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Publikationsdatum
26. August 2026
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Mitte der Achtzigerjahre bestanden die meisten Lautsprechergehäuse aus Spanplatte oder MDF. Dass eine mitschwingende Gehäusewand den Klang verändert, war bekannt. Als Hauptproblem galt es nicht.

Ein Gehäuse schwingt mit, wenn der Treiber arbeitet, und strahlt diese Schwingung zeitversetzt ab. Das wird zu einer zweiten Schallquelle, die den Direktschall der Lautsprecherchassis maskiert und durch die Phasenverschiebung verfärbt.

Auf der Suche nach dem perfekten Monitor

David Wilson gründete seine Firma 1974 in Utah und arbeitete als Toningenieur. Für eigene Aufnahmesitzungen brauchte er einen transportablen Kontrollmonitor. Da ihn kein Handelsprodukt überzeugt, entwarf er einen eigenen. So entstand die WATT, kurz für Wilson Audio Tiny Tot. Der Stabgriff an ihrer Rückseite war 1985 keine Designidee, sondern eine Tragehilfe.

Kurz darauf kam der Puppy dazu, ein passgenaues Bassmodul, auf dem die WATT sitzt. Aus dem Studiowerkzeug wurde ein Standlautsprecher für zu Hause.

Das Gehäusematerial machte den Unterschied

Gehäuse verfärben mit ihrem Eigenklang. Wilson zog daraus eine radikale Konsequenz. Statt Holzwerkstoffe zu verstärken, suchte die Firma nach Materialien, die von sich aus kaum schwingen und Energie in Wärme umwandeln. In den frühen Jahren nutzte der Puppy laminierte HDF-Platten. Die WATT bestand aus Polymethylmethacrylat, besser bekannt als Acrylglas. Später folgten Eigenentwicklungen mit Buchstabenkürzeln, X-, S-, V- und H-Material, jedes für eine bestimmte Aufgabe.

Der WATT aus 1986 und die aktuelle Version.Der WATT aus 1986 und die aktuelle Version.

Das war teuer. Es verschob aber die Diskussion. Nicht mehr der Treiber allein entschied über die Qualität, sondern die Frage, wie akustisch still das Gehäuse bleibt. Andere Hersteller experimentierten damals ebenfalls mit Mineralverbund und Beton. Aber Wilson machte das Gehäuse zum Hauptfokus in der Entwicklung und investierte kompromisslos in aufwendige Materialtests.

Die Rechnung ging auf. Zwischen 1986 und 2011 durchlief die WATT/Puppy acht Entwicklungsstufen. Über 15’000 Paare wurden verkauft. Wilson nennt sie den meistverkauften Lautsprecher über 10’000 Dollar.

Dreizehn Jahre Pause

Nach der Serie 8 war Schluss, die Sasha trat die Nachfolge an. Zum fünfzigsten Firmenjubiläum kehrte der Name zurück – dreizehn Jahre später. Der Marktstart war am 7. Juni 2024.

Gebaut ist sie aus X-Material für Gehäuse und Verstrebungen, S-Material für die Ankopplung des Mitteltöners an die WATT-Schallwand und V-Material für die Puppy-Oberseite. Die Kondensatoren der Frequenzweiche wickelt Wilson im eigenen Haus. Die Mittelton-Weiche sitzt nicht mehr im Kopfteil, sondern im Puppy. Die WATT lässt sich damit nicht mehr allein betreiben.

Vier Generationen nebeneinander

AV Spalinger in Dietlikon macht diesen Evolutionssprung hörbar. Roland Spalinger vergleicht die Serien 5, 6 und 7 direkt mit der aktuellen Neuauflage. So lassen sich vier Entwicklungsstufen an derselben Kette direkt nacheinander erleben.

Roland Spalinger arrangiert exklusive Hörsessions mit den Wilson-Lautsprechern – unter anderem die Gegenüberstellung der WATT/Puppy-Serien 5, 6 und 7 mit der Neuauflage.Roland Spalinger arrangiert exklusive Hörsessions mit den Wilson-Lautsprechern – unter anderem die Gegenüberstellung der WATT/Puppy-Serien 5, 6 und 7 mit der Neuauflage.

Angetrieben werden sie von Audio Research und Dan D’Agostino, Röhre und Transistor im direkten Wechsel. Roland Spalinger arrangiert persönliche Hörsessions, für die er das Set-up jeweils vorbereitet. Nach oben steht auch die aktuelle Sasha V bereit. Deren kleine Schwester Sabrina V hat avguide.ch getestet.

Termin und Anmeldung

Die Vorführungen laufen ab dem 20. August 2026 bei Audio Video Spalinger AG an der Alten Dübendorferstrasse 1 in Dietlikon.

Gehört werden kann nach telefonischer Voranmeldung. Termine unter 044 888 19 19 oder per Mail an info@spalinger.ch