19. März 2019 | seit 1999
TESTBERICHT
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Tonarm und Tonabnehmer

Das Headshell kann einige Millimeter verschoben werden, um den Überhang einzustellen und den Abtastdiamanten exakt zu positionieren. Dafür gibt's eine Schablone. Die Fixierung des Tonabnehmers ist recht einfach.

Der Tonarm des Thorens TP 90 ist ein 3-Punkt-gelagerter Drehtonarm einfacher Bauweise. Er ist auch einfach zu justieren. Sehr clever ist das Headshell: Man kann den Tonabnehmer zuerst an das Headshell schrauben, dann die vier Leiter anstecken und das Headshell dann mit einer Schraube am Tonarm festzurren. Er lässt sich so auch um ein paar Millimeter in die richtige Position verschieben, um den korrekten Überhang einzustellen. Dafür liegt eine Schablone bei.

Das gerade Tonarmrohr verfügt über einen Ring, der Tonarmresonanzen vorbeugt und zur mittleren Masse des Arms einen wichtigen Beitrag leistet. Auffällig ist die Position des Gegengewichts. Dieses befindet sich nicht wie in den meisten Fällen auf der Tonarmachse, sondern unterhalb, exakt beim vertikalen Drehpunkt. Da wurde getüftelt, denn nach Aussage von Thorens brachte es einen Klanggewinn, die Achse des Gegengewichts auf die Höhe des Abtast-Diamanten zu legen. Zudem konnte mit der geringeren Gesamthöhe des Tonarms die Höhe der Haube verkleinert werden. Der TD 206 wirkt daher flach und gewinnt an Eleganz.

Das Gegengewicht hat keine Skala. Die korrekte Auflagekraft wird mittels einer Tonarmwaage eingestellt. Eine einfache und zweckmässige Waage ist im Lieferumfang enthalten. Auch die Antiskating-Einstellung ist nicht skaliert. Das Rädchen ist praktisch zu bedienen, aber ohne Messschallplatte bringt das wenig.

Umständlich ist die Einstellung des VTA bzw. der Parallelität des Tonarms über der Schallplatte, gegebenenfalls geschieht dies durch Anheben oder Absenken des Tonarms. Das ist je nach Konstruktion und Abmessungen des verwendeten Tonabnehmers oder auch bei Verwendung einer dicken Tellermatte nötig. Dafür muss man den Arm von unten lösen und auf der Oberseite mit einem oder mehreren Einstellplättchen unterlegen, bevor man die Schrauben wieder anzieht.

Antiskating ist ohnehin rudimentär, weil die zu kompensierende Skatingkraft eine dynamische Komponente aufweist, also von der Dynamik oder Modulation der Rille abhängt. Die Antiskating-Kraft ist mit den üblichen Vorrichtungen aber immer eine statische Kraft. Folglich endet man immer in einer Überkompensation oder einer Unterkompensation – je nach Dynamik der jeweiligen Passage auf der Schallplatte. Versuchen Sie es einmal ohne oder mit sehr wenig Antiskating.

avguide.ch meint

Bitte ersparen Sie mir vor Weihnachten jegliche Kommentare zu Antiskating. Ich kenne bereits alle verfügbaren Meinungen zu diesem kontroversen Thema.

Der Tonarm TP 90 ist 3-Punkt-gelagert. Das Gegengewicht ist unterhalb der Tonarmachse positioniert. Tonarmlift und Antiskating-Regelung sind präzise und funktional.
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