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26. August 2026
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Wer heute eine Anlage kauft, bekommt fast immer ein Netzwerkgerät. Streaming-Module, Apps und Firmware-Updates gehören zur Grundausstattung, auch dort, wo niemand danach gefragt hat. Gleichzeitig stapeln sich in vielen Wohnzimmern die CD-Sammlungen von drei Jahrzehnten, und der Plattenspieler ist längst zurück. Für diese Hörer wird die Auswahl an bezahlbaren Neugeräten seit Jahren dünner.

Marantz hält dieses Segment seit Jahrzehnten besetzt. Der Vollverstärker PM6007 und der CD-Player CD6007 zählten zu den meistempfohlenen Einsteigergeräten unter 1000 Franken. Nun folgen die Nachfolger. Model 70 und CD 70 übernehmen die Formensprache der teureren Marantz-Modelle wie den Model 40n  plastische Seitenwangen, zentrales Bullaugen-Display  und kommen in Schwarz oder Silber-Gold.

Gradlinige Endstufe

Der Model 70 bleibt bei der klassischen Class-A/B-Endstufe mit Stromgegenkopplung und leistet 50 statt bisher 45 Watt pro Kanal an 8 Ohm. Die Siebkapazität wächst von 12’000 auf 15’000 Mikrofarad  das sind die Speicherkondensatoren, die der Endstufe bei Bassimpulsen kurzfristig Strom liefern. Zudem rückten sie näher an die Ausgangsstufe, was die Widerstände im Netzteilpfad senkt.

Model 70 ist ein klassischer Stereoverstärker mit Phonoeingang, aber ohne DAC und Streamer. Das Marantz-Bullauge darf nicht fehlen.Model 70 ist ein klassischer Stereoverstärker mit Phonoeingang, aber ohne DAC und Streamer. Das Marantz-Bullauge darf nicht fehlen.

Die auffälligste Änderung ist die elektronische Lautstärkeregelung. Beim PM6007 lief das Signal noch quer durchs Gehäuse zum Potentiometer an der Front und wieder zurück. Neu sitzt ein Lautstärkechip direkt auf der Hauptplatine, die Signalwege schrumpfen deutlich. Manche begegnen digitalen Lautstärkestellern traditionell mit Misstrauen. Fakt ist: Die Gleichlauffehler der mechanischen Regler kennen sie, die bei leisen Pegeln gerne einen Kanal bevorzugen. Auch neigen sie nie zu Oxidation und werden auch in Jahren noch funktionieren wie zu Anfang.

Der Verstärker ist durchaus modern und pragmatisch ausgestattet. HDMI ARC holt den Fernsehton samt Lautstärkebefehlen der TV-Fernbedienung ins System, Bluetooth arbeitet in beide Richtungen und funkt mit den Codes aptX HD und aptX Adaptive mit erhöhter Bandbreite an Kopfhörer oder Funklautsprecher. Eine MM-Phonostufe ist selbstverständlich eingebaut. Neu gibt es einen Stereo-Vorverstärkerausgang und einen Subwoofer-Anschluss. Das macht irgendwie Sinn. Längst hat fast jeder zuhause einen Streaming/DAC herumstehen. Falls nicht, sind die Kosten heute dank WIIM, Eversolo und Konsorten überschaubar. Wohl nicht wenige streamen über ihr Smartphone mit Bluetooth. Für Spotify und Apple reicht das allemal.

Für die CD-Sammlung

In vielen Haushalten stehen nach wie vor Hunderte CDs im Regal, gesammelt über Jahrzehnte. Wer sie weiter hören will, sucht selten einen Exoten  sondern einen Player, der optisch und technisch zum Verstärker passt. Diese Rolle übernimmt der CD 70.

Beim Wandler rüstet er gegenüber dem Vorgänger auf. Ein ES-Sabre-DAC neuster Generation ersetzt den bisherigen Chip, kombiniert mit einem Taktgeber mit geringem Phasenrauschen. Jitter  winzige Schwankungen im Takt, mit dem die Abtastwerte in Spannung übersetzt werden  verformt das rekonstruierte Signal messbar.

Der CD 70 ist ein formschöner CD‑Spieler mit diskret aufgebautem, hochwertigem Kopfhörerausgang.Der CD 70 ist ein formschöner CD‑Spieler mit diskret aufgebautem, hochwertigem Kopfhörerausgang.

Die Analogstufen am Line-Ausgang bestückt Marantz mit den hauseigenen HDAM-Modulen. Da sind diskret aufgebaute Verstärkerschaltungen anstelle der üblichen Operationsverstärker.

Über die USB-A-Buchse an der Front spielt der CD 70 auch FLAC, ALAC, AIFF und DSD bis 5,6 MHz ab. Der 6,3-Millimeter-Kopfhörerausgang hängt an einer diskreten Verstärkerstufe mit anpassbarer Verstärkung für unterschiedlich empfindliche Hörer.

Beide Geräte sind seit dem 15. August im Fachhandel erhältlich. Der Model 70 kostet CHF 749, der CD 70 CHF 499.