 cm Gehäusetiefe ist sogar eine Platzierung hinter den Boxen denkbar.

Mit ihrer lediglich 15,6 x 15,6 cm grossen Frontplatte beanspruchen die Monoblöcke PA135 S visuell nur wenig Platz.

Die rückseitige Anschlussperipherie offenbart einige Besonderheiten: So kann man über einen Line-Ausgang einen zweiten Monoblock parallel verbinden und so echtes Bi-Amping realisieren. Man benötigt dann von Seiten des Vorverstärkers nur ein langes Verbindungskabel. Wer hingegen auf Bi-Wiring setzt, findet dafür doppelte Lautsprecheranschlüsse vor. Darüber hinaus lässt sich über einen Drehschalter die Empfindlichkeit in einem weiten Bereich  einstellen. Via DIP-Schalter kann man das Gerät vielfältig konfigurieren, so beispielsweise in Bezug auf den Einschaltmodus, der die folgenden Möglichkeiten anbietet: bei Systembetrieb durch den Vorverstärker, oder im manuellen Modus durch Anlegen der Netzspannung, durch ein Steuersignal oder tonaktiviert.

Eine der Besonderheiten an der Rückseite bilden die parallelen symmetrischen Ausgänge zum Anschluss weiterer Monoblöcke.

Die Vorteile von Monoblöcken gegenüber Stereo-Ausführungen sind vielfältig: Prinzipbedingt gibt es kein Kanalübersprechen, und auch punkto Stromversorgung kann jeder Kanal aus dem Vollen schöpfen. 400 Watt Sinusleistung (an 4 Ohm) verspricht das Datenblatt. Das klingt nach «mehr als genug». Tatsächlich sind die PA135S so ausgelegt, dass sie gerade auch bei üblichem Leistungsbedarf von wenigen Watt vital und dynamisch agieren.

Ebenso von Bedeutung sind Bandbreite und Laststabilität auch an niederimpedanten Lautsprechern. So soll der PA135S kurzfristig einen Spitzenstrom grösser als 70 A zur Verfügung stellen und bis 1 Ohm stabil arbeiten – Letzteres ist wichtig insbesondere im Zusammenspiel mit Elektrostaten. Wie schon der Vorverstärker CDA126S ist auch der PA135S gleichspannungsgekoppelt und überträgt ab 1 Hz locker bis über 200 kHz.

Auffällig ist der sehr hohe Dämpfungsfaktor von über 1000, der für eine hohe Gegenkopplung der mit Power-MOS-FETs bestückten Leistungsstufe spricht. Bei einem hohen Mass an Gegenkopplung besteht bekanntlich die Gefahr, dass die Schaltung zwar sehr stabil, aber womöglich im Hochtonbereich nicht schnell genug agiert. Darauf angesprochen schmunzelt Hansruedi Neukomm nur: «Gewusst wie …». Über die Jahre hat er sich ein profundes Wissen über das Verhalten solcher Schaltungen angeeignet. Tatsächlich weisen die PA135S auch im Hochtonbereich einen aussergewöhnlich hohen Dämpfungsfaktor auf, und agieren – wie der Hörtest einwandfrei beweist – auch in oberen Frequenzlagen ausgesprochen agil.

Übersicht zu diesem Artikel
Seite 1:
Seite 2:
Seite 3:
Seite 4:
Seite 5:
Wettbewerb