25. April 2019 | seit 1999
TESTBERICHT
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Der Klang

Perfekte Konfektionierung der RCA-Stecker.

Holger Wachsmann teilt mit dem Autor die Meinung, dass es das ideale Kabel nicht gibt. Es gibt auch nicht das beste Kabel. Sondern es müssen sich Lautsprecherkabel zum Beispiel bewähren in der Kombination: zwischen Transistor-Endstufe und dynamischen Lautsprechern, zwischen Röhren-Verstärkern und dies gekreuzt. Der Autor checkte also das LS-1204 in diesen vier Kombinationen, wobei damit natürlich kein Anspruch auf vollständige Prüfung in allen Lebenslagen verbunden ist.

Dabei zeigte das ja nun nicht gerade billige Inakustik-Kabel im Vergleich zu einem sehr günstigen Standardkabel immer eine sehr ansprechende Tendenz zu Dynamik und Drive. Der Test lief zunächst ausschliesslich mit hochauflösendem Musikmaterial, da dies relativ schnell Rückschlüsse auf den Charakter von Komponenten zulässt. Ganz neu kam da zum Beispiel eine sehr eigenwillige Einspielung von Vivaldis Barock-Hit «Die vier Jahreszeiten», die das deutsche HighEnd-Label Stockfisch auf SACD veröffentlicht hat.

Mit dem LS 1204 klang es schön differenziert, dynamisch gerade anspringend und nuanciert. Die für Stockfisch typische Räumlichkeit bildete es zudem sehr glaubwürdig ab, wovon vor allem die Kombination Röhre-Elektrostat profitieren konnte. Bei dem gleichfalls neuen High-Resolution-File (24 Bit, 88,2 kHz) des jüngsten Werks von Singer/Songwriter Ian Smith blieb die Stimmwiedergabe von gerade packender Präsenz, die Gitarrenarbeit voller Finessen.

Das freilich deutlich teurere Referenzkabel des Autors konnte indes noch mehr Details aus einem noch präziser abgezirkelten Raum schälen, doch die Vorstellung des ja auch mit teureren Geschwistern gesegneten Inakustik Reference Selection LS-1204 Air konnte definitiv überzeugen – unabhängig vom Musikmaterial und der Endstufen/Lautsprecher-Kombination.

Das NF-1204 musste sich bewähren zwischen SACD-Player und Vorstufe sowie zwischen Vorstufe und Endstufe. In allen Fällen konnte der Autor eine lobenswerte Tendenz zu smarter Detailarbeit ausmachen. Vor allem aber zeigte dieser NF-Verbinder keine Schwächen. Ob hochdynamische Bässe, extrem aufgelöste Hochton-Verästelungen oder tief gemalte Räume – alles kam gut rüber.

Insgesamt deutlich markanter als es eine Billigstrippe konnte, aber auch mit minimal mehr Nachgiebigkeit im Bass und etwas verblassender Strahlkraft und Nuancierung gegenüber einem superteuren Konkurrenten. Aber es muss ja auch firmenintern Luft nach oben bleiben, etwa zum NF-2404 Air.

Viel Freude brachte die Kombination beider Inakustik-Kabel in der Kette, die ja immer so eine Art Reifeprüfung für Kabel-Familien darstellt. Diese bestanden die 1204er mit Bravour: Die positiven Eigenschaften blieben erhalten, ohne dass sie sich unbotmässig in den Vordergrund drängten, Ausfälle waren definitiv nirgends zu detektieren.

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