25. April 2019 | seit 1999
TESTBERICHT
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Das Kernstück

Der Manger-Schallwandler ist das Ergebnis jahrzehntelanger Forschung von Josef W. Manger (1929–2016). Der fränkische Erfinder alter Schule beschäftigte sich seit den 1960er-Jahren mit dem Einschwing- und Impulsverhalten von Membranen. Mit dem Ziel zeitrichtiger Musikwiedergabe schuf er den ersten Biegewellen-Schallwandler. Bei diesem wird eine «biegeweiche» Membran, deren Steifigkeit von der Mitte zu den Einspannungsrändern allmählich abnimmt, mittig angeregt.

Besondere Erscheinung: Unter anderem der sternförmige Zuschnitt sorgt beim Manger-Biegewellen-Schallwandler dafür, dass die Steifigkeit der Membrane variiert.

Das Grundprinzip besteht darin, dass die Steifigkeit der Membrane vom Zentrum zu den Einspannungsrändern hin abnimmt. Für technisch Interessierte: «Die Biegewelle besitzt die Eigenschaft, dass ihre Fortpflanzungsgeschwindigkeit nicht linear mit der Frequenz, sondern mit der Wurzel aus der Frequenz ansteigt.» Das angelegte breitbandige Signal wird akustisch in seine Einzelspektren zerlegt. Sämtliche Frequenzanteile werden dabei zeitgenau und ohne die unvermeidlichen Phasendrehungen konventioneller Mehrwegsysteme abgestrahlt.

Der typische Zeitversatz von Zweiweg-Systemen zwischen Tiefmittel- und Hochtöner tritt hier nicht auf, die Anstiegszeit liegt einheitlich im Bereich von wenigen Mikrosekunden. Im Unterschied zu herkömmlichen Breitband-Schallwandlern kommt der Manger-Wandler ohne Verzögerungen des Einschwingverhaltens aus. Die sogenannte Impulsantwort erfolgt sehr schnell und zudem zeitkonstant. Und auch das Ausschwingverhalten kann sich sehen lassen: Da der Biegewellen-Schallwandler ausschliesslich mit konzentrischen Partialschwingungen arbeitet, ist unkontrolliertes Nachschwingen bei seiner speziellen Konstruktion kein Thema. Das Ergebnis ist ein überaus «schneller» und impulsfreudiger Schallwandler, der das Musiksignal zeit- und phasenkonstant in den Hörraum abstrahlt.

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